Kurzpässe Mancini bleibt doch, Anzeige gegen Jäggi

Er kündigte seinen Abschied an - jetzt will Roberto Mancini doch als Trainer bei Inter Mailand weitermachen. Italiens Nationaltorwart Gianluigi Buffon bleibt länger in Turin. Chelsea siegt im Nachholspiel. Dem früheren Kaiserslautern-Boss René C. Jäggi wird Untreue vorgeworfen.


Hamburg - Roberto Mancini will nun doch nicht zum Saisonende seinen Posten als Coach bei Inter Mailand aufgeben. Das verkündete Inter-Präsident Massimo Moratti heute Abend: "Ich hatte ein kurzes Gespräch mit ihm. Er hat mir gesagt, dass er bei Inter bleiben, seinen Vertrag erfüllen und in der nächsten Saison die Champions League gewinnen will". Mancini bestätigte: "Ich danke Präsident Moratti für seine Unterstützung und dafür, dass er die Situation und mich verstanden hat."

Erst gestern hatte Mancini nach dem K.o. in der Champions League gegen den FC Liverpool (0:1 und 0:2) seinen Abschied angekündigt: "Obwohl mein Vertrag noch vier Jahre weiterläuft, werden dies meine letzten Monate bei Inter sein". Inter sei, so Mancini, ein großer Club, aber die Entscheidung stehe fest. Dieser Beschluss habe nichts mit Differenzen mit dem Verein oder mit den Spielern zu tun, sagte er. Heute erklärte der 43-Jährige seine Aussagen mit der großen Enttäuschung nach dem Spiel. Mancini ist seit 2004 Trainer der Schwarzblauen, die er zweimal in Folge zum Meistertitel führte.

Der italienische Fußball-Nationaltorwart Gianluigi Buffon hat seinen Vertrag bei Juventus Turin bis 2013 verlängert. Der Weltmeister von 2006 schloss auch ein mögliches Karriereende beim italienischen Rekordmeister nicht aus. "Ich werde, bis ich 35 bin, bei Juventus spielen", erklärte Buffon, der 2001 für die Ablösesumme von 52 Millionen Euro von Parma nach Turin gewechselt und auch während des Zwangsabstiegs der Turiner in der Saison 2006/07 den Verein nicht verlassen hatte.

Der FC Chelsea hat dank eines überragenden Frank Lampard zur Spitzengruppe in der englischen Premier League aufgeschlossen. Lampard erzielte beim 6:1 (2:0) der "Blues" im Nachholspiel gegen Derby County gleich vier Treffer. Damit liegt Chelsea mit 61 Punkten nur noch fünf Zähler hinter Spitzenreiter Arsenal London und drei hinter Manchester United. Michael Ballack wurde nach 67 Minuten ausgewechselt.

Früher Kaiserslauterer Vorstandschef Jäggi: Strafanzeige wegen Steuernachforderung
DPA

Früher Kaiserslauterer Vorstandschef Jäggi: Strafanzeige wegen Steuernachforderung

Gegen den ehemaligen Vorstandsboss des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern, Rene C. Jäggi, und den aktuellen FCK-Vorsitzenden Erwin Göbel ist bei der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern am vergangenen Freitag Strafanzeige wegen Untreue gestellt worden. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Helmut Bleh heute. Nach Informationen des Fußball-Magazins "11 Freunde" soll die Anzeige auf Initiative mehrerer langjähriger Mitglieder des pfälzischen Traditionsvereins eingereicht worden sein.

Es geht dabei um eine horrende Steuernachzahlung aus dem Jahre 2003. Laut der vierseitigen Anzeigenschrift bestehe der Verdacht, dass der damalige Vorstandsvorsitzende Jäggi und das damalige Vorstandsmitglied Göbel sich der Untreue zu Lasten des 1. FC Kaiserslautern schuldig gemacht haben sollen. Ohne erkennbare Not, so heißt es in dem Dokument, hätten sie eine zu hohe Steuerforderung des Finanzamtes in Höhe von knapp 13 Millionen Euro und einen Drei-Punkte-Abzug durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) akzeptiert und dadurch das Vermögen des Vereins geschädigt.

Jäggi, der im September 2002 auf den Betzenberg gekommen und die "Roten Teufel" vor der Pleite bewahrt hatte, gab im Juli 2006 sein Amt als FCK-Vorstandschef auf. Der 1. FC Kaiserslautern reagierte heute Abend auf die Vorwürfe mit folgender Stellungnahme: "Die Betroffenen können sich die Vorwürfe nicht erklären. Die Strafanzeige ist für beide unverständlich."

all/sid/dpa

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