Kurzpässe Maradona für zwei Monate gesperrt, Schweiz holt U17-Titel

Team ohne Trainer: Weil er auf einer Pressekonferenz Journalisten und Kritiker beschimpft hat, darf Diego Maradona die argentinische Nationalmannschaft zwei Monate nicht betreuen. Die U17-Junioren der Schweiz haben bei ihrer ersten Teilnahme die Weltmeisterschaft gewonnen.

Nationaltrainer Maradona: Sperre und Geldstrafe
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Nationaltrainer Maradona: Sperre und Geldstrafe


Hamburg - Nach seinen verbalen Entgleisungen darf Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona sein Team zwei Monate lang nicht betreuen. Die Disziplinarkommission des Weltverbandes Fifa belegte den 49-Jährigen mit einer Sperre bis zum 15. Januar. Außerdem muss Maradona 25.000 Schweizer Franken (16.500 Euro) Geldstrafe zahlen, teilte die Fifa am Sonntag mit.

Damit fehlt Maradona sowohl bei der WM-Auslosung am 4. Dezember in Südafrika und bei einem Spiel Argentiniens am 22. Dezember gegen eine katalonische Auswahl in Barcelona. Maradona kann aber sein Team beim Testspiel am 3. März 2010 gegen die deutsche Nationalmannschaft in München wieder betreuen. Maradona entschuldigte sich wurde am Sonntag nach Angaben der Fifa beim Weltverband und der Fußball-Familie. Die Disziplinarkommission betonte, dass ein ähnliches Vergehen Maradonas künftig härtere Strafen nach sich ziehen würde.

Nach dem 1:0-Erfolg in Uruguay im Oktober und der dadurch im Schlussspurt gerade noch geglückten Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika hatte Maradona Journalisten und Kritiker bei einer live im Fernsehen gezeigten Pressekonferenz in einem ordinären Wutausbruch beschimpft. "Denjenigen, die nicht an mich geglaubt haben, sage ich - die Damen mögen das entschuldigen - ihr könnt mir einen blasen", sagte Maradona. Zudem sorgte er mit weiteren vulgären Aktionen für Empörung.

Die U17-Junioren der Schweiz haben den ersten WM-Titel in ihrer Geschichte gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Dany Ryser bezwang am Sonntagabend in Abuj Gastgeber und Titelverteidiger Nigeria 1:0 (0:0) und krönte damit ihre Leistung im Laufe des Turniers mit Siegen gegen Brasilien, Deutschland und Italien. Vor 64.000 Zuschauern im National-Stadion von Abuja erzielte Haris Seferovic in der 63. Minute mit seinem fünften Turniertor den Siegtreffer für die Schweizer, die sich im Achtelfinale gegen die DFB-Elf durchgesetzt hatten.

"Weltmeister, das klingt wunderschön. Es wird lange dauern, bis wir das realisieren. Was die ganze Mannschaft gezeigt hat, ist irrsinnig", sagte der Schweizer Trainer Dany Ryser. Sein Team beendete mit dem Finalerfolg Nigerias WM-Serie von 13 Siegen in Folge bei U-17-Turnieren. Den dritten Platz sicherte sich der WM-Zweite von 2007, Spanien durch einen 1:0-Erfolg gegen Kolumbien. Den Treffer erzielte Isco in der 75. Minute.

Capello: Brasilien ist WM-Favorit

Nach Ansicht von Englands Nationaltrainer Fabio Capello ist Brasilien und nicht Spanien Favorit für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. England hatte bei der 0:1-Niederlage gegen Brasilien am Samstag kaum eine Chance gehabt. "Das war das erste Mal, dass wir gegen eine körperlich so starke, schnelle und technisch gute Mannschaft gespielt haben", sagte Capello am Sonntag. "Ihr Stil ist ganz anders als der Spaniens. Spanien ist technisch wirklich gut. Sie passen viel. Aber sie sind nicht so stark und verteidigen nicht so gut." In einem Freundschaftsspiel gegen Spanien im Februar habe seine Mannschaft vier Torchancen gehabt, sagte Capello. Damals hatte Spanien 2:0 gewonnen.

Capello hatte die englische Mannschaft übernommen, nachdem sie die Europameisterschaft 2008 verpasst hatte. Unter dem Italiener qualifizierte sich England als Gruppenerster souverän für das Turnier in Südafrika.

ulz/sid/rtr



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