Kurzpässe Maradona macht Demichelis froh, Werder-Chef schützt Schaaf und Allofs

Hoher Besuch in München: Argentiniens neuer Nationaltrainer Diego Maradona traf sich im Rahmen seiner Europa-Tour mit zwei Bayern-Profis. Bremens Clubchef nimmt Trainer und Manager aus der Schusslinie. Dick Advocaat bleibt Trainer von Uefa-Cup-Sieger St. Petersburg.


Hamburg - Diego Armando Maradona hat bei seinem Antrittsbesuch in München einen äußerst positiven Eindruck hinterlassen. "Er ist eine große Persönlichkeit mit einer unglaublichen Aura. Als wir Kinder waren, war er der Größte für uns, wir haben ihn vergöttert. Jetzt kommt er, um uns zu besuchen - was kann man mehr verlangen?", sagte Bayern Münchens Verteidiger Martin Demichelis nach einem Gespräch mit dem neuen Nationaltrainer Argentiniens.

Argentiniens Coach Maradona: Auf Europa-Tour
REUTERS

Argentiniens Coach Maradona: Auf Europa-Tour

Maradona hatte das Amt des Nationalcoaches vor wenigen Tagen als Nachfolger des zurückgetretenen Alfio Basile übernommen. Anschließend war er zu einer Rundreise aufgebrochen, um seine Nationalspieler zu besuchen. Am Donnerstag war er deshalb nach München gekommen, um sich mit den Bayern-Spielern Demichelis und José Sosa zu unterhalten.

Auch Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann war von der Stippvisite des Weltmeisters von 1986 begeistert, obwohl es zwischen den beiden früheren Italien-Legionären nicht zu einem Treffen gekommen ist: " Er macht das, was ich vor vier Jahren gemacht habe und schaut sich seine Schlüsselspieler an. Dass Martin einer der ersten ist, freut uns sehr, weil es die Wertschätzung gegenüber ihm zeigt. Und dass er ein Auge für José hat, zeigt, dass wir in ihm ein Riesentalent haben. Wir würden uns freuen, wenn er mal zu einem Spiel kommt."

Zunächst flog Maradona aber weiter nach England, um sich mit den auf der Insel beschäftigten argentinischen Profis zu treffen. Seine letzte Station vor der Rückkehr nach Argentinien ist Paris. Demichelis erhofft sich nach dem 45-minütigen, "sehr positiven Gespräch" von seinem Idol, "dass er uns mit einigen kleinen Änderungen wieder auf Erfolgskurs bringt".

Trotz des bisher enttäuschenden Saisonverlaufs von Bundesligist Werder Bremen hat Clubchef Jürgen L. Born die in die Kritik geratene sportliche Führung mit Trainer Thomas Schaaf und Sportdirektor Klaus Allofs aus der Schusslinie genommen. "Klaus und Thomas arbeiten aufopferungsvoll. Sie haben keine Fehler gemacht", sagte der 68-Jährige der "Syker Kreiszeitung". Man dürfe nicht vergessen, dass Werder immer noch "auf drei Hochzeiten" tanze und alles selbst in der Hand habe. "Von daher gibt es für mich überhaupt keinen Anlass, die sportliche Leitung in Frage zu stellen", sagte Born und verteidigte die Ankündigung von Allofs, den Kader auf seine Qualität überpüfen und sich möglicherweise von einigen Spielern trennen zu wollen: "Es ist doch legitim, sich über den Kader Gedanken zu machen."

Trainer Dick Advocaat bleibt Uefa-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg treu. Der Niederländer verlängerte seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis Ende 2009. Dies gab der C lub am Freitag bekannt. Erst vor kurzem hatte Advocaat seine Absicht zur Vertragsverlängerung auf der Vereins-Homepage angekündigt und für das kommende Jahr wieder den Gewinn der Meisterschaft als Ziel ausgegeben, nachdem sich in diesem Jahr Rubin Kasan vorzeitig den Titel gesichert hat. Wochen zuvor hatte der 61-Jährige noch öffentlich einen Abschied in Erwägung gezogen. Advocaat ist seit Juni 2006 Trainer bei Zenit. Nach dem Sieg im Uefa-Cup war der ehemalige Coach des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach zum Ehrenbürger von St. Petersburg ernannt worden.

Für den französischen Erstligisten AS Nancy hatte das Uefa-Cup-Spiel bei Lech Posen (2:2) eine unerwünschte Verlängerung. Weil die vorgesehene Maschine für den am Donnerstagabend geplanten Rückflug wegen technischer Probleme nach einem Blitzschlag keine Starterlaubnis bekommen hatte, musste der Tross seine Abreise verschieben. Nancys nächstes Punktspiel ist für Sonntagnachmittag beim FC Valenciennes angesetzt.

Nach dem Angriff auf einen Schiedsrichter hat die Spruchkammer des Mannheimer Fußball-Kreises einen Spieler für ein Jahr gesperrt. Der Kapitän des TSV Schönau habe sich bei der Verhandlung für sein Verhalten entschuldigt, erklärte Siegfried Müller, der Geschäftsführer des Badischen Fußballverbandes.

Der Schönauer Spielführer hatte zusammen mit anderen Akteuren während einer Partie in der Kreisklasse A am 26. Oktober den Unparteiischen angegriffen, der dabei Prellungen und Blutergüsse erlitten hatte. Der TSV-Kapitän muss wegen Tätlichkeit und Beleidigung des Schiedsrichters zudem 300 Euro Strafe zahlen, ein weiterer Akteur ist einen Monat nicht spielberechtigt.

Dem Verein werden für die laufende Saison neun Punkte abgezogen, die abgebrochene Partie wird mit 3:0 für den MFC Phönix Mannheim gewertet. Der TSV Schönau wird zudem mit einer Strafe von 1500 Euro belegt.

luk/sid/dpa



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