Kurzpässe Maradona vorgeladen, Massenschlägereien bei Amateurspielen

Diego Armando Maradona ist in Buenos Aires einem Richter vorgeführt worden. Ein HSV-Aufsichtsrat stänkert gegen den eigenen Club. Ein Duisburger wurde für ein Spiel gesperrt. Massenschlägereien haben zu Spielabbrüchen in Berlin und Hamburg geführt.


Hamburg - Die Spieler der Berliner Kreisliga-Clubs Roland Borsigwalde und BSV Hürtürkel gerieten gestern nach Angaben der Polizei kurz vor Spielende aneinander. Ein Spieler der Heimmannschaft soll sogar mit einem Brotmesser seine Gegner bedroht haben. Der 24-Jährige behauptete nach Polizeiangaben, er habe das Messer auf dem Platz gefunden.

Der Schiedsrichter brach die Partie daraufhin ab. Ein Borsigwalder wurde verletzt und musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden. Mehrere Spieler von Hürtürkel hatten ihn zu Boden gestoßen und getreten. Den Tätern droht eine lebenslange Sperre.

Argentiniens Maradona: Einem Richter vorgeführt
REUTERS

Argentiniens Maradona: Einem Richter vorgeführt

In Hamburg gab es nach Angaben der "Hamburger Morgenpost" zwei ähnliche Vorfälle. Der Schiedsrichter beendete die Bezirksliga-Partie Altenwerder gegen Harburger Türksport vorzeitig, nachdem er von einem Spieler angegriffen wurde. In der Kreisliga-Begegnung zwischen der zweiten Mannschaft von Teutonia 10 und Ronahi wurde der Schiedsrichter gewürgt und getreten, nachdem er einem Gäste-Spieler die Rote Karte gezeigt hatte. Anschließend entwickelte sich eine Massenschlägerei.

Diego Armando Maradona ist gestern laut Medienberichten nach seiner Ankunft auf dem Flughafen in Buenos Aires einem Richter vorgeführt worden. Dieser teilte dem 46-Jährigen offenbar mit, dass gegen ihn ein Verfahren wegen eines Verkehrsunfalls aus dem Jahr 2006 eingeleitet worden sei. Allerdings ist nicht eindeutig belegt, ob der einstige Weltstar tatsächlich am Steuer gesessen hatte. Angeblich war Maradona amtlichen Vorladungen zuvor nicht gefolgt. Nachdem er von dem Richter informiert worden war, konnte er nach Hause fahren.

Axel Formeseyn, Aufsichtsratsmitglied des Hamburger SV, hat seinen Verein als "unsexy" bezeichnet. Im Bielefelder Stadion-Magazin "Halbvier" sagte er: "In Hamburg entscheiden die Leute sich eher für St. Pauli, und diejenigen, denen es um Fußball geht und der Lifestyle weniger wichtig ist, gehen halt zum HSV." Aufsichtsratschef Horst Becker wunderte sich in der "Hamburger Morgenpost" über diese Aussagen.

Timo Rost, Kapitän von Energie Cottbus, hat vehement eine nachträgliche Sperre für den Herthaner Solomon Okoronkwo gefordert. "Der Schiedsrichter stand direkt daneben und hat nicht gepfiffen. Da muss auch nachträglich etwas passieren", sagte Rost im RBB. Okoronkwo hatte Rost während der Partie am Samstag (0:0) bei einem Zweikampf mit einem Ellenbogencheck an der Unterlippe verletzt. Die Wunde musste nach dem Spiel mit drei Stichen genäht werden.

Blagoy Georgiew vom Erstligisten MSV Duisburg ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes für ein Spiel gesperrt worden. Der Bulgare war in der Partie gegen Werder Bremen (1:3) am Samstag wegen Schiedsrichterbeleidigung in der 75. Minute von Thorsten Kinhöfer des Feldes verwiesen worden. Er darf bei Energie Cottbus am 19. Oktober nicht auflaufen.

Brasiliens Nationaltrainer Carlos Dunga hat für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele in Kolumbien und gegen Ecuador Innenverteidiger Naldo von Werder Bremen nachnominiert. Der 25-Jährige ersetzt Alex vom englischen Spitzenclub FC Chelsea, der wegen einer Verletzung absagte. Im Kader der Brasilianer stehen zudem die Bundesliga-Akteure Gilberto, Mineiro (beide Hertha BSC Berlin), Lucio (Bayern München), Josue (VfL Wolfsburg) und Diego (Werder Bremen).

wit/sid/dpa



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