Kurzpässe Maradona wehrt sich, Tottenham baut

Kaum im Amt, schon aktiv: Argentiniens neuer Nationaltrainer Maradona verteidigt sich gegen seine Kritiker. Seine Erfahrung als Spieler sei ausreichend für den Posten. Tottenham Hotspur will ein neues Stadion bauen. Hoffenheim begeistert Bayern-Manager Hoeneß.


Hamburg - Am Tag eins nach seiner Berufung zum neuen Nationaltrainer Argentiniens ging Diego Maradona gleich auf seine Kritiker los: "Unerfahren als Trainer - da muss ich ja lachen. Ich habe fast 20 Jahre in argentinischen Auswahlmannschaften auf dem Buckel. Der Fußball hat sich nicht geändert. Das heiße Wasser ist schon längst erfunden", sagte der Weltmeister-Kapitän von 1986. Der frühere Nationalspieler Jorge Valdano hatte die Entscheidung des Verbandes kritisiert: "Diego hat keine Erfahrung als Trainer. Mir erscheint die Sache sehr riskant", so der ehemalige Stürmer, der Argentinien 1986 mit einem Tor beim 3:2 im Finale über Deutschland zum WM-Titel verhalf.

Nationaltrainer Maradona: "Das heiße Wasser ist schon längst erfunden"
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Nationaltrainer Maradona: "Das heiße Wasser ist schon längst erfunden"

Zudem fühle er sich sehr ruhig, so Maradona, da er Carlos Bilardo, "der ein äußerst großer Trainer ist", als Teammanager an seiner Seite wisse. Sein Debüt auf der argentinischen Bank wird der 48-Jährige am 11. Februar des kommenden Jahres beim Freundschaftsspiel gegen Frankreich in Marseille geben.

Unterdessen hat sich Nationalspieler Carlos Tévez mit scharfen Tönen und einem guten Rat für seinen neuen Chef zu Wort gemeldet: "Diego muss jetzt mit dem Kopf denken, nicht mit dem Herzen", sagte der Stürmer des englischen Meisters Manchester United in einem Interview mit dem argentinischen Radiosender La Red. Tévez warnte zudem: "Es ist schwierig eine Gruppe, wie wir es sind, zu führen, da ja jeder von uns in seinem Club ein Star ist."

Der 24-Jährige fühlte sich auch von Maradonas Vorwurf, dass die Spieler Ruhm gegen Geld tauschen, nicht angesprochen. "Das hat mir überhaupt nicht gefallen. Ich komme nicht wegen des Geldes zur Nationalmannschaft, denn hier bezahlt mich keiner", so Tévez. Auch die Ankündigung Maradonas, wieder verstärkt Profis im Heimatland zu berücksichtigen, fand beim ManU-Profi wenig Gegenliebe. "Ich sage nicht, dass es in Argentiniens Liga keine guten Spieler gäbe, aber in Europa sind die Besten", so "El Apache".

1899 Hoffenheim hat auch bei Rekordmeister Bayern München mächtig Eindruck gemacht. "Ich bin begeistert von dem, was da geleistet wird", sagte Manager Uli Hoeneß am Donnerstag. "Hoffenheim wird sich nachhaltig in der Spitze etablieren und um die Meisterschaft mitspielen." Angesichts der Vertragsverhandlungen mit Bastian Schweinsteiger bestätigte Hoeneß, dass italienische Vereine ihr Interesse an dem Nationalspieler bekundet hätten, "deshalb werden wir uns einiges einfallen lassen, um ihn zu halten."

Tottenham Hotspur will ein neues, 60.000 Zuschauer fassendes Stadion bauen. Das kündigte der Londoner Traditionsverein am Donnerstag an. "Mit einer Warteliste von mehr als 22.000 Fans für eine Dauerkarte und einer Vereinsmitgliedschaft von mehr als 70.000 ist klar, dass wir ein größeres Stadion brauchen", sagte Präsident Daniel Levy.

Ein Bauantrag für die neue Arena, die in unmittelbarer Nähe des derzeitigen Stadions an der White Hart Lane entstehen soll, soll im kommenden Jahr gestellt werden. Tottenham ist dort seit 1899 zu Hause. Das alte Stadion bietet rund 36.000 Zuschauern Platz. Die Finanzkrise, die auch viele englische Clubs getroffen hat, scheint die Pläne der Spurs nicht zu beeinflussen. Zuletzt hatte der FC Liverpool angekündigt, seinen Stadion-Neubau zu verschieben. Tottenham ist nach dem schlechtesten Saisonstart in der Vereinsgeschichte derzeit Schlusslicht in der Premier League.

Im Streit mit DFB-Kapitän Michael Ballack hat Bundestrainer Joachim Löw nun auch Unterstützung von Teammanager Oliver Bierhoff erhalten. "Man kann Joachim Löw nicht vorwerfen, dass er anderen gegenüber keinen Respekt zeigt. Der Trainer hat die Verantwortung, er muss die Entscheidungen treffen, er muss schließlich auch den Kopf hinhalten. Alle Spieler haben dies zu akzeptieren", sagte Bierhoff dem "Kicker".

fsc/dpa/sid



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