Kurzpässe Matthäus auf die Schulbank, Hitzfeld unentschlossen

Gute Nachrichten für Lothar Matthäus: Der Rekordnationalspieler wird in einem Sonderlehrgang die Fußballlehrer-Ausbildung absolvieren dürfen. Ottmar Hitzfeld weiß noch nicht, was er nach seinem Job als Bayern-Trainer machen will. Dortmund hat endlich einen Torhüter gefunden.


Hamburg - Matthäus wird zwischen Februar und Mai 2008 einen speziell gestalteten Lehrgang unter der Leitung von DFB-Chefausbilder Erich Rutemöller besuchen. Das teilte der DFB heute mit. "Nach sorgfältiger Prüfung sind auch in Abstimmung mit der Uefa alle Kriterien erfüllt. Mit dem Angebot würdigt der DFB Lothars außergewöhnliche Verdienste um den deutschen Fußball. Eine wesentliche Rolle spielte aber auch die Tatsache, dass Lothar bereits seit 2001 als Trainer tätig war, unter anderem als Nationalcoach in Ungarn", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

Trainer Matthäus: Letzte Ausnahmegenehmigung
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Trainer Matthäus: Letzte Ausnahmegenehmigung

Noch in dieser Woche hatte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge in Richtung Matthäus gesagt: "Es wäre wünschenswert, wenn er (Matthäus, d.Red.) die Sticheleien lassen würde. Jürgen Klinsmann ist nicht nur ein ausgezeichneter, sondern auch ein ausgebildeter Trainer mit DFB-Lizenz. Matthäus hat sie nicht." Matthäus hatte zuvor erklärt, auch er wäre als Trainer bei den Bayern in Frage gekommen.

Jetzt muss er erst einmal auf der Schulbank schwitzen: "Es wird ein Lehrgang, der mit aller Ernsthaftigkeit und Akribie durchgeführt wird", kündigte Rutemöller an: "Man sollte das definitiv nicht zu locker nehmen. Sämtliche Experten, die auch sonst beteiligt sind, werden von uns eingebunden." Dennoch wurde beschlossen, dass es nach Matthäus keine weiteren Ausnahmegenehmigungen geben wird.

Ab Sommer gelten die neuen Aufnahme- und Rahmenbedingungen für die Ausbildung, die unter Gesamtverantwortung des DFB-Sportdirektors Matthias Sammer steht. Der 55. Fußballlehrer-Lehrgang mit erheblich erweitertem Umfang, der von DFB-Ausbilder Frank Wormuth geleitet und unter anderem auf zehn Monate verlängert wird, beginnt im Juni 2008.

Einen Monat später wird Ottmar Hitzfeld frei für einen neuen Job sein. Noch ist jedoch nicht klar, wohin es den Trainer nach Beendigung seines Vertrages beim FC Bayern ziehen wird. Den Plan, nach der Europameisterschaft Coach der Schweizer Nationalmannschaft zu werden, gebe es, sei aber noch nicht abschließend gefasst. "Das ist noch nicht perfekt. Ich habe nur gesagt, dass ich zwei Möglichkeiten habe. Entweder Nationalcoach in der Schweiz oder nur Fernsehen", sagte Hitzfeld heute im Bayerischen Fernsehen.

Großes Interesse an der Nachfolge-Posten von Jakob "Köbi" Kuhn bestehe aber nach wie vor. "Die definitive Entscheidung ist noch nicht gefallen, ich habe auch noch keine Verhandlungen geführt mit der Schweiz. Das werden wir vielleicht die nächsten vier Wochen mal machen, aber bis jetzt ist noch nichts entschieden", so Hitzfeld

Wie konkret seine Gedankenspiele mit der Schweiz sind, hatte Hitzfeld, der beim FC Bayern am Saisonende von Jürgen Klinsmann abgelöst sind, in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" verraten. "Ein Land zu vertreten, auf einen Punkt genau eine Mannschaft zu trainieren und sich für die WM 2010 zu qualifizieren, das wäre doch ein guter Übergang für mich in den Trainerruhestand", sagte Hitzfeld.

Borussia Dortmund ist auf der Suche nach einem zweiten Mann hinter Torhüter Marc Ziegler fündig geworden. Der BVB verpflichtete Alexander Bade, der zuletzt in Diensten des Zweitligisten SC Paderborn stand. Der 37-Jährige erhält einen Vertrag bis zum Saisonende. Bade soll als Ersatztorhüter erstmals am kommenden Dienstag im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Werder Bremen (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im Kader stehen.

Der 1,96-Meter-Mann bestritt bisher 46 Bundesligaspiele für den 1. FC Köln, den Hamburger SV, VfL Bochum und Bayer Uerdingen. Dortmund hatte sich nach der schweren Verletzung von Stammtorhüter Roman Weidenfeller (drei Monate Pause nach einer Schulter-OP) um Nationalkeeper Jens Lehmann bemüht, der sich aber für einen Verbleib beim englischen Premier-League-Club FC Arsenal entschied.

fpf/sid/dpa



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