Kurzpässe Matthäus in Israel umworben, Jancker geht nach Schanghai

Nach seinem Kurzaufenthalt als Trainer in Brasilien flattert Lothar Matthäus nun ein neues Angebot in Haus. Ein anderer Ex-Nationalspieler sucht in China sein Glück. Der 1. FC Nürnberg holt sich prominente Verstärkung.


Hamburg - Lothar Matthäus ist weltweit ein gefragter Mann. Nach seinen Engagements als Trainer in Österreich, Serbien, Ungarn und zuletzt Brasilien bemüht sich nun ein Verein aus Israel um den Ex-Nationalspieler. Wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" heute berichtet, will der Verein Maccabi Netanja den 45-Jährigen als Trainer verpflichten. Zunächst wolle man aber seine Frau von dem Vorhaben überzeugen, da Matthäus sein letztes Engagement beim brasilianischen Erstligisten Atlético Paranense aus Sehnsucht zu seiner Familie nach nur sechs Wochen beendet hatte.

Der Plan hat allerdings bereits für Proteste gesorgt. Amnon Ras, Vorsitzender des israelischen Trainerverbandes, beschwerte sich in einem offenen Brief an die Uefa darüber, dass Matthäus keine ausreichende Trainerlizenz für eine Arbeit in Israel besitze.

Trainer Matthäus: ein gefragter Mann
DPA

Trainer Matthäus: ein gefragter Mann

Der Trainer des 1. FC Nürnberg, Hans Meyer, kann  sich unterdessen wohl über zwei neue Spieler freuen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, habe der Club den Kapitän der tschechischen Nationalmannschaft, Tomas Galasek, von Ajax Amsterdam verpflichtet. Er soll bei den Franken einen Zweijahresvertrag erhalten. Fast perfekt ist die Verpflichtung von Marco Engelhardt vom Bundesliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern. Wir haben uns mündlich geeinigt. Es ist aber noch nichts unterschrieben", sagte Sportdirektor Martin Bader der dpa.

Auch Ex-Nationalspieler Carsten Jancker verlässt die Pfälzer. Der 31-Jährige wechselt zum chinesischen Club Schanghai Schenhua. "Drei oder vier europäische Clubs waren an mir interessiert, aber das Abenteuer Schanghai ist eine große Herausforderung", sagte der Stürmer, der bereits am Mittwoch bei seinem neuen Arbeitgeber trainierte. Vor ihm hat schon einmal ein ehemaliger Nationalspieler für den Verein gespielt. Jörg Albertz gewann 2003 mit Schenhua sogar die chinesische Meisterschaft.

Nachdem sich Christoph Daum aus gesundheitlichen Gründen dazu entschlossen hatte, seinen bis 2007 laufenden Vertrag als Trainer bei Fenerbahce Istanbul nicht zu verlängern, hat nun auch Präsident Aziz Yildirim seinen Rücktritt angekündigt. Yildirim galt bei Fenerbahce, das in diesem Jahr seinen Titel nicht verteidigen konnte, stets als Fürsprecher des deutschen Trainers. Daher wird eine Rückkehr von Daum auf den Trainerposten immer unwahrscheinlicher.

guv/dpa/sid



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