Kurzpässe Metzelders Derby-Einsatz in Gefahr, Köhler bleibt in Frankfurt

Schalkes Christoph Metzelder droht für das Revier-Duell gegen Dortmund auszufallen. Benjamin Köhler bleibt bei Eintracht Frankfurt. Außerdem: Die Spielergewerkschaft warnt vor einer Pleitewelle unter ehemaligen Profi-Fußballern.

Schalke-Profi Metzelder: Einsatz gegen den Ex-Verein gefährdet
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Schalke-Profi Metzelder: Einsatz gegen den Ex-Verein gefährdet


Hamburg - Der Einsatz des Schalker Innenverteidigers Christoph Metzelder im Bundesliga-Derby am Freitag (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Tabellenführer Borussia Dortmund ist fraglich. Der ehemalige Dortmunder muss derzeit wegen einer Nebenhöhlenentzündung pausieren. "Ich kann nicht sagen, ob er es bis Freitag schafft, aber ich gehe noch davon aus", sagte sein Trainer Felix Magath. Metzelder hatte schon das Hinspiel (1:3) wegen muskulärer Probleme verpasst. Bei Borussia Dortmund ist der Einsatz von Felipe Santana ungewiss. Der brasilianische Innenverteidiger soll den gesperrten Serben Neven Subotic ersetzen, ihn plagt jedoch ein grippaler Infekt.

Eintracht Frankfurt hat den Vertrag mit Benjamin Köhler verlängert. Der 30- Jährige bleibt bis zum 30. Juni 2014. "Ich fühle mich bei der Eintracht wohl", sagte Köhler. Der Mittelfeldspieler steht seit 2004 im Eintracht-Kader und kam bislang in 151 Meisterschaftsspielen (16 Tore) zum Einsatz.

Rudi Völler rechnet mit einem Nationalmannschafts-Comeback von Michael Ballack frühestens Ende März. Für das EM-Qualifikationsspiel am 26. März gegen Kasachstan und für den Test drei Tage später gegen Australien könne Ballack so weit sein, sagte Leverkusens Sportdirektor der "Sport Bild". Das erste Länderspiel des Jahres am kommenden Mittwoch in Dortmund gegen Italien (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) dagegen käme für den 34-jährigen aber noch zu früh.

Gianluigi Buffon ist da schon weiter: Der Torhüter wird im Länderspiel gegen Deutschland sein Comeback in der italienischen Nationalmannschaft geben. "Nach meiner Rückkehr ins Vereins-Team wird das der nächste aufregende Moment für mich", sagte der Torwart von Juventus Turin. Buffon hatte im ersten Spiel bei der Weltmeisterschaft in Südafrika im Juni 2010 einen Bandscheibenvorfall erlitten. Der Weltmeister von 2006 wurde im Sommer operiert. Anfang Januar spielte er erstmals wieder für Juve in der Serie A.

Die Spielergewerkschaft (VdV) warnt vor den Folgen der mangelhaften Ausbildung vieler Profi-Fußballer. "20 bis 25 Prozent der Spieler sind am Ende ihrer Karriere pleite oder überschuldet. Sie wissen, dass sie auf eine Wand zurasen. Aber sie bremsen nicht", sagte Geschäftsführer Ulf Baranowsky. "Deshalb raten wir: Keine teuren Autos, sondern lieber Bildung. Irgendwann kommt der Tag X. Jeder weiß, dass jedes Foul den Tag X bedeuten kann." Nach Informationen der Vereinigung der Vertragsfußballer haben nur zehn Prozent der deutschen Profis nach ihrer Karriere ausgesorgt.

Der ukrainische Staatspräsident Wiktor Janukowitsch hat den Vorwurf der Einmischung in die Belange des nationalen Verbandes FFU zurückgewiesen. "Ich kann ihnen versichern, dass die Staatsorgane keinen politischen Druck auf den Verband ausüben", sagte Janukowitsch. Nach einem Bericht des Magazins "Korrespondent" habe sich Janukowitsch am Mittwoch mit FFU-Chef Grigori Surkis getroffen, dessen drohende Absetzung die Europäische Fußball-Union Uefa als unerlaubte Einmischung der Politik wertet. "Die Ukraine darf auf keinen Fall ihre Gastgeberrolle verlieren. Der ukrainische Verband muss die Klärung interner Probleme verschieben", sagte Janukowitsch.

Der Weltverband Fifa und der Kontinentalverband Uefa hatten dem Land wegen politischer Einmischung mit Ausschluss gedroht, was auch den Verlust der Mitausrichter-Rolle für die Europameisterschaft 2012 bedeuten würde. "Es ist klar, dass die Ukraine als EM-Gastgeber nicht haltbar wäre, wenn die Mitgliedschaft des nationalen Verbandes bei der Uefa ausgesetzt ist", hatte Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino nach einer Sitzung des Exekutivkomitees gesagt.

Unterdessen arbeitet das Land daran, den Fußball-Touristen bei der EM unangenehme Anblicke zu ersparen. Eine Kampagne des Organisationskomitees soll die vermeintliche Unsitte bekämpfen, dass viele Ukrainer nur in Sandalen und Unterhosen auf ihren Balkons sitzen. Zudem soll das Volk seine Balkons künftig nicht mehr als Abstellkammer nutzen. Die Anweisungen sind Teil der Image-Kampagne "Erleuchte die Ukraine", mit der der Co-Gastgeber seine vier Austragungsstädte herausputzen will.

Wer innerhalb eines Radius' von 500 Metern um ein EM-Stadion lebt, soll sich vernünftig präsentieren. Anwälte prophezeien allerdings Probleme bei der Durchsetzung. In Kiew hatten bereits mehrere Frauen in Kiew mit freiem Oberkörper gegen die Idee protestiert.

ged/dpa/sid

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