Kurzpässe Meyer greift durch, Littbarski Trainer in Liechtenstein

Bei Borussia Mönchengladbach dürfen drei Spieler nicht mehr unter Hans Meyer trainieren - darunter ein Aufstiegsheld. In der Dritten Liga gibt es einen Dopingfall. Pierre Littbarski trainiert ab sofort den FC Vaduz, der in der Schweizer Liga spielt. Cottbus testet einen Stürmer.


Hamburg - Hans Meyer greift nach der 1:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt bei Borussia Mönchengladbach durch. 15 Tage nach dem Antritt seiner zweiten Amtszeit beim fünfmaligen deutschen Meister warf Meyer am Dienstag Aufstiegsheld Sascha Rösler, Soumaila Coulibaly und Sharbel Touma aus dem Profikader.

Gladbach-Trainer Meyer: Will nur mit zufriedenen Spielern arbeiten
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Gladbach-Trainer Meyer: Will nur mit zufriedenen Spielern arbeiten

"In unserer schwierigen Situation ist es unabdingbar, dass wir nicht weiter mit Spielern arbeiten, die unzufrieden sind, weil sie nicht spielen oder weil sie wissen, dass mit ihnen nicht mehr geplant wird", sagte Meyer. "Ich möchte in den nächsten Wochen ganz konzentriert mit einer kleineren Spielergruppe arbeiten und gewährleisten, dass wir uns gezielt und optimal auf die nächsten Spiele vorbereiten".

Das Trio wird sich ab sofort bei der U23 des zweimaligen Uefa-Cup-Siegers fit halten oder separat trainieren. "Wir haben mit allen drei Spielern gesprochen und sie darüber informiert, dass wir nicht mehr mit ihnen planen. Sie wissen über die Situation Bescheid und können sich anderweitig orientieren", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Rösler, Mitglied des Mannschaftsrates war von Meyer zuletzt schon einmal in die zweite Mannschaft verbannt worden und spielte mit der Borussia-Reserve in der viertklassigen Regionalliga West.

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Pierre Littbarski ist neuer Trainer des FC Vaduz. Dies gab der liechtensteiner Verein, der derzeit den drittletzten Platz in der ersten Schweizer Liga belegt, bekannt. Zuletzt stand Littbarski beim iranischen Club Saipa Teheran unter Vertrag. Nach seiner Spielerkarriere entwickelte sich der Weltmeister von 1990 zum Weltenbummler. 1999 und 2000 wurde er mit dem FC Yokohama japanischer Meister, 2006 gewann er mit dem FC Sydney den australischen Titel. In Deutschland trainierte der 73-malige Nationalspieler (18 Tore) in der Saison 2001/2002 den MSV Duisburg.

Der Dritten Liga droht der erste Dopingfall. Mittelfeldspieler David Solga von Wacker Burghausenwurde in der nach dem Punktspiel gegen Jahn Regensburg (0:1) am 4. Oktober abgegebenen A-Probe positiv auf das "Stimulanzium Methylpseudoephedrin als Ableger von Metamfepramon" getestet. Dem 26-Jährigen droht im Falle einer Bestätigung des Ergebnisses durch die B-Probe eine Sperre.

"Diese Stimulanzien gehören der Gruppe S6 der Wada-Liste der verbotenen Substanzen an und zählen zu den Psychostimulanzien", sagte Doping-Analytiker Professor Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den Spieler und seinen Verein am Dienstag über die positive A-Probe informiert. Gemäß der Anti-Doping-Richtlinien haben der Vorstand des Clubs und Solga nun 48 Stunden Zeit, eine Zweitanalyse anhand der B-Probe zu beantragen. Solga war im besagten Spiel zur Halbzeit ausgewechselt worden. Er hat in der laufenden Saison für Wacker elf Spiele absolviert und ein Tor erzielt. Die Anti-Doping-Kommission des DFB hat den Kontrollausschuss über das Vorliegen der positiven Probe informiert.

Angesichts seiner eklatanten Offensiv-Schwäche ist Energie Cottbus auf Stürmersuche. Wie der Club am Dienstag mitteilte, absolviert Felix Dja Ettien ein Probetraining in der Lausitz. Der 29-jährige Nationalspieler der Elfenbeinküste trainiert bis Mittwoch beim Bundesliga-Schlusslicht mit, das in elf Partien erst sechs Treffer erzielt hat und damit das im Abschluss schwächste Team im deutschen Profifußball ist.

Dja Ettien bestritt von 1997 bis 2008 rund 300 Erst- und Zweitliga-Spiele für den spanischen Club UD Levante. Er kann im zentralen Mittelfeld und auf der rechten Außenbahn eingesetzt werden. Seit Levantes Abstieg aus der Primera División im Sommer ist er ohne Club und darf außerhalb der Transferperiode verpflichtet werden.

Nach seinem Rauswurf aus dem Kader des italienischen Meisters Inter Mailand hat der brasilianische Nationalstürmer Adriano den Streit mit Trainer Jose Mourinho nach einem Vier-Augen-Gespräch beigelegt. "Zwischen den beiden ist alles geregelt. Adriano darf wieder spielen", sagte Spielerberater Gilmar Rinaldo dem italienischen TV-Sender Antenna 3.

Mourinho hatte Adriano zuletzt mehrfach nicht berücksichtigt, weil dieser zu spät zum Training erschienen war. Zuvor hatte es Ärger gegeben, weil sich Adriano im Duell mit dem FC Genua (0:0) nicht an taktische Anweisungen Mourinhos gehalten und dann die Nacht auf einer Party durchgefeiert hatte. Adriano war zu Saisonbeginn aus Brasilien zu Inter zurückgekehrt und hatte Besserung gelobt. Ende 2007 hatten die Italiener den Torjäger an den FC Sao Paulo ausgeliehen, nachdem er mit Party-Exzessen und zahlreichen Skandalen für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Atlético Madrid klagt vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas gegen die Bestrafung durch die Europäische Fußball-Union Uefa. Das teilte der Cas am Dienstagabend mit. Der spanische Spitzenclub war wegen rassistischer Fan-Ausschreitungen beim Champions-League-Spiel am 1. Oktober gegen Olympique Marseille zu zwei Heimspielen vor leeren Rängen und einer Geldstrafe von 150.000 Euro verurteilt worden. Madrid fordert eine komplette Aufhebung des Urteils. Hierbei handelt es sich um einen von der Uefa-Gerichtsbarkeit bereits abgemilderten Beschluss. In erster Instanz waren die Spanier sogar mit einer Platzsperre belegt worden.

Der DFB hat dem Drittligisten Kickers Emden mit Sanktionen für den Fall gedroht, dass bis zum Start der Rückrunde immer noch kein Konzept des Klubs zur Realisierung einer Funktionstribüne vorliegt. "Bis Anfang April nächsten Jahres spätestens muss diese Tribüne stehen", erklärte der DFB-Sicherheitsexperte Gerhard Kißlinger: "Nach einer Gelben Karte folgt bei einem weiteren Vergehen die Rote Karte. Ich sehe diese neue Tribüne noch nicht." Der Verein hatte die Lizenz für diese Spielzeit nur unter Auflagen erhalten. Sollte das Konzept nicht fristgerecht vorgelegt werden, begehe Emden laut Kißlinger einen "Auflagenverstoß". Unabhängig davon sei ein "Stadion für 10.000 Zuschauer" DFB-Auflage an die Kickers für die Saison 2009/2010.

jar/sid/dpa

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