Kurzpässe MSV trennt sich von Neururer, Bayern leiht Sosa aus

Der Rechtsstreit um den Rauswurf von Falko Götz beim Drittligisten Kiel geht weiter. Duisburg beendet die Zusammenarbeit mit Trainer Peter Neururer. Eine Lösung für einen unzufriedenen Spieler hat Bayern München gefunden. Kaiserslautern drohen Steuernachzahlungen.

Trainer Neururer: Nicht mehr verantwortlich für die Mannschaft des MSV Duisburg
dpa

Trainer Neururer: Nicht mehr verantwortlich für die Mannschaft des MSV Duisburg


Hamburg - Zweitligist MSV Duisburg und Trainer Peter Neururer haben sich getrennt. Der 54-jährige Neururer und der Club bestätigten die Auflösung des Vertrages. Der Aufstiegs-Mitfavorit liegt vor dem elften Spieltag an Tabellenposition neun und hat von den letzten sechs Punktspielen fünf verloren. Am Dienstag war das Team im Achtelfinale des DFB-Pokals beim Liga-Konkurrenten FC Augsburg durch ein 0:5 ausgeschieden. Neururer hatte die Mannschaft im November 2008 übernommen.

In einer Pressemitteilung begründeten Duisburgs Aufsichtsratsvorsitzender Walter Hellmich und Sportdirektor Bruno Hübner die Trennung damit, dass der Aufstieg "nach den Leistungen der letzten Wochen stark gefährdet" sei. Das Training wird vorübergehend der bisherige Neururer-Assistent Uwe Speidel leiten. Er soll auch am Sonntag im Punktspiel bei der TuS Koblenz (13.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) für die Mannschaft verantwortlich sein.

Zudem erklärte Andreas Peters seinen Rücktritt aus dem Aufsichtsrat des MSV. Acht Tage zuvor war Peters dieser Schritt von den restlichen Aufsichtsratsmitgliedern nahe gelegt worden, da es unterschiedliche Auffassungen in Bezug auf die Vertraulichkeit von internen Informationen gab. Außerdem sollten durch den Rücktritt vereinsinterne Konsequenzen gegenüber Peters vermieden werden. Der Aufsichtsrat erklärte, er begrüße Peters' Entscheidung und sei davon überzeugt, dass in Zukunft in diesem Gremium wieder vertrauensvoll zusammengearbeitet werde.

Bayerns Sosa wird verliehen

Der FC Bayern München und José Ernesto Sosa gehen vorerst getrennte Wege. Wie der Deutsche Rekordmeister am Donnerstag mitteilte, wird der Argentinier bis zum 30. Juni 2010 an seinen Heimatverein Estudiantes de La Plata ausgeliehen. Von dort war der offensive Mittelfeldspieler vor der Saison 2007/08 für rund sechs Millionen Euro nach München gewechselt, wo er noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011 hat. "Wir haben seinem Wunsch entsprochen", sagte Bayerns Pressechef Markus Hörwick. Sosa war in der laufenden Saison in Liga, Pokal und Champions League nur zu sechs Einsätzen unter Trainer Louis van Gaal gekommen.

Der Rechtsstreit zwischen dem Drittligisten Holstein Kiel und seinem ehemaligen Trainer Falko Götz geht im Januar kommenden Jahres vor der Fünften Kammer des Arbeitsgerichts Kiel in eine neue Runde. Eine von der Vorsitzenden Richterin Sabine Göldner-Dahmke vorgeschlagene gütliche Einigung kam am Donnerstagnachmittag nicht zustande. Der 47-jährige Trainer war am 18. September von seinem damaligen Arbeitgeber fristlos entlassen worden. Als Begründung hatten die Schleswig-Holsteiner eine Entgleisung von Götz am 8. August dieses Jahres genannt.

"Angebot der Gegenseite unannehmbar"

Der frühere Bundesliga-Profi soll seinem Spieler Marco Stier seinerzeit mehrfach mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. "Das Angebot der Gegenseite war für mich unannehmbar. Mir geht es nicht um das Geld, sondern um die Wiederherstellung meines guten Rufes", sagte Götz nach dem Scheitern des Gütetermins. Schon zuvor hatte sich die Gerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ebenso vergeblich um eine einvernehmliche Beendigung des Streits bemüht.

Dem 1. FC Kaiserslautern drohen Steuernachzahlungen in Millionenhöhe. Wie der Zweitligist am Donnerstag bekanntgab, hat der Vorstand um seinen Chef Stefan Kuntz wegen der möglichen Strafe insgesamt 2,5 Millionen Euro vorsorglich zurückgestellt. Die Bilanz für das Geschäftsjahr 2008/2009 weist deshalb anstatt eines Überschusses von rund 600.000 Euro ein Defizit von 1,9 Millionen Euro aus. Bereits im vorherigen Geschäftsjahr hatten die "Roten Teufel" ein Minus von fast 1,8 Millionen Euro gemacht. Die Steuernachzahlungen resultieren noch aus den Jahren 2000 bis 2003.

Um vor weiteren Überraschungen verschont zu bleiben, kündigte Kuntz an, selbst einen Antrag auf weitere Betriebsprüfungen durch das Finanzamt für die Jahre 2004 bis 2007 zu stellen: "Wir wollen nicht immer während eines laufenden Geschäftsjahres von negativen Dingen überrascht werden - einmal muss einfach damit Schluss sein", sagte der einstige FCK-Torjäger.

"All unsere Pluspunkte zusammenzulegen"

Der Fußball-Weltverband (Fifa) treibt seinen Anti-Doping-Kampf voran. Gemeinsam mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) will der Verband ein neues Anti-Doping-Programm erarbeiten. Fifa-Präsident Joseph Blatter und Wada-Chef John Fahey trafen sich am Donnerstag im Fifa-Hauptquartier in Zürich, um Details für ein entsprechendes Abkommen zu klären.

"Wir arbeiten zusammen, kämpfen gegen Doping und versuchen, all unsere Pluspunkte zusammenzulegen", sagte der Schweizer Fifa-Chef Blatter. Beide Organisationen wollen dem Vernehmen nach mit von der Wada anerkannten Laboren kooperieren und bereits im kommenden Jahr mit einem gemeinsamen Projekt starten.

Das neue Konzept soll sich am Blutpass-Programm des Radsport- Weltverbands UCI orientieren, in dem die Blutprofile von rund 850 Fahrern erfasst sind. Im Fußball-Bereich gibt es laut Fifa-Angaben jährlich rund 33.000 Doping-Kontrollen, die Hälfte davon in Europa. 0,3 Prozent dieser Tests seien positiv, zumeist auf weiche Drogen wie Marihuana. "Das ist sehr niedrig, aber wir müssen die Kontrollen weiter durchführen", betonte Fifa-Chefamtsarzt Jiri Dvorak.

13 Spieler an Schweinegrippe erkrankt

Beim spanischen Zweitligisten Betis Sevilla, dem Club des ehemaligen deutschen Nationalstürmers David Odonkor, sind 13 Spieler an Schweinegrippe erkrankt. Betis forderte daher am Donnerstag den spanischen Fußball-Verband (RFEF) auf, das Punktspiel ihres Clubs am kommenden Wochenende gegen die B-Elf des FC Villarreal abzusagen.

Betis habe aufgrund der Erkrankungen nur sieben einsatzfähige Spieler zur Verfügung, erklärte die Vereinsführung. Medizinische Tests bei den Profis hätten bestätigt, dass die betroffenen Fußballer sich mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert hätten. Odonkor gehört nach Angaben des Vereins nicht dazu.

Marlon King von Wigan Athletic ist am Donnerstag in London zu einer 18-monatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Laut dem Richterspruch hatte der Stürmer des englischen Premier-League-Clubs eine Frau sexuell genötigt und ihr die Nase gebrochen. Laut Staatsanwaltschaft griff der Spieler im Dezember 2008 die Studentin an, nachdem sie seine Annäherungsversuche zurückgewiesen hatte. Club-Chef Dave Whelan kündigte nach dem Urteil an, den Vertrag mit dem Nationalspieler aus Jamaika in den nächsten 14 Tagen aufzulösen. King hatte behauptet, er sei Opfer einer Verwechslung. Im vergangenen Dezember hatte er noch für Hull City gespielt.

jar/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.