Kurzpässe Netzer skeptisch, Gladbach-Duo bestraft

Mit seinen TV-Kommentaren über die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat Günter Netzer Zuschauer erheitert und auch schon einen Preis gewonnen. Seine jüngsten Äußerungen dürften die deutschen Fans hingegen wenig freuen. Zwei andere Fußballer erhielten für ihr Verhalten jetzt sogar Geldstrafen.


Hamburg - Günter Netzer rechnet nicht damit, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Sommer Weltmeister wird. "Der Weg geht nur über Brasilien, die werden Weltmeister", sagte der einstige Fußball-Nationalspieler in einem Interview mit dem Politikmagazin "Cicero".

Netzer (mit Ehegattin Elvira (l.) und Tochter Alana): Brasilien wird Weltmeister
AP

Netzer (mit Ehegattin Elvira (l.) und Tochter Alana): Brasilien wird Weltmeister

Viel wichtiger als der Titel sei die Art und Weise, wie sich die DFB-Elf vor eigenem Publikum präsentiere. "Ich würde gerne eine Mannschaft sehen, die dazu beiträgt, dass wir eine schöne Weltmeisterschaft haben", so Netzer.

Das Sportgericht des Deutschen Fußballbundes hat die Profis Jeff Strasser und Kasey Keller von Borussia Mönchengladbach mit Geldstrafen in Höhe von jeweils 3000 Euro belegt. Die beiden Spieler hatten am vergangenen Samstag nach dem 2:0-Erfolg ihrer Mannschaft über den 1. FC Köln vor der Nordkurve des heimischen Stadions Gesänge angestimmt, in denen der Gegner verhöhnt worden war. Sowohl die Spieler als auch der Verein hatten sich bereits am Montag entschuldigt. "Wir haben ein wichtiges Spiel gewonnen und wollten das mit den Fans feiern. Es tut mir Leid, wenn wir mit den Liedern jemanden beleidigt haben", so Mannschaftskapitän Strasser.

Der 1. FC Köln wird vor dem Mittelrhein-Derby der Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Bayer Leverkusen ein dreitägiges Trainingslager in Bonn beziehen. Die Trainingseinheiten wird der Tabellenletzte allerdings am vereinseigenen Geißbockheim absolvieren. "Ab Mittwochabend ziehen wir uns vor dem bedeutungsvollen Spiel gegen Leverkusen etwas vom Karneval zurück", erklärte FC-Trainer Hanspeter Latour.

Ab Nationalspieler Lukas Podolski gegen Leverkusen dabei ist, bleibt fraglich. Nach den schwachen Auftritten des 20-Jährigen in der Rückrunde ist Latour mit seiner Geduld am Ende. "Das ist zu wenig, was Lukas momentan zeigt. Die elf besten Spieler müssen spielen. Dabei geht es nicht darum, ob einer Nationalspieler ist", kündigt Latour mögliche Konsequenzen an.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann gibt am Donnerstag in Frankfurt am Main das Aufgebot für das erste Länderspiel im WM-Jahr am 1. März in Florenz gegen Italien bekannt. Klinsmann reiste bereits heute aus Kalifornien an, um sich am Abend die Champions-League-Partie zwischen dem deutschen Rekordmeister FC Bayern München und dem AC Mailand anzuschauen. Gemeinsam mit Assistenztrainer Joachim Löw will er am Mittwochabend auch seine WM-Kandidaten bei der Partie von Werder Bremen gegen Juventus Turin beobachten.

kob/dpa/sid



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