Kurzpässe Neuer Trainer für Tschechien, Huth reumütig

Vierter Coach in einem Jahr: Der bisherige Assistent Michal Bilek wird neuer tschechischer Nationaltrainer. Robert Huth hat sich zu seiner Tätlichkeit bekannt - und wartet nun das Urteil des Verbands ab. Spanien und Portugal haben sich offiziell um die WM 2018 beworben.

Stoke-City-Profi Huth: Untersuchung akzeptiert
dpa

Stoke-City-Profi Huth: Untersuchung akzeptiert


Hamburg - Der tschechische Verband will den ehemaligen Profi Michal Bilek als neuen Nationaltrainer verpflichten. "Ich habe Michal Bilek für den Job vorgeschlagen. Ich glaube, dass er die menschlichen und fachlichen Qualitäten für den Posten des Nationaltrainers mitbringt", sagte Verbandspräsident Ivan Hasek, der die Geschicke der Nationalelf bis zur vergangenen Woche noch selbst interimsweise geleitet hatte. Nach der verpassten WM-Qualifikation hatte er das Amt jedoch niedergelegt.

Der 44-jährige Bilek, vierter Coach der Tschechen innerhalb eines Jahres, war Assistent von Hasek und spielte als Aktiver unter anderem für Sparta Prag und Betis Sevilla. "Das ist ein Angebot, das man nicht ablehnen kann", sagte Bilek, der einen Zweijahresvertrag erhalten wird und Tschechien laut Hasek "zur EM-Endrunde 2012 in der Ukraine und Polen" führen soll. Schafft Bilek die Qualifikation, wird sein Vertrag verlängert. Für Bilek sind der ehemalige Bundesliga-Star Tomas Rosicky und Torhüter Petr Cech vom FC Chelsea die zukünftigen Säulen Tschechiens, er will um die beiden Spieler eine junge Mannschaft aufbauen. Tschechien landete in der Qualifikation zur WM-Endrunde 2010 in Südafrika nur auf dem dritten Rang der Gruppe 3 hinter der Slowakei und Slowenien.

Stoke-City-Profi Robert Huth hat sich zu einer Tätlichkeit im Spiel seines Clubs am Wochenende gegen West Ham United (2:1) bekannt und die Untersuchung des englischen Fußball-Verbandes (FA) akzeptiert. "Stoke City Football Club und Robert Huth akzeptieren die FA-Ermittlungen wegen einer Tätlichkeit und entschuldigen sich für den Vorfall am Samstag im Britannia Stadium", hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Aufsteigers.

Huth wird zur Last gelegt, im Punktspiel gegen West Ham United (2:1) am Samstag seinem Gegenspieler Matthew Upson einen Schlag ins Gesicht versetzt zu haben, während beide im Strafraum einen Freistoß erwarteten. Schiedsrichter Martin Atkinson hatte die Szene nicht bemerkt, die TV-Bilder zeigten allerdings deutlich eine Tätlichkeit des Deutschen. Ein Urteil soll die FA am Donnerstag fällen. "Huth hat frustriert darauf reagiert, dass Upson ihn während einer Standardsituation zum wiederholten Male daran gehindert habe, seinen Gegenspieler James Tomkins abzuschirmen", hieß es in der Vereinsmitteilung weiter. Stoke wies darauf hin, dass der Zugang vom FC Middlesbrough in acht Jahren Premier League lediglich einmal eine Rote Karte erhalten habe.

Spanien und Portugal haben beim Fußball-Weltverband Fifa offiziell ihre gemeinsame Bewerbung um die Austragung der WM-Endrunde 2018 oder 2022 abgegeben. Die Verbände der beiden Länder überreichten in Zürich Fifa-Präsident Joseph Blatter ein Bewerbungsschreiben, in dem sie versprachen, "die bestorganisierte und emotionalste WM-Endrunde" auszurichten. Blatter lobte Spanien und Portugal als "zwei große Fußballnationen mit Erfahrung bei der Ausrichtung von Turnieren". Spanien war bereits 1982 WM-Gastgeber, Portugal hatte die EM-Endrunde 2004 ausgerichtet. Im Dezember 2010 fällt die Fifa die Entscheidung über die Vergabe der WM 2018. Bislang gibt es zehn Bewerbungen für 2018 oder 2022. Dazu zählen neben Spanien und Portugal noch Australien, Belgien gemeinsam mit den Niederlanden, England, Indonesien, Japan, Südkorea, Katar, Russland sowie die USA. Die WM-Endrunde 2010 findet in Südafrika statt, vier Jahre später ist Brasilien WM-Gastgeber.

Die Fifa wird in diesem Jahr erstmals das schönste Tor des Jahres mit dem neu geschaffenen Puskás-Preis auszeichnen. Dies gaben Erzsebet Puskás, die Witwe des im November 2006 verstorbenen ungarischen Fußballers Ferenc Puskás, und Fifa-Präsident Joseph Blatter am Dienstag in der Ferenc-Puskás-Fußballakademie im ungarischen Felcsut bekannt. Der Puskas-Preis der Fifa zu Ehren des Kapitäns und Stars der ungarischen Nationalmannschaft der fünfziger Jahre wird im kommenden Dezember bei der Fifa World Player Gala 2009 erstmals verliehen. Geehrt wird der Spieler oder die Spielerin, der oder die 2009 das schönste Tor erzielt hat. "Wir müssen die Erinnerung an die großen Spieler, die dem Fußball so viel gegeben haben, wachhalten. Ferenc Puskas war nicht nur ein überaus talentierter und erfolgreicher Spieler, sondern auch eine herausragende Persönlichkeit. Die Fifa freut sich deshalb sehr, ihm mit diesem Preis die Reverenz zu erweisen", sagte Blatter. Ermittelt wird der Gewinner des Puskás-Preises in den letzten beiden November-Wochen durch die Fans in einer Internetabstimmung.

bka/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.