Kurzpässe Oenning bittet um halbes Jahr Probezeit

Die Abwehr wackelt, vorne geht wenig: Hamburgs Trainer Michael Oenning glaubt das Leistungsvermögen seines Teams erst im Winter einschätzen zu können. Michael Thurk verzichtet darauf, den FC Augsburg zu verklagen. Außerdem: Uli Hoeneß pöbelt erneut gegen DFB-Boss Zwanziger.

HSV-Trainer Oenning: "Haben nicht den Druck, jetzt schon perfekt zu spielen"
dapd

HSV-Trainer Oenning: "Haben nicht den Druck, jetzt schon perfekt zu spielen"


Hamburg - Wenige Tage vor dem Bundesliga-Start gegen Borussia Dortmund am Freitag (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) fordert Hamburgs Trainer Michael Oenning Geduld mit seiner neu formierten Mannschaft. Schon vor der 1:2-Niederlage im letzten Testspiel gegen den spanischen Erstligisten FC Valencia am Dienstagabend sagte der 45-Jährige: "Wir brauchen die ganze Vorrunde, um sicher zu sein, zu was wir in der Lage sind." In der Partie gegen den Vorjahresdritten der Primera División, der erst in etwa drei Wochen in die neue Saison startet, setzte Oenning 21 Spieler ein. Die Hamburger Fans pfiffen ihr Team nach dem Abpfiff aus. Oenning in der "Bild"-Zeitung: "Wir haben nicht den Druck, jetzt schon perfekt zu spielen."

Die Auseinandersetzung zwischen Profi Michael Thurk und Bundesliga-Aufsteiger FC Augsburg wird vorerst nicht vor Gericht weitergeführt. "Ich bin von dem Gedanken abgewichen und habe gesagt, ich werde den Verein nicht verklagen, weil es nur dem Verein schadet", sagte Thurk dem Radio-Sender Fantasy. Thurk hatte am Dienstag in einem Gespräch noch betont, ihm sei bei der Abholung seiner Freistellungspapiere mitgeteilt worden, "dass ich kein Mannschaftstraining mehr bekomme. Wenn ich das haben möchte, muss ich das über das Arbeitsgericht einklagen. Das muss ich jetzt tun, man lässt mir keine andere Wahl."

Am Montag hatte der Verein mitgeteilt, auf den Stürmer verzichten zu wollen.In einem Brief an die Fanclubs des Vereins heißt es, dass es bereits in der Vergangenheit immer wieder Meinungsverschiedenheiten zwischen Thurk und den jeweiligen Trainern gegeben habe. Thurk wies diese Anschuldigung zurück. "Es gab genau zwei Meinungsverschiedenheiten. Eine war mit Holger Fach, eine war mit Jos Luhukay - die war im Dezember, und die war auch ganz schnell wieder ausgeräumt, und alles war wieder in Ordnung". Der 35-Jährige besitzt in Augsburg noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2012.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat das Verhalten des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger bei der Wiederwahl von Fifa-Chef Sepp Blatter scharf kritisiert. "Ich verstehe einfach nicht, dass er bei all den fragwürdigen Fakten, die auf dem Tisch lagen, verkündete, Blatter zu wählen. Wenn er gesagt hätte, ich wähle ihn nicht, dann hätte er ein Zeichen gesetzt. Diese Chance hat er vertan", sagte Hoeneß dem "Stern". Der Weltverband wurde zuletzt immer wieder von Korruptionsskandalen erschüttert. Bereits unmittelbar nach der Wiederwahl Blatters hatte Hoeneß Kritik an Zwanziger geübt und dem Fifa-Präsidenten ein baldiges Ende seiner Amtszeit prophezeit. "Wir als seriöser Club tun nicht so, als fühlten wir uns von der Fifa noch gut repräsentiert", sagte er.

Der deutsche Meister Borussia Dortmund muss länger als erwartet auf Stürmer Lucas Barrios verzichten. Die Muskelverletzung im Oberschenkel, die sich der Nationalstürmer aus Paraguay im Finale der Copa América gegen Uruguay zugezogen hatte, entpuppte sich nach der Rückkehr von Barrios bei weiteren Untersuchungen in Dortmund als schwerwiegender. BVB-Trainer Jürgen Klopp rechnet damit, dass Barrios fünf bis sechs Wochen ausfällt. "Das belastet unser Verhältnis zum paraguayischen Verband", sagte Klopp. Zunächst hieß es, der Muskelfaserriss sei in zwei bis drei Wochen auskuriert.

In der Serie A droht der Ärger um die Regelungen von Spielertransfers zu eskalieren. Jetzt steht die italienische Profiliga sogar vor einem Spielerstreik zu Beginn der Meisterschaft. Die Profis wollen damit die Liga zur Unterzeichnung eines neuen Rahmenvertrags drängen. Dieser wurde noch nicht unterzeichnet, weil die Liga mehr Flexibilität bei den Regeln für Spielertransfers verlangt. "Die Meisterschaft beginnt nur, wenn der Vertrag unterzeichnet worden ist. Ja, der Meisterschaftsbeginn ist in Gefahr", sagte der Präsident der Spielergewerkschaft, Damiano Tommasi.

Der italienische Erstligist Chievo Verona ist wegen seiner Verwicklung in den Wett- und Manipulationsskandal zu 80.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Der Club einigte sich mit dem italienischen Fußballverband FIGC auf die Zahlung, nachdem Vereins-Berater Stefano Bettarini belastet worden war. Weitere Details gab es zunächst nicht. In Rom begann am Mittwoch die Verhandlung vor der Disziplinarkommission des italienischen Fußballverbandes gegen 18 Clubs sowei 26 Spieler und Manager, die in den Wett- und Manipulationsskandal verwickelt sein sollen. Die Kommission hatte zuvor mehrwöchige Untersuchungen durchgeführt.

Japans Fußballerinnen dürfen sich knapp drei Wochen nach ihrem WM-Triumph über eine kräftige Erhöhung der Titelprämie und eine große nationale Auszeichnung freuen. Statt 1,5 Millionen Yen (rund 13.600 Euro) wird jede Spielerin der "Nadeshiko" nun 6,5 Millionen Yen (58 900 Euro) erhalten. Trainer Norio Sasaki bekommt für den Finalsieg gegen die USA einen Bonus von vier Millionen Yen (36 250 Euro). Zusätzlich wird das Nationalteam mit dem selten vergebenen Ehrenpreis des Volkes ausgezeichnet. Die Spielerinnen hätten Japan einen Funken Hoffnung und Inspiration nach der schweren Atomkatastrophe gegeben, begründete die Regierung die Vergabe, die am 18. August stattfinden soll.

Real Madrid geht verstärkt in China auf Talentsuche. Der spanische Rekordmeister vereinbarte eine Kooperation mit dem Erstliga-Tabellenführer Guangzhou Evergrande, die unter anderem einen Austausch von Nachwuchsspielern beinhaltet. Zudem soll in Guangzhou das größte Nachwuchszentrum des Landes entstehen.

chp/dpa/sid

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.