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29. Oktober 2008, 16:00 Uhr

Kurzpässe

Pantelic stänkert gegen Favre, Zwanziger pocht auf Verhaltenskodex

Ärger bei der Hertha: Marko Pantelic ließ in einem Interview seinem Unmut freien Lauf. Besonders kritisierte er seinen Trainer Lucien Favre. DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht im Streit zwischen Bundestrainer Löw und Spieler Ballack den Verhaltenskodex verletzt.

Hamburg - Der Streit zwischen Torjäger Marko Pantelic und Hertha-Trainer Lucien Favre ist weiter eskaliert. "Ich respektiere ihn. Aber ich wünsche mir, dass auch er meine Leistungen respektiert", sagte Pantelic in der "Sport Bild". Er zweifelt an, dass Favre an ihn glaubt und hat das Gefühl, "dass ich vom ersten Tag an nicht der Lieblingsspieler vom Trainer war".

Hertha-Angreifer Pantelic: "Die Schnauze gestrichen voll"
REUTERS

Hertha-Angreifer Pantelic: "Die Schnauze gestrichen voll"

Wenn man an ihm zweifele, solle man ihm sagen, dass seine Torquote nicht ausreicht, so der Hertha-Star. Das geschehe aber nicht. "Von diesem Versteckspiel hinter meinem Rücken habe ich die Schnauze gestrichen voll. Das ist ungerecht. Das habe ich nach den Jahren nicht verdient", kritisierte Pantelic. Seine Verdienste am Verein würden "kaputt geredet", dabei sei er "ein Gentleman", reklamierte Pantelic in der "Sport Bild" weiter. "Ich habe das Gefühl, dass bei Hertha ein mieses Spiel mit mir getrieben wird."

Bereits im Sommer war es wegen der angeblich überhöhten Forderungen des Stürmers nicht zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung gekommen. Manager Dieter Hoeneß kündigte inzwischen an, zu den Vertragsverhandlungen mit Pantelic bis Weihnachten nichts mehr sagen zu wollen.

DFB-Präsident Theo Zwanziger hat Bundestrainer Joachim Löw im Streit mit Michael Ballack erneut den Rücken gestärkt. "Er kann seine Autorität durch solche Äußerungen nicht untergraben lassen. Ich weiß, dass Joachim Löw sehr enttäuscht und sehr verletzt war", sagte Zwanziger dem Bonner "General-Anzeiger". Der Kapitän der Nationalmannschaft habe den "Verhaltenskodex" verletzt. "Das muss ausgeräumt werden, und ich hoffe, dass es sich ausräumen lässt. Dieser Kodex ist in der Kreisklasse ebenso wichtig wie in der Bundesliga und in der Nationalmannschaft", sagte der Verbandschef.

Trotz der Unruhe in den vergangenen Tagen hält es Zwanziger nicht für angemessen, eine Benimm-Fibel für Nationalspieler zu erstellen: "Das ist nicht notwendig. Die Jungs wissen ja eigentlich, was sich gehört. Charakterlich bin ich von allen überzeugt."

Die spanischen Clubs bekommen zunehmend die Folgen der Wirtschaftskrise zu spüren. Sponsoren, die die Vereine der Primera División mit Millionenbeträgen unterstützen, finden sich immer seltener. Der Tabellenführer der Liga, der FC Valencia, ist von der Misere in besonderer Weise betroffen. Wie die Zeitung "El País" am Mittwoch berichtete, wirbt der Pokalsieger auf seinen Trikots für ein Unternehmen, das längst bankrott gegangen ist und von dem die Valencianer keinen Euro erhalten haben. Eigentlich hatte der Sponsor, der sich auf die Promotion von Veranstaltungen spezialisiert hatte, dem Verein sechs Millionen Euro pro Saison zahlen sollen. Die Fußballer tragen trotz der ausgebliebenen Zahlungen weiterhin den Schriftzug der Firma auf ihren Trikots. Der FC Valencia begründete dies damit, dass eine Änderung der Hemden den Verein teuer zu stehen käme. Er müsste dem Hersteller einen Schadensersatz von über zwei Millionen Euro zahlen, weil die Sportartikelfirma bereits 70.000 Trikots mit dem Schriftzug des verhinderten Sponsors auf den Markt gebracht hat.

Andere Erstligisten wie Racing Santander oder Deportivo La Coruña spielen ohne Trikotwerbung, weil die bisherigen Sponsoren in Schwierigkeiten geraten waren und keine neuen Geldgeber gefunden werden konnten. Betis Sevilla musste mit einem staatlichen Sponsor vorlieb nehmen. Der Club macht für Andalusien Reklame und erhält dafür von der Regierung der Region 400.000 Euro.

Im Rahmen eines Austauschprogramms wird an diesem Freitag erstmals ein Spiel in der Bayernliga von einem Schiedsrichter aus Tschechien geleitet. Wie der Bayerische Fußball-Verband am Mittwoch mitteilte, wird das Schiedsrichtergespann aus Böhmen die Teams der gastgebenden SpVgg Weiden und des SV Seligenporten auf das Feld führen.

luk/sid/dpa

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