Kurzpässe Platini lobt Polen, Thon verlässt Schalke

Alles im Soll: Uefa-Präsident Michel Platini zeigte sich bei einem Kontrollbesuch zufrieden mit den polnischen Vorbereitungen auf die EM 2012. Olaf Thon wirft bei Schalke das Handtuch. Deutschland hat beim ersten WM-Ticket-Losverfahren gut abgeschnitten.


Hamburg - "Sehe kein einziges Problem": Uefa-Präsident Michel Platini lobt den Verlauf der Vorbereitungen auf die Europameisterschaft 2012 in Polen. Bei einem Besuch gratulierte der Franzose der Regierung und dem nationalen Verband zu den Fortschritten. Beim Stadionbau sei sein Land "im Zeitplan", versicherte Sportminister Miroslaw Drzewiecki. Platini hatte unter anderem die Baustelle das National-Stadions in Warschau, den Ort des Eröffnungsspiels, inspiziert.

Uefa-Präsident Platini: Polen im Soll
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Uefa-Präsident Platini: Polen im Soll

Im Vergleich mit dem umstrittenen Co-Gastgeber Ukraine sieht Platini Polen vorn. Das Land befinde sich dank internationaler Hilfe in einer besserer Situation. Der Sportsgeist sei in beiden Ländern aber "gleich stark". Am 13. Mai will die Uefa in Bukarest bekanntgeben, welche Austragungsorte zum Zuge kommen.

29.330 Eintrittskarten für Spiele der Fußball-WM 2010 in Südafrika sind in London beim ersten elektronischen Losverfahren deutschen Fans zugeteilt worden. Dies teilte der Weltverband Fifa am Donnerstag mit. Deutschland belegt nach der Zuteilung der ersten 555.871 WM-Tickets Platz vier in der Rangliste der Nationen, die am meisten Karten erhielten. 245.948 Eintrittskarten (44 Prozent) gingen laut Fifa nach Südafrika, 69.208 in die USA und 39.421 nach Großbritannien. Insgesamt waren 1.862.319 Tickets aus 205 Ländern bestellt worden. Bis Ende April 2009 wird allen Bestellern per E-Mail oder SMS mitgeteilt, ob sie sämtliche, einige oder gar keine der bestellten Karten erhalten werden. Die zweite Verkaufsphase läuft vom 4. Mai bis zum 16. November.

In die Riege der Kritiker von Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann hat sich nun auch der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber eingereiht. "Wir haben unter Jürgen Klinsmann sehr viele neue Trainer eingestellt, die die Spieler in den einzelnen Bereichen besser machen sollten. Das Ergebnis rechtfertigt die Aufwendungen nicht", sagte Stoiber. Der Politiker ist Chef des Verwaltungsbeirats beim Rekordmeister. Über die Arbeit von Klinsmann und deren Ergebnisse sagte er außerdem: "Es ist doch sehr ernüchternd und sehr amerikanisch, das hat für mich wenig mit Fußball zu tun." Ob die Bayern auch in die neue Saison mit Klinsmann als Trainer gehen, steht laut Stoiber noch nicht fest. "Nach der Saison ziehen wir Bilanz", sagte der 67-Jährige.

Bundesligist Schalke 04 und Olaf Thon gehen ab dem 31. Juli 2009 getrennte Wege. Wie der Verein am Donnerstag mitteilte, erfolge die Trennung auf Wunsch des 42-Jährigen. Thon sah sich nicht länger in der Lage, den Verein glaubwürdig und überzeugend vertreten zu können, wenn in sportlichen Fragen auf seine Erfahrung und Kompetenz nicht zurückgegriffen wird", hieß es. Schalke-Geschäftsführer Peter Peters sagte der "Bild" zu Thons Entscheidung: " Wir gehen nicht im Streit auseinander. Bei uns fliegen nicht die Fäuste wie bei den Klitschkos." Thon war insgesamt 23 Jahre bei Schalke 04. Als Kapitän führte er die Königsblauen 1997 zum Triumph im Uefa-Cup, 2001 und 2002 wurde er mit Schalke DFB-Pokal-Sieger.

Mittelfeldspieler Michael Fink wird Eintracht Frankfurt nach drei Jahren verlassen. Dies bestätigte Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel am Donnerstag. "Schade. Das ist aber normal, wir stoßen an unsere finanziellen Grenzen. Es geht nicht anders, wir können das nicht verhindern und bewältigen", so Funkel. Finks Vertrag läuft zum Saisonende aus, er kann ablösefrei wechseln.

Auch die italienischen Fußballer bekommen die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise zu spüren. Die italienische Spielergewerkschaft AIC erklärte, viele Clubs würden Spielergehälter erst mit einer Verspätung von bis zu drei Monaten zahlen. Die Hälfte der Erstliga-Vereine habe im Januar das letzte Gehalt überwiesen. In Einzelfällen, wie etwa beim Zweitligisten Treviso, sei seit September kein Geld mehr geflossen. Erhebliche Schwierigkeiten hätten auch die Drittligisten, bei denen die Spieler durchschnittlich tausend Euro monatlich kassieren. Auch sie müssten auf die Gehälter mehrere Monate warten. Vielen der 90 Vereine in der dritten Liga droht wegen fehlender Sponsoren die Pleite.

Nationalkeeper Tim Wiese muss nach seinen Verbalattacken gegen Jens Lehmann keine Sanktionen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) fürchten. "Die Aussagen von Wiese waren nicht außerhalb der Grenzen. Es ist nicht so, dass wir den Spielern den Mund verbieten wollen. Sie sollen lediglich respektvoll miteinander umgehen", sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. Wiese hatte Lehmann nach dessen Comeback-Spekulationen scharf kritisiert. Unter anderem hatte der Schlussmann von Werder Bremen geklagt, Lehmanns Verhalten gehe ihm "nur noch auf die Nerven".

Eine mögliche Rückkehr Lehmanns ins DFB-Tor schloss Bierhoff kategorisch aus. "Wünschen kann sich jeder Spieler alles, aber für uns ist das kein Thema. Er ist anständig verabschiedet worden, und wir haben drei sehr gute Torhüter. Es ist dennoch gut für Jens, sich in dem Alter so ein Ziel zu setzen", sagte Bierhoff.

Trainer Stefan Emmerling verlässt den Drittligisten Kickers Emden vorzeitig und übernimmt ab sofort den abstiegsbedrohten Zweitlliga-Club Rot Weiss Ahlen. Der 43-Jährige sollte seine neue Aufgabe eigentlich erst zum 1. Juli antreten. Nach den sportlichen Misserfolgen der vergangenen Spieltage bat der Verein jedoch um die frühzeitige Freigabe Emmerlings. Emdens Clubführung willigte ein und erhält nach eigenen Angaben eine Ablösesumme. Der bisherige Co-Trainer Thomas Richter übernimmt die Kickers-Mannschaft.

jok/sid/dpa



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