Kurzpässe Podolski will in München bleiben, Kaká nach Peking

Lukas Podolskis Reservistendasein bei Bayern München könnte bald ein Ende haben. Allerdings nur, wenn andere Stürmer nicht mehr treffen sollten. Der Brasilianer Kaká will zu den Olympischen Spielen. Die Partie Neuseeland gegen Fidschi wurde abgesagt, weil ein Torwart kein Visum erhält.


Hamburg - Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld macht Nationalspieler Lukas Podolski Hoffnungen auf ein baldiges Ende seiner Reservistenrolle beim deutschen Rekordmeister. "Im Moment sind Miroslav Klose und Luca Toni gesetzt. Aber wer weiß, was in vier Wochen ist? Vielleicht gerät ja einer in ein Formtief", sagte Hitzfeld der Münchner "tz" heute. Ein Verkauf des Stürmers ist weder für Hitzfeld, noch für den Berater des Torjägers ein Thema. Es gebe zwar zahlreiche Anfragen für seinen Klienten, sagte Kon Schramm, er habe aber alle Offerten abgelehnt. Podolski habe ihm "klar gesagt, dass er sich bei Bayern durchsetzen will".

Stürmer Podolski: Trainer macht Mut
DPA

Stürmer Podolski: Trainer macht Mut

Zurück in die Stammelf der Münchner will auch Oliver Kahn nach seiner Ellbogen-Operation, doch der Torhüter muss sich wohl noch gedulden. "Ich setze mich nicht unter Druck", sagte Kahn auf der Internetseite des Clubs über sein mögliches Comeback. Erst wenn er topfit sei, werde er zurückkehren. "In drei bis vier Wochen", soll das der Fall sein. Klose wird wohl früher ins Training einsteigen. "Nächste Woche Dienstag vielleicht", sagte er über den Zeitpunkt seiner möglichen Rückkehr nach der Verletzung am rechten Wadenbeinköpfchen. Dann soll auch Valérien Ismaël nach sechs Wochen Pause wieder mit dem Team üben.

Der Brasilianer Kaká will bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking für sein Land auflaufen. "Das ist mein Traum. Jeder möchte der Erste sein, der für Brasilien Gold holt", sagte der 25-jährige Spielmacher von Champions-League-Sieger AC Mailand, der in der Vorwoche von Profi-Kollegen auf der ganzen Welt zum "Spieler des Jahres" gewählt worden war. Rekord-Weltmeister Brasilien hat bislang noch nie das olympische Fußball-Turnier gewonnen. Bei Olympia spielen U23-Teams, in denen bis zu drei ältere Spieler stehen dürfen.

Die italienische Regierung setzt ihren harten Kurs gegen die Gewalt in den Fußball-Stadien fort. Um Ausschreitungen vor dem für morgen Abend angesetzten Spiel der Serie A zwischen AS Rom und dem SSC Neapel zu vermeiden, hat das Innenministerium Neapel-Fans verboten, der Begegnung im römischen Olympiastadion beizuwohnen. Zudem wurde die ursprünglich um 20.30 Uhr geplante Partie um zweieinhalb Stunden vorverlegt. Die Karten für das Spiel sollen ausschließlich im Großraum der Hauptstadt Rom verkauft werden.

Die Fifa hat das für morgen angesetzte Auftaktspiel in der Ozeanien-Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika zwischen Neuseeland und den Fidschis abgesagt. Hintergrund der Entscheidung ist die Weigerung der neuseeländischen Regierung, Gästetorwart Simione Tamanisau ein Einreisevisum auszustellen. Tamanisaus Schwiegervater gehört auf den Fidschis dem Militärregime an, das im Dezember 2006 auf dem Inselstaat Premierminister Laisenia Qarase abgesetzt hat. Seitdem verweigert Neuseeland Fidschis Millitärs und deren Familienangehörigen die Einreise.

"Die Fifa möchte hervorheben, dass sie die Austragung des Spiels in Neuseeland nicht erlauben wird, solange der betreffende Spieler nicht teilnehmen darf. Fußball ist ein globales Spiel, und dieses Spiel unter politische Einflussnahme zu stellen würde einen schlechten Präzedenzfall schaffen", sagte Tai Nicholas, Generalsekretär des ozeanischen Verbandes (OFC). Neuseelands Außenminister Winston Peters kritisierte die Absage und erklärte: "Niemand hat ein automatisches Recht auf ein Visum. Der Zugang zu anderen Ländern ist ein Privileg. Jedes Land hat das Recht, im Rahmen seiner Einwanderungspolitik Personen abzuweisen." Fidschis Verbandspräsident Sahu Khan begrüßte die Fifa-Entscheidung dagegen. Er bezeichnete Neuseelands Weigerung, das Visum auszustellen, als "sehr kindisch".

mti/sid



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.