Kurzpässe Preis für Owomoyela, DFB prüft Einspruch

Ein Bremer Nationalspieler ist ausgezeichnet worden, weil er sich gegen Rassismus einsetzt. Der DFB will wohl gegen die Sperre eines anderen Werder-Profis vorgehen. Die Fifa lehnt alle Schiedsrichter aus Kenia ab.


Hamburg - Der Weltfußballverband Fifa hat sämtliche internationalen Schiedsrichter des kenianischen Verbandes wegen Korruptionsverdachts abgelehnt. Angeblich mussten sich kenianische Unparteiische, die für internationale Einsätze nominiert werden wollten, einen Listenplatz erkaufen. Die Fifa hat nach Angaben des Vize-Generalsekretärs Michael Schallhart umgehend eine Untersuchung des Falles eingeleitet. Nach Angaben des ehemaligen Fifa-Referees Ottieno, der Generalsekretär der kenianischen Schiedsrichtervereinigung ist, wurden Unparteiische angehalten, umgerechnet rund 700 Euro zu zahlen, um auf der Liste zu erscheinen. Angesichts des herrschenden Chaos im Spielbetrieb des Landes hatte die kenianische Regierung bereits vor knapp zwei Wochen den nationalen Verband KFF aufgelöst. Zuvor hatte die Fifa beschlossen, Kenia bis auf weiteres von allen internationalen Wettbewerben auszuschließen.

Profi Owomoyela: Geehrt
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Profi Owomoyela: Geehrt

Nationalspieler Patrick Owomoyela von Werder Bremen ist für sein Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit mit dem Udo- Lindenberg-Preis geehrt worden. Bei der 9. "Nacht der Jugend" im Bremer Rathaus wurde dem zurzeit verletzten Mittelfeldspieler der Preis von Bürgermeister Jens Böhrnsen überreicht. Auch der Bremer Basketballspieler Omar Ba wurde ausgezeichnet. Fast 3000 Jugendliche hatten Owomoyela und Ba als Preisträger vorgeschlagen. Die Wahl wurde mit dem offensiven, mutigen und öffentlichen Vorgehen der beiden Sportler gegen rassistische Angriffe begründet.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erwägt einen Einspruch gegen die Sperre für U21-Nationalspieler Aaron Hunt vom Bundesligisten Werder Bremen. "Wir werden prüfen, ob wir Einspruch einlegen werden", bestätigte DFB-Pressechef Harald Stenger heute. Aus der Urteilsbegründung der Disziplinar-Kommission der Uefa geht hervor, dass der Stürmer wegen "krass sportwidrigen Verhaltens" für die ersten beiden Qualifikations-Spiele zur EM 2009 gesperrt werden soll. Hunt soll während des Playoff-Rückspiels der deutschen U21-Mannschaft in der EM-Ausscheidung im Oktober gegen England zwei Briten rassistisch beleidigt haben. Hunt hatte bei seiner Anhörung auf Provokationen und Beleidigungen seiner Kontrahenten vor der strittigen Situation verwiesen.

all/sid/dpa

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