Kurzpässe Pröll lange verletzt, McClaren entnervt

Frankfurts Torwart ist enttäuscht von den Ärzten. In Südafrika denkt man in Zuge der WM über Gesetzesänderungen nach, in Bremen an die Zukunft. Englands Nationaltrainer ist weiter auf Kriegsfuß mit der Presse.


Hamburg - Englands Teammanager Steve McClaren hat nach dem mühevollen 3:0-Sieg in der EM-Qualifikation gegen Andorra die nachfolgende Pressekonferenz nach nur zwei Minuten abgebrochen. Zuvor lobte er seine Mannschaft, dass sie sich unter äußerst schwierigen Bedingungen gut präsentiert habe. Anschließend verließ er den Saal mit den Worten: "Schreiben Sie, was Sie wollen!"

Teammanager McLaren: "Schreiben Sie, was Sie wollen"
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Teammanager McLaren: "Schreiben Sie, was Sie wollen"

Die 15.000 nach Barcelona mitgereisten Fans trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Was eine Ansammlung von Müll" oder "Ihr seid es nicht wert, das England-Shirt zu tragen", nachdem die Briten am vergangenen Samstag gegen Israel nur 0:0 gespielt hatten. Bis zum Ende der Partie forderten sie lautstark: "McClaren muss gehen." Owen Hargreaves nahm den Trainer in Schutz: "Der Trainer macht einen guten Job", sagte der Spieler von Bayern München.

Der Polizei-Präsident von Südafrika, Jackie Selebi, hat für die Dauer der WM 2010 Gesetzes-Lockerungen in den Bereichen Prostitution und Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit in Aussicht gestellt. "Wenn ein Tourist auf der Straße ein Bier trinkt, soll ich ihn dann verhaften? Und was sollen wir mit all den Leuten auf den Fanmeilen machen, die sich auf den Marktplätzen versammeln, die Spiele schauen und Alkohol trinken?", so Selebi. In Südafrika gibt es strenge Gesetze gegen den Alkohol- und Drogenmissbrauch. Außerdem will sich Selebi in Sachen Prostitution am deutschen Beispiel bei der vergangenen WM orientieren, bei der sehr offensiv mit dem Thema umgegangen worden ist.

Das Rätselraten um die Verletzung von Torwart Markus Pröll vom Bundesligisten Eintracht Frankfurt ist beendet. Er ließ laut Angaben des "Kicker" auf eigenes Betreiben eine Szintigrafie durchführen, bei der ein Bruch an der zehnten Rippe diagnostiziert wurde. "Jetzt habe ich Gewissheit und brauche vier bis sechs Wochen Pause. Ob ich diese Saison noch einmal eingreifen kann, weiß ich nicht. Normalerweise könnte ich längst wieder spielen", so Pröll nach dem Bekanntwerden des Ergebnisses.

Zuvor war er schon von Spezialisten in Köln und München untersucht worden. Die medizinische Abteilung hatte zuvor einem Mitwirken mehrfach zugestimmt, Pröll musste aber die ersten Trainingsversuche mit stechenden Schmerzen abbrechen. "Ich bin riesig enttäuscht, wie es verlaufen ist", sagte Pröll. "Wenn ich gewusst hätte, dass die Rippe gebrochen ist, hätte ich nie und nimmer mit dem Training angefangen."

Bei Werder Bremen plant man die Zukunft mit Talent Kevin Schindler. Wie der Verein bekannt gab, soll der 18 Jahre alte Angreifer einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011 unterschrieben haben. Schindler debütierte im Uefa-Cup-Achtelfinalrückspiel gegen Celta Vigo in der Profimannschaft. In der Regionalliga-Mannschaft von Werder spielt der 1,91 Meter große Schindler regelmäßig.

jr/sid/dpa



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