Kurzpässe Profivereine erhalten Lizenzen, mazedonischer Club gesperrt

Der Finanzkrise zum Trotz: Alle deutschen Profivereine haben die Lizenz für die kommende Saison erhalten. Ein mazedonischer Club darf wegen Manipulationen acht Jahre nicht an europäischen Wettbewerben teilnehmen. Zweitligist Wehen Wiesbaden verklagt seinen Trikotsponsor.


Hamburg - Die 36 Profivereine der 1. und 2. Bundesliga haben die Lizenz für die Saison 2009/10 erhalten. Dies teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Freitagabend mit. Auch die zwölf Bewerber aus der 3. Liga erhielten für den Fall des Aufstiegs grünes Licht. Bis Anfang Juni müssen einzelne Clubs, die namentlich nicht genannt wurden, jedoch Bedingungen erfüllen, um die Spielberechtigung für die kommende Saison durch den Lizenzierungsausschuss zu erhalten.

Bundesliga-Fußball: Alle Vereine bekommen Lizenz
DPA

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"Insgesamt können wir vermelden, dass sich die Clubs auf das schwieriger gewordene Umfeld gut eingestellt haben. Dies zeigt sich daran, dass deutlich weniger Vereine und Kapitalgesellschaften Auflagen für die kommende Spielzeit erhalten haben", sagte der für Finanzen zuständige DFL-Geschäftsführer Christian Müller. Bei den Auflagen handelt es sich um Voraussetzungen meist finanzieller Art, die von den Vereinen bis zur Frist Anfang Juni erfüllt werden müssen.

In dem seit Mitte März laufenden Lizenzierungsverfahren überprüft die DFL neben der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auch infrastrukturelle, rechtliche, personell-administrative, medientechnische und sportliche Kriterien, die in der Lizenzierungsordnung definiert sind. Nach dem Ende der Sommer-Transferperiode folgt im Herbst eine weitere Überprüfung.

Der Europäische Fußballverband Uefa hat den mazedonischen Club FK Pobeda wegen Spielmanipulationen seines Präsidenten und eines ehemaligen Spielers für acht Jahre von europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Der Club wurde am Freitag nach einer siebenstündigen Anhörung durch den Kontroll- und Disziplinarausschuss der Uefa schuldig befunden, das Qualifikationsspiel zur Champions League gegen den armenischen Club Pyunik manipuliert zu haben. Probedas Clubpräsident Aleksandar Zabrcanec und der frühere Kapitän Nikolce Zdravevski wurden beide lebenslänglich von allen Aktivitäten im Profifußball ausgeschlossen. In Gesprächen mit dem Weltfußball-Verband Fifa soll nun erreicht werden, dass die Strafen weltweit gelten.

Die Uefa war zur Überzeugung gelangt, dass Zabrcanec und Zdravevski dafür sorgten, dass Pobeda ein Qualifikationsspiel zur Champions League gegen den armenischen Club Pyunik im Juli 2004 verlor. Die Uefa stützte sich auf Berichte von Wettbüros über ungewöhnliche Wetteinsätze und Zeugenberichte. Pobeda verlor das Hinspiel zu Hause 3:1, nachdem es in der ersten Hälfte drei Gegentore hinnehmen musste. Das Rückspiel endete 1:1.

Bundesligist VfL Wolfsburg hat den zum Saisonende auslaufenden Vertrag mit Torhüter André Lenz bis zum 30. Juni 2010 verlängert. Das gab der Tabellenführer bekannt. Lenz ist hinter dem Schweizer Diego Benaglio die Nummer zwei im Wolfsburger Tor und absolvierte seit 2004 acht Bundesliga-Spiele für den VfL.

Ebenfalls bis 2010 bleibt Stürmer Jiri Stajner bei Hannover 96. Dies gab der Club am Freitag bekannt. Stajner war 2002 vom tschechischen Erstligisten Slovan Liberec nach Hannover gekommen und war damals mit einer Ablöse von drei Millionen Euro der teuerste Transfer der 96-Geschichte. "Die sportliche Leitung und ich sind fest davon überzeugt, dass uns Jiri Stajner mit seiner Erfahrung und seinen Fähigkeiten bei der Weiterentwicklung der Mannschaft helfen wird", sagte 96-Präsident Martin Kind.

Ohne Torwart Oka Nikolov muss Eintracht Frankfurt das Heimspiel am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach bestreiten. Der 34-Jährige zog sich am Freitag im Training einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zu und fällt damit aus. Für ihn rückt Markus Pröll zwischen die Pfosten, als Ersatztorwart wird Jan Zimmermann auf der Bank Platz nehmen.

Zweitligist SV Wehen Wiesbaden verklagt seinen Trikotsponsor Victor's wegen Vertragsbruchs. Das Saarbrücker Unternehmen zahlt nach Angaben des Zweitliga-Schlusslichts trotz eines bis Ende Juni 2010 laufenden Vertrages seit längerem keine Raten mehr. "Der Sponsor ist seit ein paar Monaten Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachgekommen", sagte Wehens Geschäftsführer Markus Irmscher. Die Wehener bestätigten am Freitagabend zudem, dass beim Landgericht Saabrücken bereits Klage gegen den Sponsor eingereicht wurde Die Wehener stellten aber gleichzeitig klar, dass die seit einigen Monaten ausbleibenden Zahlungen des Sponsors keine finanziellen Probleme zur Folge hätten: 'Die Zahlungsfähigkeit des Vereins ist davon völlig unberührt und ist vollständig gegeben."

Der SV Sandhausen hat am 32. Spieltag der 3. Liga gegen den VfB Stuttgart II seinen zwölften Saisonsieg verpasst. Trotz zahlreicher guter Chancen reichte es für die Hausherren am Freitagabend nur zu einem 1:1 (0:0). Sandhausen ging in der 52. Minute durch Jan Fießer in Front, doch Joachim Schwabe (73.) glich aus. Sandhausen rangiert nach der Punkteteilung in der Tabelle weiter auf Position neun, die Stuttgarter mit einem Punkt weniger einen Platz dahinter.

ulz/sid/dpa



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