Kurzpässe Prügelnde Bayern-Fans, begehrter Streit

Ein Zusammentreffen zwischen Fans der Bundesligisten Bayern München und 1. FC Nürnberg auf einer Autobahnraststätte endete in einer Massen-Schlägerei. Eine Frau wurde dabei schwer verletzt. Eintracht Frankfurt liegen zwei Angebote für einen Profi vor.

Hamburg - Die Polizei nahm bei einer Prügelei zwischen Fans des FC Bayern und des 1. FC Nürnberg auf der Autobahnraststätte Würzburg-Nord am Samstagmorgen rund 80 Anhänger der Münchner fest. Nach Angaben der Polizei hatten zwei Busse mit Bayern-Fans auf ihrem Weg zum Punktspiel in Mönchengladbach die Rastanlage angesteuert und waren dort auf einen Bus mit Nürnberger Anhängern (unterwegs zur Partie bei Schalke 04) getroffen. Laut den Beamten verließen die Bayern-Fans ihre Busse und gingenauf die Nürnberger los. Nach ersten Erkenntnissen wurde die Frau eines Busfahrers von einer Flasche am Kopf getroffen. Sie wurde schwer verletzt, Lebensgefahr besteht allerdings nicht. Die Frau wurde in eine Würzburger Klinik eingeliefert. Weitere Personen wurden leicht verletzt.

Nachdem anfänglich nicht bekannt war, wie viele Personen zu Schaden gekommen waren, eilten die Rettungsdienste mit einem Großaufgebot an den Tatort. Nach Angaben der Polizei verließen die Busse der Bayern-Fans direkt nach der Attacke die Rastanlage. Durch eine überregionale Fahndung konnten die Busse bereits eine knappe halbe Stunde später im Bereich Marktheidenfeld auf der Bundesstraße 8 gestellt werden. Anschließend wurden sämtliche Insassen vorläufig festgenommen und in einem Konvoi zu einer Polizeidienststelle geleitet. Dort werden derzeit die Ermittlungen von einem Großaufgebot der Polizei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Würzburg durchgeführt. Die Behörden ermitteln wegen des Verdachts eines besonders schweren Falles des Landfriedensbruchs.

13 Monate vor der Eröffnung der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) 39 als Hooligans bekannte Personen von der Ticketvergabe ausgeschlossen. Nach der Auslosung von 300.000 Eintrittskarten in der ersten Verkaufsphase wurden die Besteller identifiziert, die in ihrem Land mit einem Stadionverbot belegt sind. Darüber berichtete die Schweizer "Sonntagszeitung". Der Ausschluss wurde möglich, weil die Ticketabteilung der Euro 2008 die Personaldaten aller Bestellungen mit einer so genannten "schwarzen Liste" verglich. Diese enthält die Namen jener Personen, die von den Landesverbänden mit einem Stadionverbot belegt worden sind. 20 der identifizierten Hooligans kommen aus der Schweiz, 16 aus Deutschland und drei aus den Niederlanden. Die Liste könne indes nicht verhindern, dass Tickets über Umwege in die Hände von Hooligans gerieten, betonte Martin Jäggi, Sicherheitschef der Euro-Organisation der Schweizer Behörden.

Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen hat heute bestätigt, dass für Albert Streit zwei Angebote aus der Bundesliga vorliegen. "Es gibt offizielle Anfragen von zwei Vereinen. Wir müssen erst einmal sehen, dass wir die Klasse halten. Wenn wir das erreicht haben, denken wir gut darüber nach, ob wir Streit, der noch Vertrag bis 2009 hat, behalten oder ob wir den Gesetzen des Marktes folgen" sagte Bruchhagen in der Sendung "Doppelpass" des "DSF". Bei den interessierten Vereinen handelt es sich um den Hamburger SV und Schalke 04. Streit hatte gestern nach dem 4:0-Erfolg gegen Alemannia Aachen erneut seine Wechselabsichten bekräftigt. "Mein Weg wird woanders hingehen", sagte der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler.

Mit der 0:1-Niederlage gegen den SC Paderborn hat der SC Freiburg seine Aufstiegschancen fast schon verspielt, doch die Fans des zum Saisonende gekündigten Trainers Volker Finke sehen sich vor einem Etappensieg. Nach Angaben der Initiative "Wir sind Finke" (WsF) fehlen beim Zweitligisten nur noch etwa 30 Stimmen, um die angestrebte außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen zu können. "Alle Beteiligten haben sich darauf verständigt, ein paar Tage lang nichts zu kommentieren", sagte heute der 2. SC-Vorsitzende Heinrich Breit, der mit seinen Vorstandskollegen eine Lösung sucht.

pav/dpa/sid

Mehr lesen über