Kurzpässe Rafinha fühlt sich von Schalke bedroht, Stuttgart holt Boulahrouz

Star und Streit im Schwabenland: Der VfB Stuttgart hat Abwehrspieler Khalid Boulahrouz verpflichtet. Die zweite Mannschaft des VfB darf ebenso wie die Stuttgarter Kickers vorerst nicht in Degerloch spielen. Rafinha hat den FC Schalke in der "Olympia-Affäre" schwer angegriffen.


Hamburg - Vor seiner unerlaubten Abreise zur brasilianischen Nationalmannschaft hat Rafinha Schalke 04 attackiert. "Sie drohen mir, machen Druck, sagen, dass sie mich verkaufen werden", sagte Rafinha, der mit der Selecao zu den Olympischen Spielen fahren will, der Zeitung "O Globo". Eventuellen Sanktionen sieht der Abwehrspieler gelassen entgegen. "Wenn sie den Vertrag auflösen, wird es ihnen leid tun. Große Vereine haben schon ihr Interesse an mir gezeigt. Schalke wollte mich - wie im Fall Liverpool - aber nicht verkaufen. Es wäre traurig, wenn ich gehen müsste, aber dann wäre ich frei für einen neuen Club."

Nationalspieler Boulahrouz: Von Chelsea nach Stuttgart
Getty Images

Nationalspieler Boulahrouz: Von Chelsea nach Stuttgart

Er habe "im Guten gehen" wollen, doch "der Präsident hat mich nicht freigegeben und gesagt, dass der Club nicht verpflichtet sei". Der Profi ist da völlig anderer Meinung. "Er ist sehr wohl verpflichtet. Ich habe mich beim CBF (brasilianischer Fußball-Verband, d. Red.) genauestens informiert. Für die Deutschen ist das olympische Turnier nicht wichtig, aber für mich schon. Ich habe die Chance, in die Geschichte einzugehen." Rafinha hatte Schalke mitgeteilt, dass er nicht zum Trainingslager anreisen werde.

Die Olympia-Freigabe für Fußball-Profis sorgt auch in Spanien weiterhin für Diskussionen. Der Argentinier Lionel Messi vom FC Barcelona reiste mit dem Club am Montag ins Trainingslager und wartet dort, ob ihm der Flug nach Peking genehmigt wird. Barcelona hat bereits den Weltverband Fifa angeschrieben und um eine eindeutige Stellungnahme gebeten. "Wir hoffen, dass die Fifa eine Mitteilung veröffentlicht, die uns Recht gibt", sagte Trainer Josep Guardiola.

Auch Real Madrid will einen seiner Stars nicht ziehen lassen. Der brasilianische Stürmer Robinho ist am Schambein verletzt, Real bittet den Verband um einen Verzicht. "Wir haben dem CBF ein Fax geschickt, die Verletzung genau erklärt und hoffen nun darauf, dass er nicht mitfährt", teilte Real auf seiner Internetseite mit.

Der Wechsel des niederländischen Nationalspielers Khalid Boulahrouz vom englischen Vizemeister FC Chelsea zum Bundesligisten VfB Stuttgart ist perfekt. Das gab Chelsea auf seiner Internetseite bekannt, ohne Details über Ablösesumme oder Vertragsmodalitäten zu nennen. Boulahrouz spielte bereits von 2004 bis 2006 in der Bundesliga für den Hamburger SV. Vom dort war der 26-Jährige für 13 Millionen Euro zum FC Chelsea gewechselt. In England konnte er sich keinen Stammplatz erobern und wurde in der vergangenen Saison an den FC Sevilla verliehen.

Kurz vor der Premiere der 3. Liga am Wochenende droht den Stuttgarter Kickers und dem VfB Stuttgart II zumindest für die ersten Partien der Umzug ins Gottlieb-Daimler-Stadion. Die Sicherheitsorgane der Stadt haben die Arena im Stadtteil Degerloch, die den beiden Mannschaften eigentlich als Heimspielstätte dient, wegen fehlender Arrestzellen bis auf weiteres für den Spielbetrieb in der neuen Liga gesperrt. Sicherheitskräfte der Polizei und der Stadt wollen am Mittwoch nach einer Besichtigung gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine endgültige Entscheidung treffen.

Für Spiele in der 3. Liga sind aus Sicherheitsgründen Arrestzellen vorgeschrieben. Da diese erst im Zuge des in der vergangenen Woche vom Stuttgarter Gemeinderat verabschiedeten Umbaus im kommenden Jahr eingebaut werden, hat die Stadt bei einem österreichischen Hersteller provisorische Containerzellen bestellt. Diese konnten aber laut "Stuttgarter Zeitung" bislang nicht geliefert werden.

Trainer Bojan Prasnikar von Energie Cottbus hat drei Wochen vor dem Start der neuen Spielzeit eine Job-Garantie bekommen. "Wir wollen uns mit dem Fall des Abstieges nicht befassen. Aber selbst wenn es so kommen sollte, bleibt Bojan Prasnikar unser Trainer", sagte der Cottbuser Präsident Ulrich Lepsch dem sid und bestätigte damit Berichte von " Bild" und der "Berliner Zeitung". Lepsch erklärte, dass Prasnikar von Beginn seiner Tätigkeit im September 2007 gut nach Cottbus gepasst habe. "Wir haben es ja in der Rückrunde gesehen. Wie er mit der Mannschaft und mit den Leuten im Umfeld umgegangen ist, das war schon gut. Er passt zu uns", sagte Lepsch.

mig/sid/dpa



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