Kurzpässe Randale in Aue und Sevilla, Eklat in Hoffenheim

Beim Zweitligaspiel Aue gegen Köln kam es zu Ausschreitungen im Gästeblock. Auch in Spanien gab es Ärger zwischen Polizei und Zuschauern. Ein Regionalligatrainer äußerte seinen Unmut gegenüber einem Ligakonkurrenten.


Hamburg – Beim Zweitligaspiel Erzgebirge Aue gegen 1. FC Köln (0:1) ist es gestern zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Kölner Fans gekommen. Während der ersten Halbzeit war im Gäste-Fanblock eine Rauchbombe gezündet worden. Auslöser der Ausschreitungen war nach Angaben des Kölner "Express" ein polizeibekannter Hooligan, der offenbar schon an den Krawallen in Dresden beteiligt war. Als ihn die Beamten aus dem Block holen wollten, sei die Lage eskaliert. Nach Angaben eines Kölner Fans sei es zudem nach Spielende zu einem äußerst rabiaten Polizeieinsatz gekommen. Die Beamten seien mit Tränengas auf die Kölner Fans losgegangen. Anschließend hätten sie mit Knüppeln auf die Menschenmenge eingeschlagen.

Die Polizeidirektion Südwestsachsen teilte heute mit, dass bei den Auseinandersetzungen sieben Polizisten leicht verletzt und vier Polizeifahrzeuge durch Steinwürfe beschädigt worden seien. Gegen neun der rund 150 randalierenden Kölner Anhänger wurde Anzeige wegen Körperverletzung erstattet.

Fanrandale: Ärger in Aue und Sevilla
DPA

Fanrandale: Ärger in Aue und Sevilla

Auch bei der gestrigen Uefa-Cup Partie zwischen dem FC Sevilla und den Tottenham Hotspur gab es Zusammenstöße zwischen Polizei und Anhängern. Sieben englische Randalierer wurden bei den Vorfällen festgenommen, elf Polizisten leicht verletzt. Spurs-Anhänger sollen Polizisten und Sicherheitskräfte mit Sitzschalen beworfen und mit Feuerwerkskörpern beschossen haben. Faustino Valdes, Regierungsrepräsentant in Sevilla, spielte die Vorfälle herunter: "Einige betrunkene Tottenham-Anhänger haben den privaten Sicherheitsdienst und die Polizisten attackiert. Als der Sicherheitsdienst versuchte die Schuldigen zu überwältigen, kam es zu leichten Zusammenstößen." Valdes betonte, es habe keine Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fangruppen gegeben und abgesehen von den Vorfällen im Stadion sei alles ruhig geblieben. Tottenhams Verantwortliche erklärten das Einschreiten der spanischen Polizei für überzogen. "Wir suchen nach Erklärungen, warum die Polizei in dieser Weise mit unseren Fans umgegangen ist", sagte ein Tottenham-Sprecher.

Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) droht dem Grazer AK mit einer Schadenersatzforderung in Millionhöhe. Sollte der Weltverband Fifa im Zuge der GAK-Affäre den ÖFB mit Sanktionen belegen, will der Landesverband den zu erwartenden Schaden unverzüglich gegenüber dem Bundesliga-Club geltend machen. Der Grazer AK hatte zuvor per Einstweiliger Verfügung die wegen Insolvenz, Verstößen gegen Lizenzauflagen und ungeklärter Gehalts-Forderungen abgezogenen 28 Zähler wieder zugesprochen bekommen. Sechs Punkte davon waren dem GAK auf Fifa-Anordnung wegen ausstehender Gehalts-Forderungen eines Spielers aberkannt worden. Sollte Graz die Punkte behalten, droht dem EM-Gastgeber Ungemach. In einem Fax hatte der Weltverband am Mittwoch dem ÖFB Konsequenzen bis hin zur Suspendierung in Aussicht gestellt.

Trainer Jürgen Press vom FC Ingolstadt hat nach dem 0:0 in der Regionalliga Süd bei der TSG Hoffenheim mit herber Kritik an den Gastgebern für einen Eklat gesorgt. Press lobte am Donnerstagabend nach der Partie zunächst die "vorzügliche Arbeit", die im Verein von SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp geleistet werde. Dann holte der 41-Jährige jedoch zum Rundumschlag aus: "Mit dieser Profi-Truppe würde jeder Verbandsliga-Trainer aufsteigen. So hochkarätig wie die TSG Hoffenheim besetzt ist, müsste der Vorsprung größer sein", sagte Press über die Mannschaft des ehemaligen Bundesliga-Coaches Ralf Rangnick. Mit 50 Punkten belegt Hoffenheim Platz zwei hinter dem SV Wehen (52). Der Tabellendritte VfB Stuttgart II hat 42 Punkte. Die ersten beiden Teams steigen direkt in die 2. Bundesliga auf. Ingolstadt belegt mit 37 Zählern den sechsten Platz.

Press beklagte zudem die "kalte Begrüßung" seiner Mannschaft im Stadionmagazin. "In Hoffenheim herrschen Bedingungen wie in der Champions League. Aber was Anstand und Benehmen angehen, macht ihnen mancher Kreisliga-Verein etwas vor", kritisierte er. Die scharfen Attacken haben eine Vorgeschichte: Beim Hinspiel war Rangnick der Pressekonferenz fern geblieben, obwohl der FC Ingolstadt eigens wegen ihm ein Vip-Zelt aufgestellt hatte. Rangnick konterte die Angriffe seines Kollegen: "Wenn die Ingolstädter sich nicht dafür zuständig fühlen, unseren Zuschauern ein unterhaltsames Spiel zu bieten, muss ich auch nicht deren Sponsoren befriedigen." Der Hoffenheimer Trainer sprach damit auf die sehr defensive Spielweise an, mit der sich der Aufsteiger beim 0:0 einen Punkt ermauerte.

maa/dpa/rtr

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