Kurzpässe Rangnick im Streit mit Waldhof-Anhang, erneut Überfall auf Fans in Leipzig

Ärger über Pfiffe: Hoffenheims Trainer ist nach dem Mannheimer Hallenturnier erbost, die Waldhof-Fans antworten mit einem offenen Brief. In Leipzig wurden erneut Fans brutal überfallen, eine Faninitiative vermutet politische Hintergründe. DFB hofft weiter auf Jugendtrainer Adrion.


Hamburg - Ralf Rangnick, Trainer von 1899 Hoffenheim, hat nach einem Hallenturnier in Mannheim die Fans von Waldhof Mannheim scharf kritisiert. "Es ist ein Unding, dass die Waldhof-Fans pausenlos gegen uns gepfiffen, immer unsere gegnerische Mannschaft angefeuert haben. Es kann auch nicht sein, dass sie singen 'ohne Dietmar wärt ihr gar nicht hier'. An Stelle von Dietmar Hopp würde ich Waldhof keinen Euro mehr geben", erklärte Rangnick.

Hoffenheim-Trainer Rangnick: Ärger über Pfiffe
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Hoffenheim-Trainer Rangnick: Ärger über Pfiffe

Hopp, der Mannheim im Vorjahr mit 500.000 Euro vor der Insolvenz bewahrt und Waldhof zudem ein Jugendförderzentrum für drei Millionen Euro finanziert hatte, reagierte gelassen. "Ich fand das Verhalten gar nicht so schlimm. Das war nicht vergleichbar mit früheren Anfeindungen", sagte Hopp.

Die Aussagen Rangnicks stießen prompt auf Protest in Waldhofs Fanszene. Robert Schmidt, Fanbeauftragter des Vereins, antwortete in einem offenen Brief, den er auch SPIEGEL ONLINE zusandte: "Ich kann Ihre Aussage, wir hätten ausschließlich gegen Ihr Team Stimmung gemacht, so nicht stehen lassen. (..) Darüber hinaus kann ich nicht nachvollziehen, dass ein Mann von Ihrer Erfahrung und Bildung sich zu solch einem Statement hat hinreißen lassen. Wenn Ihnen 3000 Fans solch Kummer bereiten, frage ich mich ernsthaft, wie Sie Derbys gegen Dortmund oder Bayern sowie die Auswärtsspiele der TSG überstanden haben."

Die Leipziger Fan-Initiative "Bunte Kurve" vermutet beim Überfall auf Fans der BSG Chemie Leipzig einen rechtsradikalen Hintergrund. Rund 45 Personen hatten am vergangenen Samstag etwa 50 bis 60 Chemie-Fans angegriffen, die auf dem Weg zu den Hallenkreismeisterschaften in Leipzig waren. Dabei wurden mehrere Fans verletzt. Einer der Verletzten, ein stadtbekannter Antifa-Aktivist und Anführer der Ultra-Gruppierung "Diablos", musste stationär im Krankenhaus behandelt werden. Der Verdacht auf Knochenbrüche im Gesichtsbereich bestätigte sich jedoch nicht. "Die Angreifer trugen Totenkopf-Sturmmasken, beschimpften die Fans während ihres Angriffs immer wieder als 'Juden' und schrien 'Töten', heißt es in einer Presseerklärung der "Bunten Kurve". "Dieses Ausmaß der Gewalt hat nichts mehr mit einer gesunden Rivalität unter Fangruppierungen zu tun", sondern gleicht einem einseitig provozierten Bandenkrieg", heißt es in der Presseerklärung weiter. Der Polizei liegen bislang keine Hinweise auf die Täter vor.

Im Dezember 2007 waren Fans des FC Sachsen Leipzig bei einer Weihnachtsfeier überfallen worden - die "Diablos" haben sich mittlerweile vom Viertligisten abgewandt und unterstützen den in der 12. Liga neu gegründeten BSG Chemie (so hieß Sachsen Leipzig bis 1990). Nach Informationen der "Leipziger Volkszeitung" ist nur einer der damaligen Angreifer ermittelt worden. Der 25-jährige Anhänger des Lokalrivalen Lok Leipzig wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Verpflichtung des Stuttgarter Nachwuchstrainers Rainer Adrion als Coach für seine U 21-Junioren trotz der Absage des VfB Stuttgart noch nicht aufgegeben. "Wir sind noch in Gesprächen mit Stuttgart und wir hoffen, dass noch ein kleiner Spalt auf ist, wo der VfB sich vielleicht noch etwas überlegen könnte", sagte Nationalmannschafts-Teammanager Oliver Bierhoff. Eine Verquickung dieser Personalie mit der Auseinandersetzung über die Trainerzukunft von VfB-Teamchef Markus Babbel beim schwäbischen Bundesligisten lehnte Bierhoff ab: "Das muss man trennen."

Schalke 04 hat nach wie vor keinen Kontakt zu seinem Spieler Zé Roberto. "Wir haben versucht, über seinen Berater Roger Wittmann Kontakt zu ihm aufzunehmen. Das hat bislang allerdings nicht geklappt", wird Schalke-Manager Andreas Müller auf der Internet-Seite des Vereins zitiert. Der Club habe dem Brasilianer bereits vor Tagen die schriftliche Aufforderung geschickt, zum Trainingsauftakt am vergangenen Sonntag zu erscheinen. "Er hat hier einen Arbeitsvertrag und kann nicht einfach ohne Angabe von Gründen wegbleiben", bekräftigte Müller. Mögliche Sanktionen für den 28 Jahre alten Mittelfeldspieler wollte der Manager nicht nennen.

Nationalspieler Jermain Defoe kehrt zu Tottenham Hotspur zurück. Für den 26 Jahre alten Stürmer müssen die Londoner nach Medienangaben umgerechnet knapp 16,5 Millionen Euro Ablöse zahlen. Für knapp die Hälfte dieses Betrages war Defoe vor einem Jahr nach Portsmouth gewechselt; von dort folgt nun seinem im Herbst zu Tottenham gewechselten Coach Harry Redknapp nach London.

Der VfB Stuttgart leiht Stürmer Manuel Fischer bis zum Saisonende an den Zweitligisten TuS Koblenz aus. Der 19 Jahre alte Jungprofi kam beim aktuellen Tabellenzehnten zuletzt kaum zum Einsatz und spielte vorwiegend beim Drittliga-Team der Schwaben.

Ioannis Masmanidis hat nach nur sechs Monaten den 1. FC Nürnberg verlassen und wechselt zum zyprischen Erstligaclub Appollon Limassol. Der 25-jährige Mittelfeldspieler habe beim "Club" einen Auflösungsvertrag unterschrieben, teilte der fränkische Zweitligist mit. In Limassol, wo der ehemalige FCN-Trainer Thomas von Heesen tätig ist, unterzeichnete er einen Vertrag bis 30. Juni 2010. Masmanidis war im Sommer 2008 von Arminia Bielefeld nach Nürnberg gewechselt. Dort absolvierte er elf Pflichtspiele. Er ist nach Marco Engelhardt, der zum Karlsruher SC zurückkehrte, der zweite Abgang des "Club" in der Winterpause.

Der abstiegsbedrohte Zweitligist SV Wehen Wiesbaden hat sich für die Rückrunde mit Marcel Ziemer vom Liga-Konkurrenten 1. FC Kaiserslautern verstärkt. Der 23 Jahre alte Stürmer kommt auf Leihbasis bis zum Saisonende zu den Hessen. Ziemer absolvierte bislang 49 Spiele in der 1. und 2. Bundesliga, in denen er 10 Tore schoss. "Marcel Ziemer ist die Verstärkung im Sturm, die ich mir gewünscht habe. Durch ihn sind wir um eine Variante reicher, er wird den Konkurrenzkampf neu entfachen und schon allein dadurch das Leistungsniveau anheben", sagte Wehens Trainer Wolfgang Frank.

ruf/sid/dpa

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