Kurzpässe Rangnick trotz Traumstart sauer, Dede schwer verletzt

Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick ist verärgert über die Neiddebatte um seinen Club. Dortmunds Außenverteidiger Dede wird am Montag operiert und fällt lange aus. Mladen Petric hat den Medizincheck in Hamburg bestanden.


Hamburg - Der Verdacht auf einen Kreuzbandriss beim Brasilianer Dede von Borussia Dortmund hat sich nach Untersuchungen bestätigt. Wie der Verein mitteilte, erlitt der Abwehrspieler beim 3:2 (2:1) bei Bayer Leverkusen einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie und wird ein halbes Jahr ausfallen. Dede wird bereits am Montag operiert. Für den 30-Jährigen Dede, der seit 1998 bei der Borussia spielt, ist es die schwerste Verletzung seiner Karriere.

Dortmunds Dede: Sechs Monate Pause
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Dortmunds Dede: Sechs Monate Pause

Roman Weidenfeller dagegen kann auf eine schnelle Rückkehr hoffen. Der Torhüter hatte sich ohne gegnerisches Verschulden mit dem Stollen den Oberschenkel oberhalb des linken Knies aufgerissen. Die Wunde wurde genäht, Weidenfeller wird in zwei Wochen bei Energie Cottbus wohl wieder zur Verfügung stehen. Am Samstag gegen Bayern München (15.30 Uhr Liveticker SPIEGEL ONLINE) wird Marc Ziegler im Tor stehen.

Nach Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat jetzt auch der HSV den Stürmertausch beider Clubs bestätigt. Mladen Petric wird am Donnerstag in Hamburg vorgestellt. "Wir freuen uns, dass der Wechsel geklappt hat. Er hat sowohl in der Bundesliga als auch in der Nationalmannschaft seine Klasse unter Beweis gestellt", sagte der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann. Im Gegenzug wechselt Mohamed Zidan zum BVB. Ob und in welcher Höhe der HSV eine zusätzliche Transfersumme zahlt, war zunächst nicht bekannt. Kolportiert wurden fünf Millionen Euro.

Im Anschluss an das gelungene Bundesliga-Debüt und den Sturm an die Tabellenspitze machte sich bei 1899 Hoffenheim viel Stolz, aber auch eine Menge Ärger breit. Chefcoach Ralf Rangnick fühlte sich und seinen Club einmal mehr in eine unberechtigte Geld- und Neid-Debatte verwickelt. "Unser Etat ist genauso groß wie der von Cottbus", sagte Rangnick und reagierte damit auf Berichte in Lausitzer Zeitungen, die vor dem ersten Duell der neuen Saison größere wirtschaftliche Vorteile für den Aufsteiger herausgestellt hatten.

"Das ist immer wieder schade", sagte Rangnick. Einige hätten wohl noch nicht so richtig registriert, dass es sich in Hoffenheim um eine "in Deutschland einmalige Sache handelt". Unbestritten hat Mäzen Dietmar Hopp großen Anteil am ungewöhnlichen Weg von 1899. Doch das sei eben nur ein Teil der Wahrheit, unterstrichen die TSG-Verantwortlichen. Seit Jahren arbeite man mit Fachkräften wie Sportdirektor Bernhard Peters und Sportpsychologe Hans-Dieter Hermann an der Umsetzung einer Philosophie vom modernen Fußball. "Wir wollen die Bundesliga bereichern", sagte Rangnick.

Dem ehemaligen Nationaltorwart Oliver Kahn wird eine große Ehre zuteil: Der 39-Jährige wird Ehrenspielführer beim FC Bayern München. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wird Kahn dazu vor dessen Abschiedsspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft am 2. September ernennen. Der dreimalige Welttorhüter war 14 Jahre Profi beim FC Bayern, holte neben acht deutschen Meistertiteln, sechs Pokalsiege und 2001 die Champions League und den Weltpokal. In dieser Zeit absolvierte er 429 Bundesliga- und 130 Europacupspiele für Bayern München.

Knapp vier Monate nach seinem Rücktritt vom Amt des südafrikanischen Nationaltrainers kehrt der Brasilianer Carlos Parreira als Berater ans Kap zurück. "Wir haben uns im Prinzip bereits darauf geeinigt", sagte er der südafrikanischen Zeitung "Sunday Times". Nun sei der Verband gefordert, den nächsten Schritt zu tun. Er werde aber bis zum Jahresende keine Verpflichtung annehmen und stehe erst ab 2009 zur Verfügung. Der Trainer war 15 Monaten nach seiner Verpflichtung im April von seinem Amt zurückgetreten, um sich um seine krebskranke Frau zu kümmern. "Gott sei Dank ist sie jetzt okay, sie lebt ein normales Leben", erklärte Parreira dem Blatt.

mig/sid/dpa

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