Kurzpässe Rassismus-Vorwurf in Hoffenheim, Werder ohne fünf

Bei Werder Bremen läuft's derzeit nicht: Neben der sportlichen Misere beklagt Trainer Thomas Schaaf nun auch personelle Engpässe. Die deutschen Frauen spielen beim Algarve-Cup um den dritten Platz. Hoffenheim-Profi Chinedu Obasi soll vor seiner Roten Karte rassistisch beschimpft worden sein.


Hamburg - Der DFB hat "Rotsünder" Chinedu Obasi von Zweitligist 1899 Hoffenheim wegen der angeblich rassistisch motivierten Provokation durch Gegenspieler Erwin Koen vom SC Paderborn zu einer Stellungnahme aufgefordert. Nach deren Eingang entscheidet der DFB-Kontrollausschuss, ob ein Verfahren gegen Koen eingeleitet wird. Obasi hatte beim 1:0-Erfolg der Hoffenheimer gegen den SC Paderborn gestern in der 54. Minute von Schiedsrichter Deniz Aytekin wegen einer Tätlichkeit an Koen die Rote Karte gesehen und ist heute vom DFB-Sportgericht für drei Spiele gesperrt worden. Zuvor soll Koen den Nigerianer mit den Worten " Fucking black man" beschimpft haben. "Ich bin hinsichtlich meiner Hautfarbe beleidigt worden", erklärte Obasi. Der Niederländer Koen bestätigte zwar, dass er Obasi vor dessen Tätlichkeit provoziert habe. Er habe dies aber nicht mit rassistisch motivierten Worten getan.

Hoffenheimer Obasi (o., gegen Paderborner Koen): "Hinsichtlich meiner Hautfarbe beleidigt"
DPA

Hoffenheimer Obasi (o., gegen Paderborner Koen): "Hinsichtlich meiner Hautfarbe beleidigt"

Engpass bei Werder Bremen: Ohne Frank Baumann, Clemens Fritz, Petri Pasanen, Ivan Klasnic und Boubacar Sanogo hat das Team heute das Nachmittagstraining absolviert. Drei Tage vor dem Uefa-Cup-Rückspiel gegen die Glasgow Rangers konnte Trainer Thomas Schaaf aber noch nicht absehen, wie sich dieses Manko auswirken wird. " Es ist noch unklar, ob jemand auszufallen droht. Wir werden die kommenden Tage abwarten, was passiert, und dann entscheiden", sagte der Bremer Coach.

Wegen einer einstigen Anklage im Manipulationsskandal will der bulgarische Meister Lewski Sofia das Pokal-Viertelfinale gegen Litex Lowetsch boykottieren, falls der Italiener Paolo Dondarini es leitet. "Wir haben uns mit Litex darauf geeinigt, einen ausländischen Schiedsrichter einzuladen", sagte Lewski-Besitzer Todor Batkow: "Aber es ist nicht akzeptabel, dass ein Schiedsrichter das Spiel leitet, der in einen solchen Skandal verwickelt war." Dondarini war 2006 im italienischen Manipulationsskandal, der unter anderem zum Zwangsabstieg von Rekordmeister Juventus Turin geführt hatte, angeklagt, war aber später von allen Vorwürfen freigesprochen worden. Trotzdem stellte Lewski in einem Schreiben an die bulgarische Liga klar, das Spiel zu boykottieren, falls es bei der Ansetzung des Italieners bleiben wird.

Die deutsche Nationalmannschaft der Frauen hat beim Algarve-Cup in Portugal das Spiel um den dritten Platz erreicht. In der Neuauflage des WM-Finals von 2003 besiegte der zweimalige Weltmeister die Mannschaft aus Schweden in Santo Antonio 2:0 (1:0) und trifft im "kleinen Finale" am Mittwoch auf Norwegen. Vor rund 300 Zuschauern erzielten Sandra Smisek (25.) und Birgit Prinz (86./Foulelfmeter) im letzten Gruppenspiel die Treffer für die DFB-Auswahl. Im Endspiel treffen die USA und Dänemark aufeinander.

pav/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.