Kurzpässe Rooney will weg, Bayern-Lazarett lichtet sich

Unruhe bei Manchester United: Wayne Rooney erwägt nach Medienberichten den Abschied von seinem Club. Bayern München kann wieder auf Daniel van Buyten und Ivica Olic zurückgreifen. Köln-Manager Michael Meier kritisiert die Außendarstellung und Trainer Zvonimir Soldo.

Manchester-Stürmer Rooney: Bald bei einem anderen Club?
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Manchester-Stürmer Rooney: Bald bei einem anderen Club?


Hamburg - Stürmerstar Wayne Rooney will Medienberichten zufolge Manchester United vorzeitig verlassen. Rooney habe den Verein bereits über seine Pläne informiert und schaue sich nach einem neuen Arbeitgeber um, berichteten mehrere britische Zeitungen am Montag übereinstimmend. Vom englischen Nationalstürmer selber gab es zunächst keine Stellungnahme. Am Samstag hatte Ferguson Rooney beim 2:2 gegen West Bromwich Albion in der Premier League 70 Minuten lang auf der Bank schmoren lassen und erst eingewechselt, als die Gäste die 2:0-Führung von United schon ausgeglichen hatten. Grund soll ein Zerwürfnis mit Erfolgstrainer Sir Alex Ferguson sein. Die Stimmung zwischen den beiden ist demnach auf dem Tiefpunkt angekommen, seitdem bekanntwurde, dass der 24-Jährige seine Ehefrau mit zwei Prostituierten betrogen hat.

Das Lazarett des FC Bayern München lichtet sich. Am Dienstag in der Champions League gegen den rumänischen Vertreter CFR Cluj (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) kann der deutsche Meister sehr wahrscheinlich wieder auf Verteidiger Daniel van Buyten (Rückenprobleme) und Angreifer Ivica Olic (Nasenbeinbruch) zurückgreifen. Kapitän Mark van Bommel (Faszienriss im Knie) und Miroslav Klose (Muskelfaserriss) fehlen dagegen ebenso noch wie Diego Contento (Leistenverletzung), Franck Ribéry (Sprunggelenksverletzung) und Arjen Robben (Muskelriss). Bei Linksverteidiger Contento rechnen die Münchner mit einer Rückkehr im Bundesliga-Spiel am Freitag gegen den Hamburger SV. Eine Woche später gegen Freiburg sollen dann Miroslav Klose und auch Franck Ribéry wieder dabei sein, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger.

Im Streit um die verletzten Spieler Robben und van Bommel suchen die Konfliktparteien Bayern München und der niederländische Fußballverband KNVB nun nach einer Lösung. KNVB-Präsident Michael van Praag und Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wollen sich beim DFB-Bundestag in Essen am kommenden Wochenende treffen, um über den Fall zu reden. Das meldet die niederländische Tageszeitung "De Telegraaf". Rummenigge hatte zuvor schon van Praag als jemanden ins Gespräch gebracht, der "noch die harten Fronten aufweichen kann".

Manager Michael Meier hat scharfe Kritik an seinem eigenen Verein 1. FC Köln geübt. "Unsere Außendarstellung ist zum Weglaufen", sagte Meier dem "Express". Der nicht erst seit dem 1:2 gegen Borussia Dortmund am Freitag umstrittene Trainer Zvonimir Soldo sei "halt kein Medienfuchs. Dass das nach außen nicht immer optimal wirkt, sehe ich auch." Das Verhältnis des Kroaten zur Mannschaft sei jedoch intakt. Meier kündigte an, in Kürze ein ernstes Gespräch mit Lukas Podolski zu führen. Der Nationalspieler hatte die FC-Verantwortlichen zuletzt öffentlich scharf kritisiert. "Wir werden mit ihm über seine Aussagen sprechen. Er muss mir da einiges erklären. Aber wir müssen das intern machen", sagte Meier.

Jefferson Farfan droht der Ausschluss aus der peruanischen Nationalmannschaft. Der Schalker Stürmer und seine Nationalmannschaftskollegen John Galliquio und Reimond Manco sollen nach der 0:1-Niederlage der Peruaner gegen Panama am 13. Oktober das Teamhotel ohne Erlaubnis verlassen und ein Spielkasino besucht haben. Nationaltrainer Sergio Markarian hat einen Bericht über den Vorfall angefertigt.

Drittligist Hansa Rostock droht wegen des wiederholten Zündens von Pyrotechnik seitens seiner Fans ein Geisterspiel. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verurteilte den Verein zu 10.000 Euro Geldstrafe, weil bei den Spielen in Erfurt, Babelsberg, Jena sowie gegen Braunschweig bengalische Feuer gezündet wurden.

Borussia Dortmund wurde vom DFB zu einer Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro verurteilt. Beim Revierderby gegen Schalke 04 in Gelsenkirchen wurden im Februar im Dortmunder Gästeblock Knallkörper und ein Bengalisches Feuer gezündet. Beim Gastspiel der Borussia beim FC St. Pauli am 25. September war im Dortmunder Fanblock eine Rauchbombe hochgegangen.

Sebastian Schachten von Borussia Mönchengladbach ist vom DFB-Sportgericht wegen unsportlichen Verhaltens mit einer Sperre von einem Meisterschaftsspiel belegt worden. Schachten hatte bei der 2:3-Niederlage in Hoffenheim nach einer Notbremse in der 81. Minute die Rote Karte gesehen. Der Spieler und der Verein haben dem Urteil zugestimmt.

Alessandro Del Piero hat den Torrekord von Giampiero Boniperti beim italienischen Rekordmeister Juventus Turin eingestellt. Der Weltmeister von 2006 schoss beim 4:0-Sieg gegen Lecce am Sonntag sein 178. Tor für die Turiner. Noch ein Weiteres und der 35-Jährige ist Juves alleiniger Rekordtorschütze. Insgesamt traf der Del Piero in seiner Profi-Karriere 307 Mal. "Es macht mich sehr stolz, den Rekord einer Legende egalisiert zu haben", sagte Del Piero. Sein 178. Tor feierte er wie üblich: Er stürmte mit herausgestreckter Zunge jubelnd über den Platz.

Der italienische Fußball-Verband FIGC will die Strafen für rassistische Schmähgesänge verschärfen. Damit reagiert der Verband auf einen Vorfall vom Sonntag. Das Serie-A-Gastspiel des Champions-League-Siegers Inter Mailand bei Cagliari Calcio (1:0) war wegen diffamierender Sprechchöre gegen Inter-Star Samuel Eto'o einige Minuten lang unterbrochen worden. "Der Schiedsrichter hat bestens gehandelt, indem er das Match unterbrochen hat. Er hat somit ein deutliches Signal gegeben", sagte FIGC-Generaldirektor Antonello Valentini. Der Verband prüft nun strengere Maßnahmen zur Isolierung rassistischer Fangruppen. Im vergangenen Jahr hatte das Innenministerium in Rom beschlossen, dass künftig Spiele abgebrochen werden müssen, wenn rassistische Gesänge ertönen. Die Maßnahme wurde ergriffen, nachdem der ehemalige Inter-Profi Mario Balotelli mehrmals beleidigt worden war.

mxr/dpa/sid

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