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12. März 2008, 11:27 Uhr

Kurzpässe

Rost nicht zur EM, Gefängnisstrafe für Dresden-Anhänger

Traum geplatzt: Bundestrainer Joachim Löw hat den Hoffnungen von Hamburgs Torwart Frank Rost auf eine EM-Teilnahme eine Absage erteilt. Auch ein Bremer muss um seinen Startplatz bangen. Ein gewalttätiger Fan von Dynamo Dresden muss ins Gefängnis.

Hamburg - Torwart Frank Rost vom Hamburger SV spielt in den EM-Planungen von Bundestrainer Joachim Löw keine Rolle. "Frank Rost hat in der Bundesliga über viele Jahre hinweg eine gute Leistung geboten, die Respekt verdient. Aber für die Nationalmannschaft ist er kein Thema", sagte Löw der "Sportbild" .

Torwart Rost: EM-Traum geplatzt
Getty Images

Torwart Rost: EM-Traum geplatzt

Sorgen hinsichtlich der Teilnahme an der EM-Endrunde (7. bis 29. Juni) in Österreich und der Schweiz muss sich offenbar der Bremer Tim Borowski machen. Er sei nach Verletzungen nicht mehr der Tim Borowski, den man kenne, sagte der Bundestrainer. Auf die Frage, ob Borowski am 26. März beim Testspiel in der Schweiz dabei sei, sagte Löw: "Grundsätzlich habe ich es vor, ihn dazuzunehmen. Ich habe ihm im Februar aber auch gesagt, dass es derzeit nicht reichen würde. Er müsse sechs, sieben Spiele in Folge machen, um seinen Rhythmus zu finden. Dann ist er wieder ein Thema."

Der finanziell angeschlagene Regionalligist Dynamo Dresden erhält eine Soforthilfe von 150.000 Euro von der Stadt. Das Geld werde zur Sicherung der Liquidität des traditionsreichen Vereins gewährt, sagte der Sprecher der Stadtverwaltung, Kai Schulz. Dynamo Dresden muss bis Juni eine Millionenlücke im laufenden Etat schließen, sonst droht die Insolvenz. Am Nachmittag soll der Grundstein für das neue Rudolf-Harbig-Stadion des Vereins in der Landeshauptstadt gelegt werden.

Das aktuelle Stadion war vor fast fünf Monaten Schauplatz von heftigen Ausschreitungen. Im Oktober 2007 waren weit über 1000 Polizisten in Dresden im Anschluss an das sächsische Fünftliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden II und dem 1. FC Lok Leipzig von vornehmlich Dresdner Randalierern in eine Straßenschlacht verwickelt worden. Nun ist ein erster Gewalttäter zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Ein einschlägig vorbestrafter 23-Jähriger wurde wegen aktiver Teilnahme an den Ausschreitungen vom Amtsgericht Dresden zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten ohne Bewährung verurteilt.

Der Mann hatte zuvor zugegeben, mit Steinen und Flaschen auf Polizisten geworfen zu haben. Der Polizeieinsatz hatte Kosten von über 100.000 Euro verursacht. Insgesamt sind im Zuge der Ermittlungen nach Polizeiangaben bisher 135 Randalierer identifiziert worden. Entsprechende Strafverfahren wurden eingeleitet. 13 Anklageschriften sind bereits erstellt, in den Hauptverfahren ist mit weiteren drastischen Strafen zu rechnen.

Der Karlsruher SC hat die Sanktionen bei der Kartenabgabe für Auswärtsspiele an Ultra-Fangruppierungen nach knapp drei Wochen wieder beendet. Das gab der Aufsteiger nach Gesprächen mit Vertretern des Fanprojekts Karlsruhe sowie den "Supporters" Karlsruhe, dem Dachverband der KSC-Fans, bekannt. Die Verantwortlichen des Tabellensiebten teilten mit, dass die Sanktionen zu einem "Nachdenken bei den betroffenen Gruppen geführt haben".

Zudem hätten die Ultra-Gruppierungen eine öffentliche Erklärung abgegeben, sich künftig korrekt verhalten zu wollen. Der Grund für die zwischenzeitlichen Sanktionen waren die Zwischenfälle im Spiel beim VfB Stuttgart (1:3) am 23. Februar, als KSC-Anhänger Leuchtraketen auf das Spielfeld geworfen und für eine Unterbrechung der Partie gesorgt hatten. Der KSC war daraufhin vom DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 35.000 Euro verurteilt worden. Der Club und KSC-Profi Christian Eichner hatten zudem Anzeige gegen die Rowdys erstattet.

Italiens Nationaltrainer Roberto Donadoni hat das Angebot des nationalen Fußballverbandes FIGC zur vorzeitigen Verlängerung seines Vertrages abgelehnt. Der Nationalcoach sei mit der EM-Erfolgsklausel nicht einverstanden, berichtete die "La Gazzetta dello Sport". Der FIGC hatte die Vertragsverlängerung bis zur Weltmeisterschaft 2010 vom Erreichen des Halbfinals bei der EM in Österreich und der Schweiz abhängig gemacht. Damit endet Donadonis Vertrag zum Ende der EM in diesem Sommer. Donadoni wünscht sich, dass der Verband ihm eindeutig das Vertrauen ausspricht.

chp/sid/dpa

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