Kurzpässe Rostock mit finanziellem Minus, Fankurven in Italien gesperrt

Hansa Rostock hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem Defizit beendet. Italiens Regierung reagiert auf die schweren Ausschreitungen. Ivica Osim hat einen Schlaganfall erlitten. Togo darf seine WM-Qualifikations-Heimspiele nicht im eigenen Land austragen.


Hamburg - Hansa Rostock hat zum dritten Mal in Serie das Geschäftsjahr mit einem deutlichen Minus abgeschlossen. Die Mecklenburger verkündeten gestern auf ihrer Jahreshauptversammlung für die Saison 2006/2007 ein Defizit von 1,2 Millionen Euro. In den Jahren zuvor lag das Minus bei 1,4 Millionen Euro (2005/2006) sowie bei 430.000 Euro (2004/2005). Die Gesamtverbindlichkeiten summieren sich auf knapp zehn Millionen Euro.

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Der Blick nach vorne sorgte da für mehr Freude. Für das laufende Geschäftsjahr kalkuliert der Club mit einem Überschuss von 1,1 Millionen Euro. Die Einnahmen sollen sich auf 27,6 Millionen Euro belaufen, die Ausgaben werden auf 26,5 Millionen beziffert. Erstmals konnte Hansa alle VIP-Logen sowie Flächen für die Bandenwerbung verkaufen.

Die italienische Regierung hat als Konsequenz aus den jüngsten Gewaltausbrüchen am kommenden Spieltag im Profi-Fußball (24./25. November) insgesamt 15 Fankurven in diversen Stadien sperren lassen. Zudem wurde ein Reiseverbot für die gefürchteten Ultras-Gruppen der sechs Erstligisten Atalanta Bergamo, AS Rom, AC Mailand, Sampdoria Genua, FC Turin und Catania Calcio verhängt.

Insgesamt finden an diesem Spieltag 70 Begegnungen in den Ligen A bis C statt. Ultras-Gruppen, die bisher keine Probleme für die öffentliche Sicherheit darstellten, dürfen ihrer Mannschaft nach wie vor bei Auswärtsspielen folgen, teilte das Innenministerium mit. Hintergrund ist der Tod des 28-jährigen Gabriele Sandri, der auf einer Raststätte bei Arezzo durch einen Polizisten erschossen worden war. Daraufhin war es in vielen italienischen Städten zu Krawallen gekommen.

Japans Nationaltrainer Ivica Osim hat einen Schlaganfall erlitten. Das teilte der Japanische Fußball-Verband heute mit. Der 66-jährige Bosnier wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. "Wir sind schockiert", sagte Verbandspräsident Saburo Kawabuchi, "wichtiger als der Zustand der Mannschaft ist jetzt, dass er sich schnell erholt." Osim hatte den Posten des Nationaltrainers nach Japans Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft 2006 von dem Brasilianer Zico übernommen. "Sein Zustand ist instabil, zum jetzigen Zeitpunkt kann ich über die weitere Prognose keine Aussage machen", so Kawabuchi.

Nach Zuschauerausschreitungen darf Togo seine drei Heimspiele in der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 nicht im eigenen Land austragen. Das gab der afrikanische Verband Caf bekannt, nachdem es im vergangenen Monat während eines Qualifikationsspiels zum Afrika-Cup gegen Mali zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen war. Außerdem muss der Verband des WM-Teilnehmers von 2006 eine Geldstrafe in Höhe von 30.000 Dollar zahlen. Nach dem 0:2 gegen Mali waren die Nationalspieler Frederic Kanoute und Mahamadou Sidibi von den eigenen Fans attackiert worden. Sidibi musste wegen einer Stichwunde im Arm operiert werden, Stürmer Kanoute musste genäht werden, nachdem er mit einem Gürtel geschlagen worden war.

Der ehemalige argentinische Nationalspieler Daniel Passarella ist als Trainer des Clubs River Plate Buenos Aires zurückgetreten. Der Kapitän der Weltmeistermannschaft von 1978 zog damit die Konsequenz aus dem Scheitern seines Teams in der Copa Sudamericana, vergleichbar mit dem Uefa-Cup, gegen den argentinischen Club Arsenal. Passarella hatte zu Saisonbeginn seine Demission angekündigt, falls River Plate erneut ohne Titel bleibe. Der 54-Jährige sagte nun, dass er sein Wort halte. Passarella hatte den Posten bei River Plate zu Beginn des Jahres 2006 angetreten.

fsc/sid/Reuters



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