Kurzpässe Rostocker randalieren, Boka fällt aus

Der Bundestrainer will seinen Vertrag maximal um zwei Jahre verlängern, Franz Beckenbauer mehr einheimische Spieler sehen. Die Sorgen beim Deutschen Meister werden immer größer. Hansa-Anhänger haben nach der Niederlage in Wolfsburg gegnerische Fans attackiert.


Hamburg - Etwa 25 Rostocker hatten sich nach Ende der Begegnung VfL Wolfsburg gegen Hansa Rostock (1:0) vor einer Gaststätte versammelt. Zunächst sollen sie Möbel umgeschmissen und Wolfsburger Fans angepöbelt haben, die in dem Lokal saßen. Die Lage sei eskaliert, als die Rostocker zwei Feuerwerkskörper in die Gaststätte warfen, hieß es. Nach der Schlägerei, bei der ein Mann Verletzungen im Gesicht erlitt, ergriff die Polizei sieben Randalierer.

Stuttgarts Boka: Innenbandanriss im Knie
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Stuttgarts Boka: Innenbandanriss im Knie

Der VfB Stuttgart muss neben dem nach seinem Platzverweis gesperrten Kapitän Fernando Meira in den kommenden Wochen auch auf Linksverteidiger Arthur Boka verzichten. Der Nationalspieler von der Elfenbeinküste zog sich im Spiel gegen Hannover 96 (0:2) einen Innenbandanriss im Knie zu und fällt vier bis sechs Wochen aus. Vom 23. Oktober bis 10. November stehen für den Tabellenzwölften in der Liga, im DFB-Pokal und in der Champions-League sieben Spiele auf dem Terminkalender. "Für dieses Programm ist unser Kader zu klein", sagte Trainer Armin Veh. Neben Boka sind Serdar Tasci, Matthieu Delpierre, Yildiray Bastürk, Thomas Hitzlsperger, Roberto Hilbert und Antonio da Silva angeschlagen oder haben Trainingsrückstand.

Der uruguayische Nationalspieler Gustavo Varela von Schalke 04 hat sich erneut verletzt. Der Mittelfeldspieler zog sich beim Sprint zur Auswechselbank unmittelbar vor seiner geplanten Einwechslung im Spiel gegen den Karlsruher SC (0:2) eine Muskelverletzung zu. Erst am Mittwoch hatte Varela in der Champions League nach fünfmonatiger Verletzungspause sein Comeback gefeiert. Wie lange der 29-Jährige ausfallen wird, ist noch nicht bekannt.

Bundestrainer Joachim Löw wird im Falle einer erfolgreichen EM-Qualifikation mit dem DFB über seine Zukunft sprechen. "Wir haben vereinbart, dass es nach geschaffter EM-Qualifikation ein ernsthaftes Gespräch über eine Vertragsverlängerung geben wird", sagte Löw der "Bild am Sonntag". Dies sei nicht sein Wunsch, sondern der von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff gewesen. Löws Vertrag läuft bis nach der EM 2008 in Österreich und der Schweiz. Der 47-Jährige strebt eine Ausweitung seines Vertrages um zwei Jahre bis zur WM in Südafrika an: "Um vier Jahre verlängere ich nicht! Bei einem Verband ist es klar, dass man immer von Turnier zu Turnier denkt." Deutschland könnte sich bereits am Samstag für die EM 2008 qualifizieren, falls das Team in Dublin gegen Irland (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) mindestens einen Punkt holt.

Franz Beckenbauer hat den Vorschlag von Fifa-Präsident Joseph S. Blatter begrüßt, eine 6+5-Regel im europäischen Fußball einzuführen. Das von Blatter angeregte Modell sieht vor, dass ab der Saison 2010/2011 sechs Profis jeder Startformation für die jeweils einheimische Nationalmannschaft spielberechtigt sein müssen. "Ich unterstütze diesen Plan. Das Jammern über zu wenig einheimische Spieler in den Mannschaften ist doch in fast jedem Land zu hören", sagte Beckenbauer. In der Bundesliga gibt es derzeit nur die Vorschrift, dass mindestens zwölf deutsche Lizenzspieler bei einem Proficlub unter Vertrag stehen müssen. "Durch den hohen Anteil der ausländischen Profis ist es für die Talente schwierig, sich durchzusetzen. Man muss sie aber schützen", so Beckenbauer weiter.

Nationaltorhüterin Nadine Angerer hat die Frauen-Bundesliga zu mehr Tatendrang aufgefordert. "Es gibt so viele Baustellen in der Liga. Das fängt beim Management an und hört bei den Spielerinnen auf", sagte die 28-Jährige vom 1. FFC Turbine Potsdam der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Wir brauchen zumindest generell ein Halbprofitum. Und zwar auch für jene Spielerinnen, die nicht in der Nationalmannschaft stehen", erklärte Angerer. Die meisten würden sich beklagen, dass sie nur ein paar hundert Euro bekämen, und nicht mehr tun als nötig. "Fakt ist, dass es nur in der Nationalelf absolute Stars gibt. Die fehlen in einigen Vereinen völlig", kritisierte die Torfrau.

wit/sid/dpa



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