Kurzpässe Rückschlag für Ronaldo, Faustschlag in Kiew

Die Freude währte nur kurz: Nachdem Ronaldo für Real Madrid zum ersten Mal seit Monaten getroffen hatte, fällt er wieder einige Wochen aus. Einen Niederschlag gab es durch einen ukrainischen Trainer und in Argentinien böse Vermutungen. Christian Vieri darf Inter Mailand verklagen.


Hamburg - Ronaldo konnte sein Tor-Comeback beim Einzug von Real Madrid ins Pokal-Achtelfinale nur kurz genießen: Der 30-Jährige, der beim 5:1 (0:0)-Erfolg der "Königlichen" im Rückspiel gegen den Drittligisten Ecija mit dem Treffer zum 2:0 (67.) seine Torflaute nach 215 Tagen beendet hatte, erlitt eine Bänderdehnung im linken Knie und wird voraussichtlich mehrere Wochen ausfallen.

Real-Stürmer Ronaldo (r.): Rückschlag nach der Torflaute
AP

Real-Stürmer Ronaldo (r.): Rückschlag nach der Torflaute

Wegen Morddrohungen ihrer eigenen Fans sollen die Spieler des argentinischen Erstligisten Gimnasia La Plata ein Punktspiel vorsätzlich verloren haben. Aufgrund entsprechender Verdachtsmomente haben die Behörden nach dem 1:4 des Teams bei der Komplettierung der im September abgebrochenen Begegnung mit Boca Juniors Buenos Aires Ermittlungen aufgenommen.

Auslöser des Verdachts sind merkwürdige Äußerungen mehrere Gimnasia-Spieler, die innerhalb der ersten fünf Minuten nach zwei Gegentreffern ihre 1:0-Führung aus dem September verspielt hatten. La Platas Ultra-Fans könnten demnach ihre Mannschaft zu einer Niederlage gezwungen haben, damit die Titelchancen von Gimnasias Erzrivalen Estudiantes sinken, vermuten die Beamten. Im September hatte der Schiedsrichter die Begegnung vor Wiederanpfiff abgebrochen, weil Gimnasias Präsident Juan Jose Munoz den Referee während der Pause in der Kabine bedroht haben soll.

Dynamo Kiews Ersatz-Torwart Alexander Rybka musste nach einer ungewöhnlichen Schlägerei bei einem Einsatz für die zweite Mannschaft ins Krankenhaus gebracht werden. Der 19-Jährige, der für Kiew in der Champions League beim 1:5 gegen Real Madrid im Tor gestanden hatte, erhielt in der Partie der zweiten ukrainischen Liga vom gegnerischen Trainer einen Schlag ins Gesicht und wurde mit einer Gehirnerschütterung ins Hospital gebracht.

Nach einem Bericht der ukrainischen Zeitung "Sport Express" waren Rybka und ein gegnerischer Spieler zuvor nach einem Zusammenprall zu Boden gegangen. Rybka habe dann auf den am Boden liegenden Gegenspieler eingetreten, ehe der gegnerische Trainer einschritt und dem Keeper mit einem Schlag ins Gesicht außer Gefecht setzte. Rybka sah für seine Aktion die Rote Karte, das Spiel endete 0:0. Über eine Bestrafung des Coaches ist noch nichts bekannt.

Christian Vieri zieht gegen seinen Ex-Club Inter Mailand vor Gericht. Der Stürmer hat vom italienischen Fußball-Verband (FIGC) die Erlaubnis erhalten, Klage gegen den Meister einzureichen, der ihn in den vergangenen Jahren bespitzelt hatte. Der Verband stellte fest, dass Inter Artikel 27 des Statuts verletzt habe, der Clubs Lauschangriffe und Bespitzelungen der Spieler verbietet. Die Telefongespräche Vieris seien abgehört worden, um dessen Leben außerhalb des Spielfelds auszuspionieren. Das hatte auch Inter-Präsident Massimo Moratti zugegeben.

Die Staatsanwaltschaft will im Zusammenhang mit der Abhöraktion weitere Inter-Verantwortliche vernehmen, darunter die beiden Vize-Präsidenten Carlo Buora und Riccardo Ghelfi. Buora ist ein hochrangiger Verantwortlicher der Telecom Italia, Ghelfi soll die Lauschangriffe auf Vieri bezahlt haben. Der ehemalige Nationalspieler, derzeit in Diensten von Atalanta Bergamo, wurde mit Hilfe einer Privatdetektei mit Verbindungen zur Telecom Italia bespitzelt. Moratti erklärte inzwischen, sich dafür bei dem Torjäger entschuldigen zu wollen.

goe/sid



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