Kurzpässe Rummenigge macht Druck, Vogts' großer Sieg

Der FC Bayern ist optimistisch, am Ende der Saison wieder oben zu stehen. Der Vereinschef ist jedoch skeptisch. Ein ehemaliger Bundestrainer feierte während der WM 1998 einen großen Erfolg abseits des Platzes. Ein Weltstar erzielte sein wichtigstes Tor.


Hamburg - Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge vom deutschen Rekordmeister Bayern München erwartet in der Rückrunde eine deutliche Leistungssteigerung seines Teams, ist aber weniger zuversichtlich als einige der Spieler. "Großen Sprüchen muss auch große Leistung folgen. Ich glaube, unsere Mannschaft hat das Potenzial, diese drei Punkte auf Werder Bremen aufzuholen. Aber wir werden besser spielen müssen als in der Hinrunde", sagte Rummenigge auf der Internetseite des Vereins. Die Aussagen, man werde in der Rückrunde den wahren FC Bayern erleben, kommentierte der 51-Jährige mit den Worten: "Das ist Zweckoptimismus, da braucht man sich nichts in die Tasche zu lügen. Ich erinnere mich, dass wir so eine Situation schon einmal 2003/04 mit Ottmar Hitzfeld hatten. Da haben wir an Weihnachten auch davon gesprochen, dass wir nach der Vorbereitung Werder Bremen angreifen, die damals sogar sechs Punkte vor uns standen. Wir haben es dann aber zu keinem Zeitpunkt geschafft, Bremen unter Druck zu setzen."

Bayern-Boss Rummenigge: "Großen Sprüchen muss auch große Leistung folgen"
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Bayern-Boss Rummenigge: "Großen Sprüchen muss auch große Leistung folgen"

Verärgert zeigte sich der Bayern-Boss über Willy Sagnol, der sich öffentlich für eine Verpflichtung des Brasilianers Kaka ausgesprochen hatte. "Unsere Spieler tun gut daran, solche Dinge nicht in die Öffentlichkeit zu bringen. Natürlich ist Kaka ein super Spieler, aber glaubt denn irgendjemand in der Welt, der AC Mailand würde Kaka verkaufen? Wir wissen, was wir brauchen und was auch möglich ist. Kaka ist unmöglich", sagte Rummenigge. Man sei jedoch bereit, "etwas zu machen, aber man muss realistisch bleiben".

Berti Vogts, der am Samstag seinen 60. Geburstag feiert, hat trotz der enttäuschenden WM 1998 in Frankreich und dem Aus im Viertelfinale ein Ereignis als seinen "größten Sieg" bezeichnet. "Wir hatten bei der WM in Frankreich gegen Jugoslawien 2:2 gespielt. Dann haben Hooligans Daniel Nivel fast zu Tode geprügelt. Unser damaliger Präsident war so erschüttert, dass er die Mannschaft aus dem Turnier nehmen wollte", sagte Vogts dem Sport-Informations-Dienst (sid). Er aber habe Egidius Braun vom Verbleib des Teams im Turnier überzeugen können. "Die Konsequenzen wären unabsehbar gewesen. Ich bin sicher, dass Deutschland dann 2002 nicht Vize-Weltmeister geworden wäre und auch, dass das Sommermärchen nie Realität geworden wäre. Deshalb war Lens mein größter Sieg."

Eine Rückkehr in die Bundesliga kann sich Vogts unterdessen nur als Sportdirektor eines Vereins vorstellen. "Trainer zu werden, um nach fünf Niederlagen gefeuert zu werden - nein, das ist nicht mehr meine Welt", sagte der Weltmeister von 1974 und Coach der DFB-Europameister-Mannschaft von 1996.

Der zweimalige Weltfußballer Ronaldinho hat in seiner brasilianischen Geburtsstadt Porto Alegre eine eigene Stiftung zur Förderung von Kindern ins Leben gerufen. Im neu gegründeten "Ronaldinho Instituto" werden 3500 Kinder in den Bereichen Sport, Computer, Theater, Musik und Sprachen gefördert. "Das ist das wichtigste Tor, das ich jemals erzielt habe und der emotionalste Moment in meinem Leben", sagte der 26-Jährige alte Stürmer vom spanischen Meister und Champions-League-Gewinner FC Barcelona in einer Rede vor 400 Gästen, darunter Brasiliens neuer Nationaltrainer Dunga.

mt/sid

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