Kurzpässe Saarbrücken verklagt FC Bayern, Ricken fliegt in die USA

Regionalliga-Absteiger 1. FC Saarbrücken verklagt den FC Bayern, weil die Münchner einen Spieler mit gefälschtem Pass eingesetzt haben. Dortmunds Lars Ricken denkt über einen Wechsel nach Amerika nach. In Südkorea wird gegen 92 Fußballer ermittelt.

Hamburg - Der 1. FC Saarbrücken wird laut Informationen des "kicker" Klage beim Landgericht München gegen den FC Bayern einreichen. Die Münchner hatte in der vergangenen Regionalliga-Saison den Kameruner Louis Ngwat-Mahop in 33 Begegnungen eingesetzt. Der 20-Jährige hatte die Spielerlaubnis allerdings nur aufgrund eines gefälschten französischen Passes bekommen.

Sollten dem FC Bayern die Punkte aus den 33 Spielen nachträglich von dem Zivilgericht aberkannt werden, wäre das zweite Team des Rekordmeisters abgestiegen, Saarbrücken hingegen hätte die Klasse halten können. Der jetzige Oberligist hat den Gesamtschaden auf über eine Million Euro beziffert.

"Es kann nicht sein, dass derjenige, der den Fehler begangen hat, profitiert und der Geschädigte der Verlierer ist", sagte FCS-Präsident Horst Hinschberger dem "kicker". Beim FC Bayern stößt die Klage auf Unverständnis: "Das ist lächerlich. Wichtigtuerei. Wenn hier der leiseste Ansatz einer Schuldhaftigkeit für den FC Bayern gegeben wäre, würde ich es verstehen. Aber der ist nicht da. Die kriegen keinen Cent", so Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Lars Ricken erwägt einen Wechsel in die amerikanische Major League Soccer (MLS). Der ehemalige Fußball-Profi von Borussia Dortmund, der seit dem 1. Januar offiziell Spieler der BVB-Regionalligamannschaft ist, prüft eine Anfrage des MLS-Clubs Columbus Crew. "Ja, Lars will in die Staaten fliegen und sich den Club Columbus Crew sowie das Umfeld anschauen. Wenn es ihm dort gefällt, ist es möglich, dass er bald in der Major League Soccer spielt", sagte Rickens Berater Kon Schramm heute den "Ruhr Nachrichten".

Der BVB würde den 31 Jahre alten Offensivspieler ziehen lassen. Die im November 2007 geschlossene Vereinbarung sieht eine Ausstiegsklausel vor. Demnach kann Ricken im Fall eines Angebots aus dem Profibereich seine Ausbildung zum Marketing-Fachmann unterbrechen. "Wir stehen zu unserer Aussage. Wenn Lars in den USA unterschreiben kann, werden wir ihm diese Chance nicht verweigern", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

In Südkorea drohen 92 Fußballspielern Haftstrafen, weil sie sich absichtlich verletzt haben sollen, um dem zweijährigen Wehrdienst zu entgehen. Die Staatsanwaltschaft habe gegen die Sportler, darunter 15 aktive und frühere Spieler aus der professionellen K-League sowie 16 weitere wehrpflichtige Männer wegen des Vorwurfs der Täuschung Anklage erhoben, berichtete die Zeitung "The Korea Herald" heute. Die anderen Fußballspieler seien Mitglieder von Amateur- oder Hochschulvereinen.

Die Angeschuldigten sollen sich durch exzessive Hantelübungen die Schulter verletzt haben. Die Verletzungen hätten bei den jungen Männern jeweils einen chirurgischen Eingriff erforderlich gemacht, der sie für den Wehrdienst zum Zeitpunkt ihrer Musterung untauglich gemacht habe. Bei einer Verurteilung drohe ihnen im Höchstfall fünf Jahre Haft. Ein Orthopäde, der bei allen 92 Fußballern den Eingriff gemacht habe, sei ebenfalls angeklagt worden. Er habe jedoch bestritten, den Spielern bei den Täuschungsversuchen geholfen zu haben.

mig/sid/dpa

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