Kurzpässe Schalke pocht auf Gustavo, van Basten beschimpft van Gaal

Um den Wechsel eines Brasilianers zum FC Schalke 04 ist ein Streit entbrannt. Der Bondscoach ist die ständige Kritik eines Vorgängers leid. Rudi Völler sieht im deutschen Fußball gefährliche Entwicklungen.

Hamburg - Der Transfer des Brasilianers Gustavo zum FC Schalke 04 war zunächst von Gustavos Berater Luiz Alberto Oliveira angezweifelt worden. "Die Summen, die uns am Ende der Verhandlungen genannt worden sind, stimmen nicht mit dem überein, was vorher vereinbart wurde. Deshalb hat Gustavo noch nichts unterschrieben", wurde der Spieleragent im brasilianischen Internet-Portal UOL zitiert.

Für Schalke ist der Transfer hingegen perfekt. "Der Spieler hat am 12. Dezember einen rechtsgültigen Vertrag über zweieinhalb Jahre bei uns unterschrieben. Er ist ablösefrei, weil sein Vertrag bei Parana Clube im Dezember ausläuft", sagte Manager Andreas Müller.

Der niederländische Bondscoach Marco van Basten ist die ständige Nörgelei und Kritik seines Vorgängers Louis van Gaal leid. Mit ungewohnt scharfen Worten reagierte van Basten auf die bissigen TV-Kommentare des heutigen Trainers des Ehrendivisionisten AZ Alkmaar. "Er ist wahrscheinlich der schlechteste Bondscoach in den vergangenen 20 Jahren gewesen", sagte van Basten auf einem Treffen der niederländischen Fußballpresse in Nordwijk.

Van Gaal stellt bei seinen TV-Kommentaren regelmäßig die fachliche Qualifikation van Bastens in Frage. "Ich kann seine Kritik nicht mehr hören. Auch was er über unsere Ex-Kollegen Dick Advocaat und Frank Rijkaard sagt, ist totaler Quatsch. Wir haben alle eine EM oder WM erreicht. Das kann man von van Gaal nicht sagen. Der Mann sollte mal ein wenig mehr über sich selbst nachdenken", sagte van Basten.

Rudi Völler fürchtet im deutschen Fußball einen bedenklichen Prozess im Verhältnis zwischen Spielern und Fans. "Das ist eine ganz kritische Entwicklung in Deutschland. Es kommen Zuschauer ohne Ende in die Stadien, aber die Stimmung ist sehr kritisch", sagte der Sportdirektor von Bayer Leverkusen im Interview mit der "Kölnischen Rundschau". Völler: "Pfiffe gehören dazu - manchmal braucht eine Mannschaft die sogar - aber Häme und Spott haben in Fußball-Stadien nichts zu suchen."

Als aktuelle Beispiele nannte der ehemalige Teamchef der Nationalmannschaft die höhnischen Kommentare der Dortmunder Fans gegen die eigene Mannschaft nach dem 1:2 gegen Leverkusen oder das Verhalten der Mainzer Fans. Die hatten beim Stande von 0:4 gegen Bayern München "Humba, humba, humba, täterä" angestimmt.

Nach Brasilien hat nun Kolumbien als zweites Land aus der südamerikanischen Fußball-Konförderation Conmebol eine Absichtserklärung zur Austragung der WM 2014 an den Weltverband Fifa geschickt und die südamerikanische Allianz hinter der Bewerbung des Rekordweltmeisters aus den Angeln gehoben. " Wir wissen, dass jetzt ein langer, steiniger Weg vor uns liegt", sagte Luis Bedoya, Präsident des kolumbianischen Verbandes FCF.

Derweil räumte Kolumbiens Vizepräsident Francisco Santos gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ein, dass sein Land weder die Infrastruktur noch die Stadien habe. "Wir können es aber schaffen, wir können die nötigen Investitionen tätigen. Länder müssen Träume haben." Bislang hatten sich die Conmebol-Mitgliedsverbände einstimmig hinter die Bewerbung Brasiliens gestellt.

bri/sid/dpa

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