Kurzpässe Schewtschenko ohne Seele, HSV mit Gewinn

Am Abend will der FC Chelsea ins Viertelfinale der Champions League einziehen - kurz vorher macht ein Stürmer seinem Unmut über den Trainer Luft. In Hamburg geht es nicht nur sportlich voran, einen Frankfurter lockt das Ruhrgebiet. Und der Uefa-Präsident plant eine Sicherheitszentrale.


Hamburg - Im Vertragspoker um Jermaine Jones verschlechtern sich die Karten von Eintracht Frankfurt. Der 25-Jährige hat unter anderem ein Angebot von Schalke 04 vorliegen. Der momentan verletzte Kapitän sagte der "Bild"-Zeitung: "Es stimmt, Schalke ist dabei. Gut möglich, dass ich nächste oder übernächste Woche eine Offerte annehmen werde. Wenn Eintracht noch ein Gespräch wünscht, können wir uns gerne unterhalten. Wenn nicht, ist das Thema eben durch." Sein Berater Roger Wittmann ließ jüngst einen Termin mit Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen platzen, weil er geschäftlich in Brasilien unterwegs war.

Chelsea-Star Schewtschenko: "Schon bessere Trainer gehabt"
AP

Chelsea-Star Schewtschenko: "Schon bessere Trainer gehabt"

Trotz einer bisher verkorksten Saison kann der Hamburger SV einen Umsatzrekord für das laufende Geschäftsjahr vermelden. Durch die Teilnahme an der Champions League und die Transfers von Daniel van Buyten zu Bayern München sowie Khalid Boulahrouz zum FC Chelsea stiegen die Einnahmen einem Bericht des "Hamburger Abendblattes" zufolge von 103,9 auf 135 Millionen Euro. So sei das Geschäftsjahr mit einem Gewinn von etwa zehn Millionen Euro abgeschlossen worden. Die Finanzplanungen für die kommende Saison sähen eine Reduzierung des Etats um 30 Prozent auf 95 Millionen Euro vor. Möglich werden solle dies unter anderem durch eine Senkung der Spielergehälter um insgesamt sechs Millionen Euro, schreibt das "Abendblatt". Dieser Posten würde sich demnach auf 28 Millionen Euro belaufen. Gleichzeitig sei für den Fall eines Abstieges in die zweite Liga ein Finanzplan erarbeitet worden.

Der neue Uefa-Präsident Michel Platini sorgt sich um die Sicherheit in den Stadien Europas und kündigte laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA eine Kooperation mit der Polizei an: "Wir werden mit der Polizei zusammenarbeiten und uns auch mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso zusammensetzen. Eine Möglichkeit ist, dass gewaltbereite Fans nicht zu Spielen reisen dürfen, aber das ist mit der Freizügigkeit in Europa schwierig." Darüber hinaus forderte Platini eine neue europäische Institution: "Wir brauchen jemanden, der dem Sport hilft. Eine Art Europol ist wichtig im europäischen Sport, ein Zentralorgan. Das ist die einzige Lösung, die ich sehe."

Chelseas Stürmerstar Andrej Schewtschenko macht seine zeitweilige Ausbootung durch Trainer Jose Mourinho offenbar immer noch zu schaffen. So erklärte der Angreifer vor dem heutigen Achtelfinal-Rückspiel der Champions League (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen den FC Porto in einem Interview mit sport.ARD.de, dass das Verhältnis zwar "mittlerweile professionell" und Mourinho ein "Trainerfuchs" sei, allerdings habe er in seiner Laufbahn schon bessere Trainer gehabt. Zu seiner Zeit auf der Reservebank erklärte Schewtschenko: "Der Trainer hat nie mit mir geredet oder mich auf der Position eingesetzt, wo ich meine Stärken habe." Deshalb beklagte sich der Ukrainer auch bei der Vereinsführung über Mourinho.

Doch auch privat ist der 30-Jährige noch nicht in London angekommen: "Mein Körper ist zwar hier, doch die Seele fehlt. Zweifelsohne liegt mir Italien immer noch am Herzen",sagte Schewtschenko, der für den AC Mailand von 1999 bis 2006 in 296 Partien 173 Tore erzielte.

jr/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.