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04. Oktober 2009, 15:05 Uhr

Kurzpässe

Scholl denkt an Rücktritt, Beckham an Rückkehr

David Beckham steht offenbar kurz vor einem Comeback in Italien. Mehmet Scholl denkt über einen Rücktritt als Trainer nach. Ruud Kaiser muss nicht mehr überlegen, sein Arbeitgeber Dynamo Dresden hat ihn entlassen. Die deutsche U20 trifft im WM-Achtelfinale auf Nigeria.

Hamburg - David Beckham hält es offenbar nirgendwo lange aus. Jetzt überlegt der englische Fußballer, erneut zum AC Mailand zurückzukehren. "Es steht kurz vor dem Abschluss", sagte Beckham der Zeitung "Mail on Sunday". "Es gibt andere Optionen. Aber keine, die mich davon abhält, zu Milan zu gehen." Englands Nationaltrainer Fabio Capello hatte Beckham stets eine Rückkehr nach Europa nahegelegt, um seine Chancen auf eine Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika nicht zu gefährden.

Der 34-Jährige, der bei Los Angeles Galaxy noch einen Vertrag bis 2013 besitzt, hatte bereits im Frühjahr ein dreimonatiges Gastspiel auf Leihbasis bei Milan absolviert. "Schon als ich gegangen bin, haben sie gesagt, ich solle schnell zurückkommen. Ich hatte eine wunderbare Zeit hier, und das ist ein großer Club", sagte Beckham, an dem aus der Premier League der FC Chelsea, Tottenham Hotspur und der FC Portsmouth Interesse gezeigt hatten.

Trainer Mehmet Scholl denkt nach der vierten Niederlage in Folge mit Drittligist Bayern München II offenbar an einen Rücktritt. "Da kann man nicht von Pech sprechen. Da fehlt es an Qualität. Für viele reicht es nicht für die 3. Liga. Vielleicht auch nicht für den Trainer", sagte Scholl der "Bild am Sonntag" nach dem 0:2 bei Rot-Weiß Erfurt. Der 36-malige Nationalspieler ist seit der vergangenen Saison Trainer der Bayern-Reserve, als er für die letzten fünf Spiele eingesprungen war, weil Hermann Gerland Co-Trainer des damaligen Chefs Jupp Heynckes wurde.

Zu Saisonbeginn hatte Scholl den Posten hauptamtlich übernommen. Trotz gelegentlicher Verstärkung aus dem Profiteam unter anderem von Luca Toni, Christian Lell oder Alexander Baumjohann läuft es bei Scholls Mannschaft in dieser Spielzeit nicht rund. Erst am 6. Spieltag gelang durch ein 3:1 gegen den Wuppertaler SV ein Sieg, in der Tabelle sind die Bayern mit neun Punkten Vorletzter.

Dynamo Dresden hat dagegen bereits die Konsequenzen aus der sportlichen Talfahrt gezogen und Trainer Ruud Kaiser entlassen. Das teilte der Verein am Sonntag mit. 24 Stunden zuvor hatte Dynamo mit dem 0:2 bei Werder Bremen II die sechste Niederlage der Saison kassiert und war auf Platz 18 abgerutscht. Bis auf Weiteres trainiert der frühere Dynamo-Profi Matthias Mauksch, eigentlich für die zweite Mannschaft verantwortlich, den Drittligisten.

Ferguson beklagt mangelnde Fitness der Schiedsrichter

Nigeria heißt der Gegner des deutschen Fußball-Nachwuchses im Achtelfinale bei der U20-WM in Ägypten. Die Mannschaften treffen am Mittwoch ab 20.00 Uhr in Suez aufeinander. Deutschland schloss die Gruppe C mit sieben Punkten als Spitzenreiter ab, Nigeria die Gruppe B als Dritter. Bei einem Viertelfinaleinzug der deutschen U20 wäre der Sieger des Achtelfinals zwischen Brasilien und Uruguay der Gegner.

Nach dem 2:2 gegen den FC Sunderland hat Sir Alex Ferguson die Contenance verloren. "Das ist doch ein Armutszeugnis. Im Ausland gibt es Schiedsrichter, die sind fit wie Metzgers Hund. Unser Schiedsrichter war es heute nicht", sagte der Teammanager von Manchester United mit Blick auf Referee Alan Wiley. "Der Schiedsrichter war eine einzige Enttäuschung. Er war nicht fit genug für ein Spiel auf diesem Niveau." Der Unparteiische habe sogar Pausen zwischendurch eingelegt. "Es war lächerlich", so Ferguson.

Ein anderes Ziel hat sich Stuttgarts Trainer Markus Babbel gesucht. Er sei die wiederholten Verfehlungen von Jens Lehmann leid und wolle seinen Torwart disziplinieren, sagte Babbel der "Bild am Sonntag". "Jens muss wissen, dass er ganz speziell im Fokus steht, da er einen großen Namen hat. Er muss sich hitzige und unüberlegte Aktionen verkneifen, langsam mal entspannter werden und sich auf das Wesentliche konzentrieren", so Babbel über den 39 Jahre alten Torhüter. Babbel lobte Lehmann zugleich als "unheimlich professionell", betonte aber auch: "Er tut unbewusst einiges dafür, dass er in der Öffentlichkeit so schlecht wegkommt."

mac/sid/dpa

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