Kurzpässe Schuster wird Doktor, Besiktas-Hooligan erschossen

Der Trainer von Real Madrid wird derzeit buchstäblich in den Himmel gelobt. Bei Krawallen in der Türkei stirbt ein Fußballanhänger. Ein Aufsteiger ebnet den Weg für ein neues Stadion. Zwei Formel-1-Mogule investieren Millionen in einen englischen Zweitligisten.


Hamburg - Nach dem 5:0 Sieg von Real Madrid beim FC Villarreal überschlagen sich die spanischen Medien mit Lobeshymnen auf Bernd Schuster. Auf die Spitze trieb es dabei die Sportzeitung "As", die Schuster die "Doktorwürde" zuteil werden ließ. "Dr. Bernardo. Gesegnet sei die Stunde, in der du erschienen bist", titelte das Blatt überschwänglich. Auch vom Radiosender "Cadena Ser" wurde Schuster in den Himmel gelobt: "Jetzt glauben wir es wirklich. Du bist ein Engel. Wieder eine taktische Meisterleistung des Deutschen."

Im Fernsehsender TVE hieß es, "Schusters Dampfwalze" habe "den FC Villarreal plattgemacht." Schuster selbst hat die Kritik der Medien während der holprigen Saisonvorbereiung aber offenbar noch nicht vergessen und ließ sich trotz der überragenden Vorstellung seiner Mannschaft vom übertriebenen Lob nicht anstecken. "Wir genießen den Erfolg, aber schon in wenigen Tagen werden die Leute unsere Leistung vergessen haben", sagte der 47-Jährige nach dem höchsten Auswärtssieg der "Königlichen" seit elf Jahren.

Madrids Sneijder (l.): Teil von Schusters "Dampfwalze"
AFP

Madrids Sneijder (l.): Teil von Schusters "Dampfwalze"

Vor 22.000 Zuschauern erzielten Raul (38.), die Niederländer Wesley Sneijder (47./72.) und Ruud van Nistelrooy (49.) sowie Guti (79.) die Tore für Real. Christoph Metzelder spielte 90 Minuten durch.

Das Meisterschaftsspiel von Besiktas Istanbul in der türkischen Süper Lig gegen Kayserispor (0:0) wurde am Wochenende vom Tod eines Hooligans überschattet. Beim Kampf zweier rivalisierender Hooligan-Gruppen von Besiktas kam es in der Nacht nach der Partie zum Gebrauch von Schusswaffen. Der Anführer einer der Hooligan-Gruppen, die den Rücktritt des neuen Besiktas-Managers Sinan Engen fordert, wurde mit einer Schussverletzung am Kopf ins Krankenhaus gebracht und erlag in der Nacht seiner schweren Verletzung. Die beiden verfeindeten Gruppen hatten sich nach dem Spiel auf einem Parkplatz getroffen und erbitterte Kämpfe geliefert. Die Polizei hat noch niemanden festgenommen, aber angeblich einen Tatverdächtigen im Visier.

Dem Stadionumbau in Karlsruhe in der Winterpause der Saison 2008/2009 steht offenbar nichts mehr im Weg. Die Stadt und der Karlsruher SC einigten sich in den vergangenen Tagen über die Stadionmiete in der neuen Arena. Am 16. Oktober soll der Kompromissvorschlag dem Gemeinderat zur Absegnung vorgelegt werden. Das Wildparkstadion soll für 58 Millionen Euro in eine reine Fußball-Arena umgebaut werden. Nach Angaben von Oberbürgermeister Heinz Fenrich soll der KSC in der ersten Liga 35 Prozent der Eintrittsgelder als Stadionmiete an die Stadt zahlen. In der 2. Liga wären es 40 Prozent der Ticket-Einnahmen. Der Vereinbarung müssen allerdings auch noch diverse Gremien beim Karlsruher SC und der Stadt zustimmen. "Das Modell bringt uns einen großen Schritt weiter. Wenn alles normal verläuft, können wir in der Winterpause 2008/2009 mit dem Umbau beginnen", kündigte Fenrich an.

Der Deal stand bereits fest, jetzt sind auch die Details bekannt: Umgerechnet 21 Millionen Euro haben sich Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und Renault-Teamchef Flavio Briatore die Übernahme des englischen Zweitligisten Queens Park Rangers kosten lassen. Diese Summe veröffentlichte der Club heute, zwei Tage nach der Übernahme durch die beiden Motorsport-Mogule. Den QPR-Angaben zufolge zahlte das Duo 1,5 Millionen Euro an den bisherigen Vereinsbesitzer Gianni Paladini und tilgte zudem die Verbindlichkeiten des Traditionsclubs in Höhe von 19,5 Millionen Euro. Das Direktorium des Vereins aus West-London hatte am Samstag der Übernahme durch Ecclestone und Briatore zugestimmt. Paladini bleibt dennoch Vorsitzender, während Briatore Ecclestones und seine Interessen als neues Vorstandsmitglied vertritt. Über ihre bisherige Investitionen hinaus wollen Ecclestone und Briatore weitere 7,5 Millionen Euro für den Kauf neuer Spieler in den Verein pumpen. Innerhalb der nächsten vier Jahre wollen die neuen Besitzer mit QPR die Rückkehr in die Premier League schaffen.

chp/sid



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