Kurzpässe Serbien beschuldigt Italien, Vuvuzelas droht Verbot

Serbiens Verband hat den italienischen Verband beschuldigt, nach den Fan-Krawallen in Genau Druck auf die Uefa auszuüben. In Südafrika wird ein Stadionverbot von Vuvuzelas erwogen. Der vermisste Stürmer Savio Nsereko hat bei 1860 München keine Zukunft mehr.

Fan-Krawalle in Genua: Serbiens Verband erhebt schwere Vorwürfe
dpa

Fan-Krawalle in Genua: Serbiens Verband erhebt schwere Vorwürfe


Hamburg - Serbiens Verband FSS hat schwere Vorwürfe gegen den italienischen Verband erhoben. In einer auf seiner Webseite veröffentlichten Stellungnahme beschuldigte der FSS den italienischen Verband FIGC, Druck auf die Uefa-Disziplinarkommission auszuüben, damit diese Serbien wegen der Krawalle vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Italien in der vergangenen Woche zu einer 0:3-Niederlage verurteile. Mit dem Druck auf die Uefa versuche Italien, von seinen organisatorischen Mängeln vor dem Spiel in Genua abzulenken. Der serbische Verband sagte weiter, er habe der Uefa ein detailliertes Dossier über die Vorfälle vorgelegt. Am 29. Oktober will der europäische Verband über die Vorfälle in Genua befinden.

Das serbische Parlament hat unterdessen das Strafgesetz gegen Hooligans verschärft. Randalierer dürfen jetzt 30 Tage statt bisher acht Tage in Untersuchungshaft genommen werden. Die Änderung des Strafgesetzes war nur mit einer knappen Mehrheit verabschiedet worden. Die Verschärfung war im Schnellverfahren vor dem Schlagerspiel der ersten Liga Roter Stern Belgrad gegen Partizan Belgrad am Samstag durchs Parlament gebracht worden. Ursprünglich war wegen drohender Ausschreitungen überlegt worden, das brisante Derby ausfallen zu lassen oder ohne Zuschauer durchzuführen.

Der umstrittenen Vuvuzela droht nun sogar in Südafrika die Verbannung aus den Stadien. Die Plastiktröten, während der WM vor allem im Ausland heftig kritisiert, stehen nun auch in ihrem Ursprungsland in der Diskussion, nachdem sie zuletzt von wütenden Fans aufs Spielfeld geworfen worden waren. "Wenn dieser Trend anhält, werden wir härtere Maßnahmen ergreifen müssen", sagte der Chefankläger der südafrikanischen Profiliga PSL, Zola Majavu, der "Daily Sun". Ein Stadionverbot schloss Majavu nicht aus. Der Gründer und Vorstandsvorsitzende des Spitzenclubs Kaizer Chiefs, Kaizer Motaung sagte: "Vuvuzelas nehmen dem Spiel etwas. In meinen Augen sind sie nichts als laute Gegenstände, die die Leute lieben. Ich aber bevorzuge Fans, die ihr Team singend und tanzend unterstützen."

Der seit zwei Wochen vermisste Savio Nsereko hat bei Zweitligist TSV 1860 München offenbar keine Zukunft mehr. "Ich gehe davon aus, dass Savio gekündigt wird", sagte 1860-Vizepräsident Franz Maget der Münchner "Abendzeitung". Die Entscheidung liege aber bei Sportdirektor Miroslav Stevic und Geschäftsführer Robert Niemann. Nserekos Verhalten sei "natürlich ein Kündigungsgrund", sagte Maget und könne vom Club nicht akzeptiert werden.

Auch Mitspieler Stefan Aigner sieht geringe Chancen für eine Rückkehr Nserekos ins Team: "Sollte er mal wieder auftauchen, wird es schwer sein, ihn wieder zu integrieren." In der Kabine sollen die Spieler sogar schon das Namensschild an Nserekos Spind entfernt haben. Der 21-Jährige konnte bisher vom Club noch von der Polizei gefunden werden. Die Polizisten hatten nach Gesprächen mit Nserekos Familie aber mitgeteilt, dass der Spieler wohlauf sei. Warum Nsereko abgetaucht ist, gilt weiter als unklar.

Der SC Freiburg kann wohl in diesem Jahr nicht mehr auf die Dienste von Stammtorhüter Simon Pouplin zurückgreifen. Der 25-Jährige musste sich in der Schweizer Rennbahnklinik in Muttenz-Basel einer Operation am lädierten Sprunggelenk unterziehen. Bereits in vier der acht Saisonpartien war Pouplin von Ersatzkeeper Oliver Baumann vertreten worden. Die Mediziner gehen davon aus, dass Pouplin in drei Monaten wieder einsatzfähig sein wird.

Tabellenführer Borussia Dortmund muss im Spitzenspiel der Bundesliga am Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen den Tabellenvierten 1899 Hoffenheim weiterhin auf Patrick Owomoyela verzichten, der seit Anfang des Monats an einer Entzündung an der Achillessehne laboriert. Der 30-Jährige wird dem BVB höchstwahrscheinlich weitere drei Wochen fehlen.

Durch die guten Leistungen der deutschen Clubs im Europapokal hat die Bundesliga den dritten Platz in der Uefa-Fünfjahreswertung gefestigt. Im Vergleich zum letzten Spieltag in den europäischen Wettbewerben vergrößerte sich der Vorsprung Deutschlands auf Italien um 1,071 Punkte. Sollte der dritte Platz gehalten werden, könnte die Bundesliga in der Saison 2012/13 vier Champions-League-Teilnehmer - drei Direktstarter und einen Qualifikanten - stellen.

Kickers Offenbach hat in der Dritten Liga seine Tabellenführung ausgebaut. Gegen Aufsteiger SV Babelsberg kam der frühere DFB-Pokal-Sieger zu einem späten 2:1 (0:1)-Erfolg und hat nun 32 Punkte. Verfolger Hansa Rostock (28) kann mit einem Sieg am Samstag bei Dynamo Dresden lediglich den Abstand zu den Hessen verkürzen. Vor 7611 Zuschauern am Bieberer Berg hatte Almedin Civa die Gäste per Foulelfmeter in Führung gebracht (31.). Kai Hesse brachte die Kickers mit seinem Treffer zehn Minuten vor dem Ende ins Spiel zurück. Torjäger Olivier Occean sicherte den Offenbachern mit seinem neunten Saisontor (87.) schließlich den zehnten Saisonsieg.

Dem FC Portsmouth droht wenige Monate nach seinem Abstieg aus der englischen Premier League das Aus. Die Verantwortlichen des Zweitligisten teilten am Freitag mit, der Club stehe nach einer gescheiterten Schließung des Insolvenzverfahrens vor der Auflösung. Nach Angaben des Clubs hat der ehemalige Portsmouth-Besitzer Alexandre Gaydamak als Gläubiger den Abschluss des Insolvenzverfahrens verhindert, nachdem sich zuvor die neuen Eigentümer, die Insolvenzverwalter, die englische Fußball-Liga und die übrigen Gläubiger geeinigt hatten. Der FC Portsmouth teilte mit, Gaydamak sei in Abstimmung mit dem von der Liga genehmigten Finanzplan die komplette Zahlung der verbrieften Schulden angeboten worden. Der Geschäftsmann habe daraufhin mitgeteilt, der Einigung nur nach einer hohen Bar-Rückzahlung zustimmen zu wollen.

fah/mxr/dpa/sid



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