Kurzpässe Solbakken wird Köln-Trainer, U17 im EM-Finale

Der 1. FC Köln steht nach Medienberichten kurz vor der Verpflichtung des norwegischen Trainers Stale Solbakken. Die Uefa hat ein Disziplinarverfahren gegen Sergio Busquets vom FC Barcelona eingeleitet. Außerdem: Die deutsche U17-Nationalmannschaft steht im Endspiel der Europameisterschaft.

Trainer Solbakken: Kommende Saison wohl in Köln
DPA

Trainer Solbakken: Kommende Saison wohl in Köln


Hamburg - Laut eines Berichts des Osloer Fernsehsenders "TV2" wird Stale Solbakken in der kommenden Saison Trainer des 1. FC Köln. Die Vertragsunterzeichnung des Norwegers stehe "unmittelbar bevor". Solbakken ist noch bis zum Saisonende beim dänischen Meister FC Kopenhagen unter Vertrag und sollte ursprünglich im Anschluss die norwegische Nationalmannschaft übernehmen. Laut des Senders soll Köln bereit sein, "eine angemessene Entschädigung" zu zahlen, um Solbakken aus seinem Kontrakt als Auswahlcoach herauszukaufen.

Der deutsche U17-Nationalmannschaft hat das Finale bei der Europameisterschaft in Serbien erreicht. Im Halbfinale bezwang die Mannschaft von Trainer Steffen Freund Dänemark 2:0 (0:0). Die Tore erzielten Kaan Ayhan (58. Minute) und Nils Quaschner (70.). Im Endspiel treffen die DFB-Youngster am Sonntag in Novi Sad auf die Niederlande. Die "Oranje"-Auswahl hatte sich im Halbfinale 1:0 (1:0) gegen Vorjahressieger England behauptet.

Die Europäische Fußball-Union Uefa hat wegen angeblicher rassistischer Äußerungen ein Disziplinarverfahren gegen Sergio Busquets vom FC Barcelona eingeleitet. Der Mittelfeldspieler soll im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid am 27. April den gegnerischen Verteidiger Marcelo rassistisch beleidigt haben. "Hinweise auf dieses Vergehen wurden der Uefa von Real Madrid (Video sowie die Aussagen von Club und Spieler) zur Verfügung gestellt", teilte die Uefa auf ihrer Internetseite mit. Die Kontroll- und Disziplinarkommission des Verbandes wird sich an diesem Sonntag mit dem Fall befassen und seine Entscheidung am Montag dem spanischen Meister mitteilen. Sollte Busquets verurteilt werden, droht ihm eine Sperre für das Champions-League-Finale am 28. Mai im Londoner Wembley-Stadion gegen Manchester United.

Mit einer radikalen Maßnahme hat der Fußballverband von EM-Gastgeber Polen auf die eskalierende Gewalt in den Stadien reagiert. Er entschied, dass organisierte Fan-Gruppen der Gastmannschaften vorerst von den Spielen ausgeschlossen werden sollen. Damit sollten künftig Krawalle verhindert werden, hieß es zur Begründung. Die Regelung gilt sowohl für die höchste Spielklasse als auch niedrigere Ligen.

Bundesligist Eintracht Frankfurt verändert seine Führungsstruktur und plant ab der kommenden Saison mit einem Sportdirektor neben Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Als mögliche Kandidaten gelten der frühere HSV-Manager Dietmar Beiersdorfer und Jan Schindelmeiser, zuletzt bei 1899 Hoffenheim. Bruchhagen will und soll auch im Falle des Abstiegs als Vorstandsvorsitzender weitermachen, obwohl sein bis 2012 datierter Vertrag nur für die erste Liga gilt. "Bruchhagen ist der Garant für gesellschaftliches Ansehen der Eintracht in Frankfurt", sagte Aufsichtsratchef Wilhelm Bender.

Der von der Insolvenz bedrohte Zweitligist TSV 1860 München will noch im Mai ein Rettungspaket präsentieren. "Wir arbeiten daran, eine DFL-gerechte Lösung zu finden. Der äußerste Termin dafür ist Ende Mai, aber wir wollen schon früher alles unter Dach und Fach bringen", sagte Vereinspräsident Dieter Schneider. Für die angestrebte Lösung mit dem jordanischen Unternehmer Hasan Ismaik muss der von der Deutschen Fußball Liga (DFL) beanstandete Vertragsentwurf modifiziert werden, da die angestrebte Kooperation offenbar gegen die 50+1 Regel verstößt. "Die DFL befürchtet, dass Herr Ismaik zu viel Kontrolle über den Verein bekommt", so Schneider. In den kommenden Tagen werde man den Vertrag so modifizieren, "dass er im Sinne der DFL ist". Gleichzeitig dementierte Schneider einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach der Verein kein Geld mehr habe. "Wir können den Strom noch bezahlen und sind mit unseren Rechnungen im Plan."

Der französische Nationaltrainer Laurent Blanc ist nach den Rassismusvorwürfen vom nationalen Verband FFF im Amt bestätigt worden. "Wir erneuern unser Vertrauen in Laurent Blanc", sagte FFF-Präsident Fernand Duchaussoy. Bereits am Dienstag hatte der Weltmeister von 1998 Unterstützung von Frankreichs Sportministerin Chantal Jouanno erhalten.

Ohne einen einzigen Torerfolg in der regulären Pokal-Spielzeit hat sich der russische Zweitligist Alanija Wladikawkas für die Europa League qualifiziert. Der Club gewann bislang jedes Spiel im russischen Pokal nach torlosen 120 Minuten im Elfmeterschießen und steht nun gegen ZSKA Moskau im Finale. Da ZSKA in der kommenden Saison in der Champions League antritt, rückt die Mannschaft aus dem Nordkaukasus automatisch in den Europapokal nach.

Trainer Kenny Dalglish hat beim englischen Premier-League-Club FC Liverpool einen Vertrag bis 2014 unterschrieben. Der Schotte wurde im Januar als Nachfolger von Roy Hodgson verpflichtet und führte die im Abstiegskampf steckende Mannschaft auf Rang fünf.

Innenverteidiger Matthieu Delpierre hat sich bei Sprinttests einen Muskelabriss im linken Oberschenkelstrecker über der Hüfte zugezogen. Der Kapitän des VfB Stuttgart wird damit vier bis fünf Monate ausfallen. Unterdessen hat der Verein Mittelfeldspieler Ibrahima Traore verpflichtet. Der 22-Jährige wechselt ablösefrei vom Bundesliga-Aufsteiger Augsburg nach Stuttgart.

Markus Karl vom Zweitligisten FC Ingolstadt wechselt zur kommenden Spielzeit zu Ligakonkurrent 1. FC Union Berlin. Der Mittelfeldspieler erhält einen Vertrag bis 2013, der sich im Falle eines Bundesliga-Aufstiegs automatisch bis 2015 verlängert.

Der 1. FC Nürnberg hat Mittelfeldspieler Wilson Kamavuaka von 1899 Hoffenheim verpflichtet. Der kongolesische Nationalspieler absolvierte in der laufenden Saison 18 Spiele in der Regionalliga Süd und erzielte ein Tor. In Nürnberg unterschreibt der 21-Jährige einen Vertrag bis 2014.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde behauptet, Stale Solbakken sei Däne. Solbakken stammt jedoch aus Norwegen.

leh/ham/sid/dpa/rtr

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.