Kurzpässe Sorge um Schweinsteiger, Strafe für Mailand

Für einen Profi vom deutschen Rekordmeister könnte ein Zeckenbiss schlimme Spätfolgen haben. Ein italienischer Club muss 100.000 Euro zahlen, weil er sich bayerischem Recht widersetzt hat. Bald gibt es keine Garantie mehr dafür, dass die Sportschau am frühen Abend ausgestrahlt wird.


Hamburg - Bayern Münchens Bastian Schweinsteiger droht möglicherweise eine längere Pause als zunächst angenommen. Die Knieverletzung, an der der Nationalspieler seit dem 2:1-Sieg der Münchner am vergangenen Samstag bei Hannover 96 laboriert, rührt offenbar von einem zwei Jahre alten Zeckenbiss her. Dieser könnte den 22-Jährigen mit einer langwierigen Krankheit infiziert haben. Das bestätigte Trainer Ottmar Hitzfeld am Rande des Viertelfinalspiels in der Champions League gestern gegen den AC Mailand. "Bastian hat eine schwere Entzündung im Knie. Wir wissen noch nicht, ob das eine, zwei oder drei Wochen geht. Das kann auch ein Zeckenbiss sein", sagte Hitzfeld.

Verletzter Bayern-Profi Schweinsteiger: Knieprobleme durch Zeckenbiss?
AP

Verletzter Bayern-Profi Schweinsteiger: Knieprobleme durch Zeckenbiss?

Schweinsteiger nehme bereits Antibiotika. Die Ergebnisse der Untersuchung werden erst nächste Wochen erwartet. Die medizinische Abteilung der Bayern war zunächst von einem harmlosen Schlag auf das linke Knie ausgegangen. Im schlimmsten Fall könnte Schweinsteiger sich mit Borreliose infiziert haben. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt, kann die Infektion chronische Gelenkbeschwerden verursachen.

Der AC Mailand muss für das Tragen seiner in Bayern verbotenen Trikotwerbung für den Wettanbieter "bwin" 100.000 Euro Strafe zahlen. Das bestätigte das Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR). Die Spieler des italienischen Clubs waren gestern beim 2:0-Sieg in der Champions League bei Bayern München mit dem Schriftzug ihres Werbepartners auf der Brust aufgelaufen. "Die 100.000 Euro Zwangsgeld, die wir zuvor angedroht hatten, sind somit fällig geworden", sagte KVR-Sprecher Christopher Habel. Die Strafe werde über die Stadtkasse der Stadt München in Italien eingezogen. Gegen dieses Vorgehen Rechtsmittel einzulegen, sei laut Habel nicht möglich. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hatte Milan auch noch vor der Partie grünes Licht für das Tragen der Trikots gegeben. Das europäische Recht, auf das sich Milan im Vorfeld berufen hatte, sieht kein Verbot für Werbung für private Wettanbieter vor. Milan aber kann die Strafe verschmerzen: Allein für den Einzug ins Halbfinale bekommt der Verein von der Uefa eine Prämie von drei Millionen Euro.

Bayern München hat trotz des Ausscheidens während der laufenden Champions-League-Saison 11,8 Millionen Euro an Prämien von der Uefa kassiert. Allein für die Teilnahme gab es zwei Millionen Euro, dazu kamen 400.000 Euro Antrittsprämie pro Spiel in der Gruppenphase sowie 1,8 Millionen Euro für die drei Siege und 900.000 Euro für die drei Unentschieden. Nach dem Einzug in die K.o.-Runde wurden 2,2 Millionen Euro fällig, der Erfolg gegen Real Madrid im Achtelfinale brachte weitere 2,5 Millionen Euro. Dazu kommen Zuschauer- und TV-Einnahmen von etwa zehn Millionen Euro und Gelder aus dem so genannten Markt-Pool der Uefa, der sich aus Werbe- und TV-Einnahmen speist, in Höhe von etwas mehr als zwölf Millionen Euro. In der vergangenen Saison hatten die Bayern - abzüglich der Zuschauereinnahmen - 19 Millionen Euro eingenommen.

Die Ausschreibung für die Bundesliga-Fernsehrechte ab der Saison 2009/2010 soll möglichst noch in diesem Jahr starten, bestätigte Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL). Eine Garantie für eine frühe Sportschau im frei empfangbaren TV gebe es dabei nicht. "Es muss der Anspruch der öffentlich-rechtlichen Sender sein, zeitnah Bundesliga zu zeigen. Das ist aber kein Naturgesetz", so Seifert. Eine von mehreren Optionen sei es, die Bundesliga erst später am Abend im frei empfangbaren Fernsehen senden zu lassen, um die Einnahmen aus dem Pay-TV zu erhöhen.

Die bestehenden Bundesliga-Verträge bringen der DFL pro Saison insgesamt 440 Millionen Euro ein. Rund 220 Millionen davon zahlt der neue Bezahlsender "arena", etwa 100 Millionen Euro die ARD für ihre Sportschau. Seifert sei davon überzeugt, dass es auch in der neuen Runde mehrere Interessenten für die Pay-TV-Rechte geben werde. Die DFL behalte sich weiterhin die Option vor, einen eigenen Bundesliga-Sender aufzumachen. Seifert bekräftigte, dass die DFL daran interessiert ist, die Rechte für Fernsehen und Internet im Paket zu vergeben. Es gebe Signale aus Brüssel, dass sich auch die EU-Kommission diesmal einer solchen Lösung nicht verschließen werde

guv/sid/dpa



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