Kurzpässe Spott für Hildebrand, Eklat bei Zagreb

Erst hoch gelobt, nun tief gefallen: Torhüter Timo Hildebrand steht nach seinem Patzer gegen Atlético Madrid heftig in der Kritik. Dinamo Zagreb, Club des deutschen Keepers Georg Koch, muss sich einen neuen Trainer suchen. "El Fluppe" kehrt nach Mexiko zurück.


Hamburg - Häme für Timo Hildebrand: Für den spanischen Radiosender Cadena Ser war der spielentscheidende Fehler beim 0:1 von Hildebrands Verein FC Valencia gegen Atletico Madrid ein Fauxpas "aus der Amateurklasse". Die Sportzeitung AS spottete in beißender Ironie, Hildebrand sei am Ende vielleicht gar kein deutscher, sondern "eher ein englischer Torwart". Der 28-Jährige hatte den Siegtreffer durch Sergio Agüero (27.) verschuldet, als er einen harmlosen Ball nicht unter Kontrolle bringen konnte.

Valencia-Keeper Hildebrand: "Zu selbstsicher gefühlt"
AP

Valencia-Keeper Hildebrand: "Zu selbstsicher gefühlt"

Hildebrand zeigte sich selbstkritisch: "Ich habe mich wahrscheinlich nach den zuvor guten Aktionen zu selbstsicher gefühlt, war danach zu risikofreudig - was dann zu einer falschen Entscheidung geführt hatte." Von Trainer Ronald Koeman bekam die Nummer zwei in der deutschen Nationalmannschaft Rückendeckung. Atletico sei in der ersten Halbzeit besser gewesen, "da hat Hildebrand in zwei, drei Situationen gut gehalten", betonte der Niederländer, ohne auf das Missgeschick näher einzugehen.

Chaos bei Dinamo Zagreb, Club des deutschen Schlussmannes Georg Koch: Trainer Branko Ivankovic ist heute mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Der 53-Jährige war gestern von Vizepräsident Zdravko Mamic schwer beleidigt worden. "Es reicht. Die Reaktion von Mamic hat zu meiner Entscheidung geführt. Es gibt keine Chance mehr, dass ich mich nochmal anders entscheide", sagte Ivankovic, der von 1999 bis 2000 als Coach bei Hannover 96 unter Vertrag stand.

Mamic hatte bei einem Turnier in Split, bei dem Dinamo den dritten Rang belegte, die Fassung verloren und die Mütter des gesamten Trainerstabes beleidigt. Zudem grollte der 47-Jährige: "Die Politik von Ivankovic ist nicht normal und dumm. Warum muss ich mich auf der Tribüne immer als Zigeuner beschimpfen lassen?" Mamic hatte Ivankovic unter anderem vorgeworfen, Dinamo-Topstar Luka Modric bei dem Turnier geschont zu haben. Als Nachfolger Ivankovics wird der ehemalige Stuttgarter Profi Zvonimir Soldo gehandelt. Der 40-Jährige ist derzeit Jugendtrainer beim kroatischen Club.

Der langjährige Nationaltrainer Ricardo La Volpe ist in den mexikanischen Fußball zurückgekehrt und hat den Erstligisten Monterrey übernommen. Zuletzt war der gebürtige Argentinier in seine Heimat bei Boca Juniors Buenos Aires und bei Velez Sarsfield tätig. La Volpe versprach bei seinem Amtsantritt, Nationalcoach Hugo Sanchez unterstützen zu wollen. Mexikos Fußballidol hatte La Volpe, Coach der Lateinamerikaner bei der WM 2006 in Deutschland, während dessen Amtszeit harsch kritisiert. La Volpe hatte von 2002 bis 2006 die mexikanische Auswahl betreut. "Ich habe Respekt verlangt, als ich Nationaltrainer war. Jetzt werde ich den Leuten zeigen, dass ich dazu in der Lage bin", erklärte der Coach, dem in Deutschland aufgrund seines starken Zigarettenkonsums der Spitzname "El Fluppe" gegeben worden war.

Wolfram Wuttke ist neuer Sportdirektor beim Oberligisten TSV Crailsheim. Der 46 Jahre alte ehemalige Nationalspieler erhielt einen Vertrag bis zum 31. Mai 2008. Dies berichtete das "Hohenloher Tagblatt". "Danach wird man sehen", sagte Wuttke. Er soll vor allem Trainer Peter Kosturkov unterstützen und ist auch für Spiel-Beobachtungen der Gegner zuständig.

Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel hat in seiner Saison-Halbzeitbilanz Kritik an den Unparteiischen der Bundesligen geübt. "Beim Großteil der Bundesliga-Spiele in der Hinrunde haben wir sehr gute Spielleitungen gesehen. Es gab aber auch einige Einzelfehler, die uns in der Summe etwas zu viel waren, insbesondere im Vergleich zur hervorragenden Rückrunde vorher", sagte Strigel auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Der Revier-Klassiker der Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 am 10. Februar im Dortmunder Signal Iduna Park ist mit 80.708 Zuschauern ausverkauft. Das gab der BVB heute bekannt.

pav/sid/dpa



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