Kurzpässe Staatsanwalt contra Milan Sapina, Barcelona pro Madrid

Zoff vor der WM 2014: Gastgeber Brasilien fordert die Abberufung von Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke, der zuvor organisatorische Mängel kritisiert hatte. Barcelona kann in Madrid Pokalsieger werden. Und: Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt erneut gegen Milan Sapina.

Beschuldigter Milan Sapina: "Ich bin gespannt"
DPA

Beschuldigter Milan Sapina: "Ich bin gespannt"


Hamburg - Die Staatsanwaltschaft Bochum wird Anklage gegen Milan Sapina und vier weitere Verdächtige erheben. Prozessstart ist am 4. Juni, es sind zehn Verhandlungstage angesetzt. Das Landgericht Bochum bestätigte den Termin auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE. Sapina, der bereits nach der bundesweiten Razzia im November 2009 fast sieben Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte, zeigte sich überrascht: "Ich bin darauf gespannt, eigentlich habe ich mir nichts zuschulden kommen lassen. Wettbetrug wird mir auch nicht vorgeworfen", sagte Milan Sapina SPIEGEL ONLINE. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Sapina der Mitwisserschaft von Wettmanipulation.

Die Regierung von Brasilien hat in einem offiziellen Brief an den Weltverband Fifa die Abberufung von Generalsekretär Jérôme Valcke gefordert. In dem Schreiben an Fifa-Boss Joseph Blatter bezeichnet Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo "Form und Inhalt" von Valckes Kritik an Mängeln bei der Organisation der Fußball-WM 2014 als "inakzeptabel". Der Franzose Valcke hatte die Geduld mit dem kommenden WM-Gastgeber verloren und beklagt, dass der Bau der Stadien nicht im Zeitplan sei und es an Hotelzimmern mangele. Zudem sei das "WM-Gesetz" immer noch nicht vom Parlament verabschiedet worden, das unter anderem den Alkoholausschank in den Stadien legalisieren soll. "Man muss ihnen in den Hintern treten", wurde der hochrangige Fifa-Funktionär in brasilianischen Medien zitiert. Diese Aussage sei im Französischen geläufig und in der Übersetzung ins Portugiesische viel härter wiedergegeben worden, als sie gemeint war, erklärte Valcke nun.

Der FC Barcelona hat aus Protest gegen Schiedsrichterleistungen ein Meeting mit dem spanischen Fußball-Verband RFEF boykottiert. Bei dem Treffen sollte über den Austragungsort des Pokalfinales zwischen Barça und Athletic Bilbao entschieden werden. Die Partie findet nun am 25. Mai im Madrider Vicente-Calderón-Stadion statt. Beide Finalisten hatten das Endspiel im Bernabéu-Stadion austragen wollen. Real Madrid weigerte sich jedoch, seine Arena zur Verfügung zu stellen. Offiziell begründeten die "Königlichen" dies mit Reparaturarbeiten. Vermutet wurde jedoch, dass Real einen möglichen Pokalsieg von Erzrivale Barça in seiner Heimstätte verhindern wollte.

Zwei Tage nach der Entlassung von Teammanager André Villas-Boas ist der FC Chelsea ins Viertelfinale des FA-Cups eingezogen. Im Wiederholungsspiel beim Zweitligisten Birmimgham City gewann das Team 2:0 (0:0). Im Hinspiel an der heimischen Stamford Bridge waren die Blues nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Für Chelsea, bei dem der bisherige Assistent und frühere italienische Nationalspieler Roberto Di Matteo als Interimscoach auf der Bank saß, trafen Juan Mata (55.) und Raúl Meireles (61.). In der Runde der letzten Acht empfängt der Tabellenfünfte der Premier League am 17. März den Zweitligisten Leicester City.

Hannover 96 plagen vor dem Europa-League-Spiel bei Standard Lüttich am Donnerstag (21.05 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) große Personalsorgen. Manuel Schmiedebach (Muskelfaserriss) und Mohammed Abdellaoue (Grippe) fallen neben dem gesperrten Jan Schlaudraff für das Achtelfinal-Hinspiel aus. Kurzfristig entschieden werde über einen Einsatz des am Knie verletzten Emanuel Pogatetz, hieß es.

Der italienische Erstligist Novara Calcio hat sich nach knapp zwei Monaten von Trainer Emiliano Mondonico getrennt und dessen Vorgänger zurückgeholt. Beim Aufsteiger, der momentan den vorletzten Tabellenplatz belegt, hat nun wieder Attilio Tesser das Sagen. Er hatte die Mannschaft um den früheren deutschen U21-Nationalspieler Giuseppe Gemiti aus der dritten Liga ins Oberhaus geführt.

Auch in Frankreich musste ein Trainer gehen: Der FC Sochaux trennte sich nach dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz der Ligue 1 von Coach Mecha Bazdarevic. Der Bosnier hatte erst vor Saisonbeginn seinen Posten angetreten. Sein Nachfolger wird der bisherige Coach der Reserve-Elf, Eric Hély.

tjo/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.