Kurzpässe Stark wehrt sich, Klopp kommt mit Geldstrafe davon

BVB-Trainer Jürgen Klopp muss für seinen Ausraster 10.000 Euro Strafe zahlen, kommt aber um eine Sperre herum. Schiedsrichter Wolfgang Stark erklärte, das Handspiel von Klaas-Jan Huntelaar nicht bemerkt zu haben. Der HSV muss wohl für den Rest der Hinrunde auf Gojko Kacar verzichten. 

Schiedsrichter Stark (r.): Klares Handspiel übersehen
dpa

Schiedsrichter Stark (r.): Klares Handspiel übersehen


Hamburg - WM-Schiedsrichter Wolfgang Stark hat sich gegen die Kritik aus der Bundesliga verteidigt. "Ich kann nur sagen, dass wir das Handspiel nicht wahrgenommen haben", sagte Stark zur entscheidenden Szene beim 2:2 zwischen dem VfL Wolfsburg und Schalke 04 am Samstag. Dem Ausgleich war ein Handspiel des Schalkers Klaas-Jan Huntelaar vorausgegangen. Stark wehrte sich gegen den Vorwurf, arrogant aufzutreten: "Dem kann ich in keiner Weise zustimmen." Auch Herbert Fandel, Chef der Schiedsrichter-Kommission im DFB, verteidigte ihn: "Es wird erwartet, dass er fehlerlos ist - aber das ist niemand."

Trainer Jürgen Klopp ist nach seinem Ausraster beim 2:0-Heimsieg von Borussia Dortmund gegen den Hamburger SV um eine Sperre herumgekommen. Gegen eine Geldbuße von 10.000 Euro hat der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) das Verfahren gegen den Dortmunder Coach eingestellt. Das teilte der DFB nach vorheriger Absprache mit dem DFB-Sportgericht am Montag mit. Nach einem nicht geahndeten Foul des Hamburgers Zé Roberto an BVB-Talent Mario Götze hatte Klopp lautstark protestiert. Dabei hatte der Trainer mit seiner Schirmmütze den Kopf des vierten Offiziellen Stefan Trautmann berührt. "Ich bin mit dieser Lösung einverstanden", kommentierte Klopp das Urteil.

Franz Beckenbauer hat erneut DFB-Boss Theo Zwanziger zur Kandidatur für das Exekutivkomitee des Weltverbandes Fifa aufgefordert. "Es ist nicht so: Ein Deutscher ist weg, ein Deutscher kommt nach. Es gibt viele, die in dieses Gremium mit reinwollen. Das ist mit der gesuchteste Job, den du überhaupt im Weltfußball haben kannst. Da kann man sich vorstellen, wer da alles hineindrängt. Das ist kein Selbstgänger. Der einzige, der es schaffen würde, ist Theo Zwanziger", sagte der 65-Jährige dem TV-Sender Sky. Beckenbauer hatte am vergangenen Donnerstag seinen Rückzug als Mitglied des Exekutivkomitees unter Vorsitz von Fifa-Boss Joseph Blatter angekündigt. Der DFB muss nun bis Januar 2011 einen möglichen Nachfolge-Kandidaten bestimmen.

Mittelfeldspieler Gojko Kacar vom Hamburger SV fällt voraussichtlich für den Rest der Bundesliga-Hinrunde aus. Die Verletzung des serbischen Nationalspielers aus der Partie am Freitag bei Borussia Dortmund erwies sich nach einer Kernspintomogrphie am Montagmorgen als Bänderriss im rechten Sprunggelenk. Der 23-jährige Mittelfeldspieler muss mindestens vier Wochen pausieren. Kacar war gegen Dortmund in der 32. Minute bei einem Zweikampf mit Sven Bender umgeknickt.

Auch für Gladbachs Innenverteidiger Roel Brouwers ist die Hinrunde so gut wie gelaufen. Der Niederländer hat beim 4:0-Sieg im rheinischen Derby beim 1. FC Köln einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel erlitten und fällt rund vier Wochen aus.

Drei Wochen wird der VfB Stuttgart voraussichtlich auf Verteidiger Khalid Boulahrouz verzichten müssen. Der niederländische Nationalspieler hat am Samstag im Auswärtsspiel bei Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern (3:3) einen Muskelfaserriss in der rechten Wade erlitten.

Hunderte Anhänger des russischen Meisters Zenit St. Petersburg haben in der Nacht zu Montag im Stadtzentrum randaliert und sich Gefechte mit der Polizei geliefert. Wenige Stunden zuvor hatte sich Zenit durch einen 5:0 (1:0)-Sieg über FK Rostow vorzeitig den Titel der Premjer-Liga gesichert. Nach der Partie hatten Anhänger den Platz gestürmt und dabei die Tore umgerissen. Anschließend wurde eine Gruppe von knapp 1000 Fans, die über eine viel befahrene St. Petersburger Durchfahrtsstraße ziehen wollte, von der Polizei gestoppt. Einige Anhänger zertrümmerten Bushaltestellen und warfen Flaschen sowie Leuchtfackeln auf die Polizisten. Diese setzten Schlagstöcke und gepanzerte Fahrzeuge ein.

jar/sid/dpa

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