Kurzpässe Toppmöller biedert sich an, Neuville schimpft auf seine Teamkollegen

Der Trainerposten in Lautern ist anscheinend heiß begehrt: Der georgische Nationalcoach hat sich per Zeitungsinterview schon einmal in Position gebracht. Ein Nationalstürmer wünscht sich neue Mitspieler. Einem Zweitligisten droht eine Klage wegen Rufschädigung.


Hamburg – Klaus Toppmöller hat sich beim 1.FC Kaiserslautern als Nachfolger von Wolfgang Wolf ins Gespräch gebracht und dessen Einkaufspolitik hart kritisiert. "Wenn ich an Kaiserslautern denke, tut mir das Herz weh. An der Personalpolitik von Wolf wird sein Nachfolger noch zu knabbern haben. So viele ausländische Spieler - wie sollen sich die Leute mit der Mannschaft identifizieren? Zum Beispiel Emeka Opara - wenn ich zwei Wochen trainiere, bin ich besser als der", sagte Toppmöller in der Rhein-Neckar-Zeitung.

Übungsleiter Toppmöller: Herzschmerzen bei Gedanken an den Betzenberg
DPA

Übungsleiter Toppmöller: Herzschmerzen bei Gedanken an den Betzenberg

Nach Angaben des 55-Jährigen habe sich zwar noch niemand aus Lautern bei ihm gemeldet, doch bleibe der FCK für den georgischen Nationaltrainer eine "Herzensangelegenheit". Allerdings stellte er auch klar, dass für ihn ein Wechsel in die Pfalz ohne eine Freigabe der Georgier nicht in Frage kommt. "Ich habe noch nie einen Vertrag gebrochen", so Toppmöller.

Auch Lauterns Ex-Profi Ciriaco Sforza und der Trainer des FC Basel, Christian Gross, werden bei den "Roten Teufeln" heiß gehandelt. "Christian Gross? Kennen wir. Ihn wollte René Jäggi schon mal holen, nahm dann Abstand, sagte damals, nicht noch einer aus der Schweiz. Ich bin aber Deutscher", sagte FCK-Vorstandsboss Erwin Göbel in der "Rheinpfalz". Eilig hat es die Lauterer Führung nach dem 3:0-Erfolg gegen die SpVgg Greuther Fürth unter Interimscoach Wolfgang Funkel ohnehin nicht. "Ich gehe nicht davon aus, dass wir vor dem Spiel am Freitagabend gegen Kickers Offenbach schon eine Entscheidung treffen und einen neuen Trainer vorstellen", sagte Göbel.

Nationalspieler Oliver Neuville hat seine Mitspieler beim abstiegsbedrohten Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hart kritisiert. "Ich bin froh, wenn einige weg sind", sagte der Stürmer der "Bild"-Zeitung mit Hinblick auf die bevorstehende Abwanderungswelle. "Zuletzt hatte ich den Eindruck, einigen ist scheißegal, ob Borussia in der ersten oder zweiten Liga spielt", so der 33-Jährige. Neuville hatte frühzeitig erklärt, seinen Vertrag beim fünfmaligen deutschen Meister auch in der zweiten Liga erfüllen zu wollen, auch wenn das seine Chancen auf die Teilnahme an der EM 2008 mindern könnte. Gladbach hat als Tabellenletzter bei noch fünf ausstehenden Spielen sieben Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Platz.

Ein Braunschweiger Hotel fordert von Zweitligist FC Hansa Rostock wegen des Vorwurfs der Rufschädigung eine Entschuldigung. Nach dem 1:1 in Braunschweig am vergangenen Freitag hatte Hansa-Cheftrainer Frank Pagelsdorf erklärt, dass einige Spieler wohl eine Lebensmittelvergiftung erlitten hätten und so nicht die volle Leistung bringen konnten. Nach Spieleraussagen sei die Ursache das Essen im Hotel gewesen. Es gab Spaghetti Bolognese.

"Ich kann nur von meiner Seite aus sagen, wenn ich bis Mittwoch um 12 Uhr von Rostock nicht die versprochene Entschuldigung habe, dann werden wir die Sache unter Umständen rechtlich prüfen lassen", sagte Joachim Pöpping, Chef des Hotels "Courtyard Marriott", heute einem Radiosender. Er könne in allen Punkten nachweisen, dass das Hotel sauber sei und dass nur beste Qualität auf den Tisch käme.

Der frühere Hertha-Kapitän Kjetil Rekdal hat sich bei seinem ehemaligen Club als neuer Trainer ins Gespräch gebracht. "Natürlich ist es mein Ziel, Hertha-Trainer zu werden. Würde ein Anruf kommen, würde ich keine Sekunde zögern", sagte der 38-Jährige der "Bild"-Zeitung. Bereits am Wochenende hatte Felix Magath grundsätzliches Interesse an einem Engagement in Berlin signalisiert.

Hertha hatte sich vor einer Woche von Chefcoach Falko Götz getrennt und bis zum Saisonende dem bisherigen Amateurtrainer Karsten Heine das Vertrauen ausgesprochen. Manager Dieter Hoeneß will vor Abschluss der laufenden Spielzeit keine Trainer-Verhandlungen führen. Der Norweger Rekdal steht noch bis zum Sommer beim belgischen Erstligisten Lierse SK unter Vertrag. Im vergangenen Jahr hatte Rekdal den norwegischen Klub Valerenga IF aus Oslo überraschend zur ersten Meisterschaft seit 1984 geführt.

maa/dpa/sid



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.