Kurzpässe Trapattoni sauer, HSV spendabel

Im Kampf um die Meisterschaft will der Hamburger SV das Team mit großzügigen Prämien noch weiter motivieren. Ein italienischer Startrainer will kein Sündenbock sein. In Nürnberg wackelt das Stadion nicht mehr.


Hamburg - HSV-Trainer Thomas Doll bekommt eine Prämie von 300.000 Euro, wenn sein Team die deutsche Meisterschaft gewinnt. Seine Spieler würden nach Informationen der "Sport-Bild" durch eine nachträgliche Erhöhung der Punktprämien um 50.000 Euro reicher. Fünf Spieltage vor Ende der Saison beträgt der Rückstand des Tabellenzweiten auf Spitzenreiter Bayern München vier Punkte.

HSV-Trainer Doll: Sonderprämie für die Meisterschaft
REUTERS

HSV-Trainer Doll: Sonderprämie für die Meisterschaft

Diese Prämie könnte auch Stefan Beinlich den Abschied versüßen. Der 34-Jährige wird den Hamburger SV am Saisonende verlassen. Wie der Verein mitteilte, erhält der Mittelfeldspieler keinen neuen Vertrag. Da Beinlich wegen einer Schambein-Operation noch mehrere Wochen ausfällt, wird er kein Spiel mehr im Trikot der Hanseaten absolvieren.

Giovanni Trapattoni will nicht länger als Sündenbock für die sportliche Misere beim Bundesligisten VfB Stuttgart herhalten. Der frühere VfB-Coach macht vielmehr das Präsidium um Erwin Staudt für die anhaltenden Probleme der Schwaben verantwortlich. "Wenn Ex-Fußballer an der Macht gewesen wären wie Dieter Hoeneß in Berlin, wäre ich nicht entlassen worden. Falko Götz arbeitet immer noch und hat jetzt Erfolg", sagte Trapattoni der "Sport Bild". Der 67-Jährige ist davon überzeugt, dass die Mannschaft mit ihm besser dastünde als unter dem neuen Trainer Armin Veh: "Seit ich weg bin, haben sie Skier angezogen und sind den Berg immer weiter runtergerutscht." Derzeit liegt Stuttgart vier Punkte hinter einem Uefa-Cup-Platz. Kein Verständnis zeigte Trapattoni für die Kritik an seinen Trainingsmethoden. Die VfB-Profis Markus Babbel und Timo Hildebrand hatten die wenig intensiven Einheiten für den unzureichenden Erfolg verantwortlich gemacht. "Mit Trapattoni gab es im Gegensatz zu anderen Trainern keine Verletzten. Spieler sind fast immer Egoisten. Sie müssen sich hinter jemandem verstecken können", so Trapattoni.

Zvonimir Soldo, Kapitän des VfB Stuttgart, hat sich nicht versteckt, als er von Trapattoni zwischenzeitlich ausgemustert wurde. Inzwischen gehört der 38-Jährige wieder zu den Leistungsträgern. Zum Saisonende muss er sich dennoch einen neuen Verein suchen. Ein möglicher Kandidat ist der 1. FC Köln. "Ich habe mein Interesse an Köln gezeigt. Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten zu besprechen und es wäre nicht korrekt, jetzt darüber in der Öffentlichkeit zu reden. Wir werden sehen, ob die Sache zu Stande kommt", sagte Soldo der "Bild"-Zeitung. "Das ist kein Geheimnis. Wir hatten schon in der Winterpause Kontakt", bestätigte Kölns Manager Michael Meier der dpa. Soldo erklärte, er würde für den 1. FC Köln auch in der 2. Liga spielen.

Übermütige Fans haben künftig keine Chance mehr, das Stadion des 1. FC Nürnberg ins Schwingen zu bringen. Rechtzeitig zur WM rüsteten die Betreiber die Nordtribüne für 168.000 Euro mit 13 Stahlstützen nach. Die Maßnahme wurde notwendig, weil zu Beginn der Bundesligasaison 2005/06 springende Fans den Oberrang der Nordkurve in starke Schwingungen versetzt hatten. In Nürnberg werden fünf WM-Spiele ausgetragen.

hut/dpa/sid

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.