Kurzpässe Ultras verprügeln Präsidenten, Mpenza wechselt nach Baku

Drei Ultras haben den Präsidenten des italienischen Clubs AC Ancona krankenhausreif geschlagen. Der FC Bayern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als 300 Millionen Euro Umsatz gemacht, der frühere Bundesliga-Profi Emile Mpenza wechselt nach Aserbaidschan.
Ehemaliger Hamburger Mpenza: von der Schweiz nach Aserbaidschan

Ehemaliger Hamburger Mpenza: von der Schweiz nach Aserbaidschan

Foto: Getty Images

Hamburg - Die Gewalt im italienischen Fußball hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Drei Ultras verprügelten Flavio Mais, den Präsidenten des Zweitliga-Absteigers AC Ancona. Das meldet die Nachrichtenagentur Ansa. Mais, der auf dem Weg zu einer Fan-Veranstaltung war, musste ins Krankenhaus gebracht werden. Über die Schwere seiner Verletzungen war zunächst nichts bekannt.

Ancona hatte nach der vergangenen Saison aufgrund finanzieller Probleme keine Lizenz für die Serie B erhalten. Am Dienstag war bekannt geworden, dass auch ein Start in der Serie D an der Finanzsituation gescheitert war. Ancona hatte zuletzt 2003/2004 in der ersten italienischen Liga gespielt.

Bayern München bleibt auf Wachstumskurs: Der deutsche Meister und Pokalsieger vermeldet einen Umsatzrekord für das Geschäftsjahr 2009/2010. Man arbeite noch am Jahresabschluss. Doch könne man davon ausgehen, dass der FC Bayern beim Umsatz erstmals die Marke von 300 Millionen Euro übertroffen habe, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Focus Money". Der bisherige Umsatzrekord datiert aus der Saison 2007/08 mit 286,8 Millionen Euro.

Auch an anderer Stelle gibt es gute Nachrichten für die Bayern: Zweitligist 1860 München hat den Dauerstreit mit dem Deutschen Meister beendet und alle Klagen gegen den Rekordmeister zurückgezogen. Die "Löwen" teilten mit, dass sie nach dem verlorenen Catering-Prozess auf eine Berufung verzichten werden. Auch die Klage um den vermeintlich sittenwidrigen Verkauf der Arena-Anteile für elf Millionen Euro wurde zurückgezogen. Über die ausstehenden Forderungen der Bayern an den Stadtrivalen wurde ein Zahlungsplan vereinbart.

Vor knapp einem Monat hatte das Landgericht München I die Sechziger dazu verurteilt, die ausstehenden Zahlungen in der Allianz-Arena für die Beköstigung "zuzüglich Zinsen und Prozesskosten vollständig zu bezahlen". Die Löwen hatten sich zuvor geweigert, eine im Mietvertrag festgeschriebene Pauschale für das Catering an die Arena GmbH zu bezahlen. Der Streitwert belief sich auf 500.000 Euro. Insgesamt hatte sich 1860 im Idealfall bis zu 14,5 Millionen Euro von den Klagen und Prozessen gegen den Stadtrivalen erhofft. Nach dem verlorenen Prozess war Manfred Stoffers als Geschäftsführer bei 1860 zurückgetreten.

Mpenza wechselt nach Baku

Der frühere Schalker und Hamburger Bundesligaprofi Emile Mpenza spielt in der kommenden Saison in Aserbaidschan. Nach nur einem Jahr beim Schweizer Erstligisten FC Sion ist Neftschi Baku der neue Verein des Belgiers. Für Mpenza ist es bereits der fünfte neue Arbeitgeber seit seinem Abschied vom HSV im Jahr 2006.

Bundesligist Werder Bremen muss zum Start der Bundesliga-Saison auf Abwehrspieler Naldo verzichten. Der Brasilianer kann aufgrund einer Knieverletzung nach wie vor nur ein reduziertes Trainingsprogramm absolvieren. "Es ist bisher nicht viel besser geworden. Ich muss mein Programm vorläufig weiter reduzieren. Beim Pokalspiel in Ahlen werde ich auf keinen Fall dabei sein", sagte Naldo am Dienstag. Der Brasilianer hat bereits seit Anfang Juli Probleme. Werder tritt am Samstag in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Drittligisten Ahlen an. Eine Woche später starten die Bremer bei 1899 Hoffenheim in die Bundesliga.

Der ehemalige Nationaltorwart Timo Hildebrand hält sich seit dieser Woche beim Viertligisten Stuttgarter Kickers fit und glaubt nicht mehr an eine schnelle Rückkehr in die Bundesliga. "Die Kader der Bundesliga-Vereine sind besetzt, das wird nichts mehr", sagte der 31-Jährige den "Stuttgarter Nachrichten". Hildebrand ist seit seinem Weggang von 1899 Hoffenheim im Juni vereinslos. Die siebenfache Nationalspieler war 2007 mit dem VfB Stuttgart deutscher Meister geworden und anschließend zum FC Valencia nach Spanien gewechselt.

Visa-Panne bringt Hannoveraner Profis um Testspiel

Eine Visa-Panne hat die ivorischen Bundesliga-Profis Didier Ya Konan und Constant Djakpa von Hannover 96 um einen Einsatz im Testspiel gegen Italien gebracht. Die Botschaft der Elfenbeinküste in London hatte es versäumt, rechtzeitig ein Einreisevisum für die beiden Fußballer zu hinterlegen. Daher kehrte das Duo bereits am Dienstag wieder nach Hannover zurück."Ich bin sehr enttäuscht und sehe mir das Spiel jetzt im Fernsehen an", sagte Stürmer Ya Konan.

Jürgen Klinsmann ist ein Trainerkandidat beim englischen Traditionsclub Aston Villa. Dies berichten englische Medien. Der bisherige Trainer Martin O'Neill war überraschend als Teammanager beim englischen Premier-League-Verein zurückgetreten. Vorerst wird der Trainer der zweiten Mannschaft, Kevin MacDonald, die Position des Teammanagers übernehmen und die Spieler auf das erste Saisonspiel am Samstag gegen West Ham United vorbereiten.

Als Favorit auf den Trainerposten gilt jedoch nicht der ehemalige Bundestrainer, sondern der frühere englische Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson. Bei der WM in Südafrika hatte der 62-jährige Schwede das Team der Elfenbeinküste trainiert und nach dem Aus in der Vorrunde seinen Abschied erklärt.

Nach nur vier Spieltagen in der 3. Liga hat Wacker Burghausen seinen Teammanager und Trainer Jürgen Press beurlaubt. "Aufgrund der nicht zufriedenstellenden sportlichen Situation" sei Press von seinen Aufgaben freigestellt worden, hieß es in einer Presseerklärung des Clubs. Ein neuer Trainer soll schon am Mittwoch vorgestellt werden. Burghausen liegt nach vier Saisonspielen mit zwei Niederlagen und zwei Unentschieden auf dem drittletzten Tabellenplatz. In der ersten Runde des DFB-Pokals empfängt Wacker an diesem Samstag Borussia Dortmund.

ulz/sid/dpa