Kurzpässe Van Gaal geht es um den "totalen Menschen"

Psychisch stark: Louis van Gaal will sich um das Seelenleben der Bayern-Spieler kümmern, seine deutschen Kollegen konzentrierten sich hingegen eher auf "das Körperliche". Huub Stevens will Talente an RB Leipzig ausleihen. Dortmund verpflichtet Sven Bender.


Hamburg - Louis van Gaal will sich nicht nur um die sportlichen Leistungen seiner Spieler kümmern, sondern auch um ihr Seelenleben. Der neue Trainer des FC Bayern München sagte, es gehe ihm stets um den "totalen Menschen". "Deshalb beschäftige ich mich viel mit dem Kopf, mit dem Geist meiner Spieler", zitierte ihn am Donnerstag die niederländische Zeitung "Algemeen Dagblad". Demgegenüber würden deutsche Trainer "ihr Herangehen im Allgemeinen stärker auf das Körperliche richten."

Bayern-Trainer van Gaal: Interesse am "Geist der Spieler"
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Bayern-Trainer van Gaal: Interesse am "Geist der Spieler"

Bis zu seinem Dienstantritt will van Gaal Deutsch so gut wie möglich beherrschen. "Passt mal auf, nach meiner ersten Pressekonferenz wird es um meine Deutschkenntnisse gehen. Es wird nicht darum gehen, was ich sage, sondern wie ich es sage. Da will ich keinen blöden Fehler machen." Die Beherrschung der deutschen Sprache sei auch wichtig, damit er den Spielern seine Vision so klar wie möglich vermitteln könne.

Der durch den Getränkekonzern Red Bull initiierte RB Leipzig soll zunächst auch als Ausbildungsverein des österreichischen Meisters RB Salzburg fungieren. "Aus unserer Jugend-Akademie gibt es viele gute Jungs, die sich in Leipzig bewähren könnten", sagte Salzburg-Coach Huub Stevens der "Leipziger Volkszeitung". Die Spieler könnten sich in Leipzig in der fünften Liga für Einsätze im Profiteam Salzburgs empfehlen, das ebenfalls dem Brause-Produzenten gehört. Stevens will schon bald mit seinem Team nach Leipzig reisen. "Denkbar wäre ein Spiel von RB Salzburg gegen RB Leipzig im Zentralstadion", sagte Stevens.

Borussia Dortmund wird U19-Europameister Sven Bender von 1860 München verpflichten und dafür Antonio Rukavina an den Zweitligisten abgeben. Den Spielertausch bestätigte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. "Die Gespräche stehen kurz vor dem Abschluss. Jetzt müssen die medizinischen Checks absolviert werden, und dann sollte es über die Bühne gehen", sagte Watzke auf Anfrage von "derwesten.de". Es seien nur noch Details zu klären. Der serbische Nationalverteidiger Rukavina (25) war in der Rückrunde an die Löwen ausgeliehen und wurde dort zum Stammspieler. Angeblich muss der BVB zusätzlich eine niedrige siebenstellige Summe zahlen, um sich im Gegenzug die Dienste Benders (20) zu sichern.

Christoph Metzelder befürchtet wegen der hohen Transfersummen im europäischen Fußball eine Spaltung zwischen Profis und Fans. "Ich mache mir schon Sorgen, dass die Menschen irgendwann die Beziehung zum Fußball verlieren. Ich kann verstehen, dass diese Fußballwelt für viele Menschen nicht mehr fassbar ist. Fußball lebt davon, dass die Spieler trotz ihrer Gehälter noch relativ nah am Menschen sind", sagte der Innenverteidiger von Spaniens Rekordmeister Real Madrid dem "Bonner Generalanzeiger".

Hannover 96 hat Constant Djakpa vom Ligakontrahenten Bayer Leverkusen verpflichtet. Der 22 Jahre alte Linksverteidiger von der Elfenbeinküste wird für zwei Jahre ausgeliehen. Bayer hat allerdings die Option, ihn bereits nach einer Saison zurückzuholen. Djakpa wechselte vor der vergangenen Spielzeit aus Rumänien nach Leverkusen, konnte sich bei den Rheinländern aber nicht durchsetzen.

Die Europameisterschaft 2008 hat dem Austragungsort Innsbruck ein Millionen-Defizit beschert. Nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA hat der Tiroler Landesrechnungshof ein Minus von 1,26 Millionen Euro konstatiert. Der offizielle Report wird am 30. Juni vorgelegt. Angesichts des bereits im Vorfeld bekanntgewordenen Defizits war Innsbrucks stellvertretender Bürgermeister Christoph Platzgummer im Mai zurückgetreten.

Werner Hecker ist neuer Präsident des Zweitligisten TuS Koblenz. Der 58-Jährige wurde auf der Mitgliederversammlung des Vereins ohne Gegenstimme gewählt. Neuer Vizepräsident ist Gerd Kohns, als Vorstand Sport wurde Hans Dill für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt. Die finanziell angeschlagenen Koblenzer, die laut Finanzvorstand Rolf Schmitz weiter gegen eine "prekäre Liquiditätslage" ankämpfen, haben damit ihre Führungsspitze nach sechsmonatiger Vakanz komplettiert. "Ich habe die Vision, dass wir 2011 wirtschaftlich gesundet sind und in einem neuen Stadion spielen können", sagte Hecker.

Christoph Buchner von Wacker Burghausen spielt ab der kommenden Saison beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Der 19-Jährige wechselt ablösefrei und unterschrieb einen Dreijahresvertrag.

ruf/sid/dpa



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Seite 1
lemmiecaution 16.06.2009
1.
Zitat von sysopDer Konzern Red Bull steigt bei einem Leipziger Fünftligisten ein. Ist Großsponsoring die Zukunft des deutschen Fußballs?
Für den FC Freiburg vielleicht. Für die Werksclubs nicht - eher Gegenwart oder sogar schon Vergangenheit. Und beim FC Bayern heißt das natürlich nicht Großsponsoring - sonder vornehmer : "Strategische Partner". So konnte man Adidas schon 2002 mit 10 % an einem Phantasie-Wert von über 2 Milliarden DM zum Vorzugspreis von "nur" 75 Millionen Euro (!!) "beteiligen". Reschpekt ! Zumindest bis 2010. Was passiert dann eigentlich ? Löst sich die Beteiligung dann auf ??? Andere haben ihre Stadien-Namen verscherbelt, wieder andere die Vermarktungsrechte, besondere Spezialisten ihre Werbeeinnahmen wg. "Anleihen" für 10-12 Jahre verpfändet - ja, die "Bundesliga" ist schon besonders seriös aufgestellt ... Komischerweise ist "Großsponsoring" nur dann schlecht, wenn es andere Clubs machen. Beim eigenen ist es ok... :-))
deccpqcc 16.06.2009
2.
Zitat von sysopDer Konzern Red Bull steigt bei einem Leipziger Fünftligisten ein. Ist Großsponsoring die Zukunft des deutschen Fußballs?
es ist seit jahren realität. wer so ein thema aufmacht hier zeigt das er keine ahnung hat.
Dylan1941, 16.06.2009
3.
Zitat von lemmiecautionFür den FC Freiburg vielleicht. Für die Werksclubs nicht - eher Gegenwart oder sogar schon Vergangenheit. Und beim FC Bayern heißt das natürlich nicht Großsponsoring - sonder vornehmer : "Strategische Partner". So konnte man Adidas schon 2002 mit 10 % an einem Phantasie-Wert von über 2 Milliarden DM zum Vorzugspreis von "nur" 75 Millionen Euro (!!) "beteiligen". Reschpekt ! Zumindest bis 2010. Was passiert dann eigentlich ? Löst sich die Beteiligung dann auf ??? Andere haben ihre Stadien-Namen verscherbelt, wieder andere die Vermarktungsrechte, besondere Spezialisten ihre Werbeeinnahmen wg. "Anleihen" für 10-12 Jahre verpfändet - ja, die "Bundesliga" ist schon besonders seriös aufgestellt ... Komischerweise ist "Großsponsoring" nur dann schlecht, wenn es andere Clubs machen. Beim eigenen ist es ok... :-))
Komischerweise erkennen Anhänger dieser Werkclubs nicht die Unterschiede zwischen Sponsoring und das der Club einem Sponsor gehört
klumpenhund 16.06.2009
4.
Zitat von lemmiecautionFür den FC Freiburg vielleicht. Für die Werksclubs nicht - eher Gegenwart oder sogar schon Vergangenheit. Und beim FC Bayern heißt das natürlich nicht Großsponsoring - sonder vornehmer : "Strategische Partner". So konnte man Adidas schon 2002 mit 10 % an einem Phantasie-Wert von über 2 Milliarden DM zum Vorzugspreis von "nur" 75 Millionen Euro (!!) "beteiligen". Reschpekt ! Zumindest bis 2010. Was passiert dann eigentlich ? Löst sich die Beteiligung dann auf ??? Andere haben ihre Stadien-Namen verscherbelt, wieder andere die Vermarktungsrechte, besondere Spezialisten ihre Werbeeinnahmen wg. "Anleihen" für 10-12 Jahre verpfändet - ja, die "Bundesliga" ist schon besonders seriös aufgestellt ... Komischerweise ist "Großsponsoring" nur dann schlecht, wenn es andere Clubs machen. Beim eigenen ist es ok... :-))
Scheinbar fehlt Retortenklubfans das Gen zur Fähigkeit zwischen aus dem Nichts auftauchenden Klubs, die von einer einzelnen Geldquelle aufgepumpt und am Leben gehalten werden und Klubs, die sich vor allem durch gute sportliche Leistungen größere Sponsorenverträge verdienen müssen zu unterscheiden. Zur Threadfrage: Es werden in den ersten beiden Ligen weiterhin Traditionsvereine neben Werks/Mäzenvereine existieren. Ich finde es naiv zu glauben, dass Mäzentum das Allheilmittel sei. Es gibt etliche Beispiele in denen solche Projekte nach hinten losgingen. Selbst bei den Sinsheimern kann man nüchtern betrachtet noch nicht von einer sensationellen Entwicklung sprechen. Bislang wurden dort nur Unsummen ausgegeben, der Kader besteht zu großen Teilen aus Ausländern und Hopp weitet regelmäßig seine selbst gesteckten Investitonslimits aus, so dass vom angestrebten langfristigen Konzept fast nichts mehr übrig ist.
Christian W., 16.06.2009
5.
Zitat von Dylan1941Komischerweise erkennen Anhänger dieser Werkclubs nicht die Unterschiede zwischen Sponsoring und das der Club einem Sponsor gehört
Ich stimme dir selten zu, diesmal schon. Kurz und knackig auf den Punkt gebracht.
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