Kurzpässe Verlorener Brief kostet Iran Olympia-Teilnahme, Valcke kritisiert Brasilien

Die Fußballer des Iran haben die Olympia-Teilnahme 2012 in London verpasst. Schuld sein soll ein Brief, der vom Verband nicht an den Trainerstab weitergeleitet wurde. Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke kritisiert WM-Gastgeber Brasilien. Außerdem: Das Pokalfinale der Frauen bleibt in Köln.

Iran-Profi Kar (r.): Gerangel mit dem Iraker Ibrahim
REUTERS

Iran-Profi Kar (r.): Gerangel mit dem Iraker Ibrahim


Hamburg - Die entscheidende Information kam zu spät: Ein verloren gegangener Brief hat die iranische Nationalmannschaft um die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London gebracht. Wenige Stunden vor dem Qualifikationsrückspiel gegen den Irak erfuhren Spieler und Trainer, dass das Hinspiel (1:0) von der Asiatischen Konföderation (AFC) 0:3 gewertet wurde. Grund: Der Iran hatte Mittelfeldspieler Kamal Kamyabinia trotz Gelbsperre eingesetzt.

Die AFC hatte den Iranischen Fußball-Verband (FFI) nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna bereits im März über die Sperre informiert. Der Brief ging jedoch beim FFI verloren. "Bitte nennen Sie mir das Land, in welchem es der Fußball-Verband vergisst, das Trainerteam über gesperrte Spieler zu informieren?", sagte Trainer Ali Mansourian. Das Rückspiel verlor sein Team 0:2.

Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke hat Brasilien für den Stand der WM-Vorbereitungen (2014) kritisiert. "Wir haben keine Stadien, wir haben keine Flughäfen", sagte Valcke. Seiner Meinung nach gehen die Arbeiten an den Spielorten nicht schnell genug voran. Für Brasilien sei nicht das wichtigste Thema, die Weltmeisterschaft zu organisieren, sondern sie zu gewinnen. Nach Ansicht von Valcke muss auch Russland, WM-Gastgeber von 2018, bei seinen Stadien nachlegen. Die erforderlichen zwölf Spielstätten sollten zwei Jahre vor Anpfiff der Titelkämpfe fertig sein, damit noch Tests für die Veranstaltung durchgeführt werden können.

Der DFB will die Kritik an der Fifa und ihrem Präsidenten Joseph Blatter im Juli aufarbeiten. Der Verband unterstütze den Vorschlag des Präsidenten Theo Zwanziger, Veränderungen in den Fifa-Statuten herbeizuführen. "Der heute vorgelegte Fünf-Punkte-Plan des DFB-Präsidenten ist ein guter Anfang, an dem nunmehr weiter gearbeitet werden muss", sagte Ligapräsident Reinhard Rauball bei einer Präsidiumssitzung am Freitag. Während der Frauenfußball-WM wollen die Präsidiumsmitglieder weitere Gespräche führen.

Zudem gab der DFB seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2010 bekannt. Demnach erzielte der Verband einen Überschuss in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Diese Summe könnte sich auf rund fünf Millionen Euro erhöhen, wenn die Frauen-WM in Deutschland wie erwartet eine schwarze Null schreibt und die finanziellen Vorleistungen zurückgeführt werden können.

Das DFB-Pokalfinale der Frauen findet auch in den kommenden vier Jahren in Köln statt. Der Vertrag sei bis 2015 verlängert worden, teilte der Verband mit. Ausschlaggebend seien die Erfahrungen der vergangenen Jahre und die Stimmung im Stadion gewesen, sagte DFB-Sprecher Ralf Köttker. Bis 2009 hatte das Frauenfinale vor dem Endspiel der Männer in Berlin stattgefunden. Beim Debüt in Köln sahen 26.282 Besucher die Partie zwischen dem FCR Duisburg und USV Jena ( 1:0), dieses Jahr lockte der 2:1-Sieg des 1. FFC Frankfurt über Turbine Potsdam 20.312 Anhänger ins Stadion.

Zweitliga-Aufsteiger Hansa Rostock und seine Fans haben sich auf einen Verhaltens-Kodex geeinigt. Darin versicherten die Anhänger dem Verein, "der eigenen Heimat mit Respekt und Wertschätzung" zu begegnen. Dazu gehöre auch die Einhaltung der Stadionregeln und der Verzicht auf Pyrotechnik. "Wir sind davon überzeugt, dass der bestehende Kodex gelebt wird", sagte Rostocks Vorstandschef Bernd Hofmann. Die Hansa-Fans hatten in der vergangenen Saison immer wieder bengalische Feuer gezündet - Rostock entging nur knapp einem sogenannten Geisterspiel.

klu/dpa/dapd/sid



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