Kurzpässe Vogts will Häßler, Prodi ein Gesetz gegen Gewalt

Ein ehemaliger Bundestrainer stellt einen ehemaligen Nationalspieler als Assistent in Nigeria ein. Italiens Ministerpräsident fordert die Legislative. Herthas Spielmacher muss lange pausieren.


Hamburg - Thomas Häßler, 1990 Weltmeister mit der DFB-Auswahl, soll Assistent des neuen nigerianischen Nationaltrainers Berti Vogts werden. Das bestätigte der frühere Bundestrainer der "Bild"-Zeitung. "Thomas genießt weltweit eine hohe Anerkennung - gerade in Afrika, weil er als Spieler ein großer Techniker war", sagte Vogts. Häßler, der momentan als Techniktrainer beim Zweitligisten 1. FC Köln angestellt ist, soll künftig auch mit Vogts zusammenarbeiten und auf Honorarbasis diesem bei allen Länderspiel-Terminen der Afrikaner als Co-Trainer zur Seite stehen.

Techniktrainer Häßler: Doppelfunktion in Köln und Nigeria
AP

Techniktrainer Häßler: Doppelfunktion in Köln und Nigeria

Der FC und Trainer Christoph Daum haben der Regelung zugestimmt. "Icke bekommt die Wahnsinns-Möglichkeit, an der Seite eines der erfahrensten Trainer der Welt zu arbeiten. Außerdem behält er den Job als Technik-Trainer beim FC", sagte Daum. Vogts, der als Spieler 1974 Weltmeister wurde und das DFB-Team 1996 zum EM-Titel führte, hatte Anfang Februar einen Dreieinhalbjahres-Vertrag als Trainer der "Super Eagles" unterschrieben.

Der italienische Ministerpräsident Romano Prodi will das Gesetzespaket gegen die Gewalt im Fußball mit allen Mitteln durchsetzen. Er schloss heute nicht aus, dass seine Regierung sogar die Vertrauensfrage stellen könnte, um die im Kabinett beschlossenen Maßnahmen ohne Änderungen durch das Parlament zu bringen. "Das Paket entspricht den Maßnahmen, mit denen man auch auf internationaler Ebene die Gewalt im Fußball bekämpft", sagte Prodi und warnte gleichzeitig, dass die Lobby der Clubs Widerstand leisten könnte.

Der Präsident des italienischen Fußballverbandes (FIGC), Luca Pancalli, appellierte an die Parlamentarier, das Anti-Gewalt-Gesetz zu verabschieden. "Der italienische Fußball hat einen Punkt erreicht, von dem man nicht mehr zurückkehren kann. Die Parlamentarier dürfen nicht die Umstände vergessen, die vor zwei Wochen dem Polizisten Filippo Raciti in Palermo das Leben gekostet haben", sagte Pancalli.

Das Paket besteht aus 13 Artikeln. So sollen gewalttätige Anhänger statt bislang 36 künftig maximal 48 Stunden festgehalten werden dürfen. Haftstrafen zwischen fünf und 15 Jahren sind für Ultras vorgesehen, die Gewalttaten gegen Polizisten begehen, bisher betrugen die Strafen maximal drei Jahre. Gewalttätigen Fans kann der Zugang zum Stadion bis zu fünf Jahren versperrt bleiben. Das neue Gesetz verbietet zudem, Spiele vor Publikum in Stadien auszutragen, die den Sicherheitsvorschriften nicht entsprechen.

Mittelfeldspieler Yildiray Bastürk von Bundesligist Hertha BSC Berlin bleibt weiter vom Verletzungspech verfolgt. Der 28-jährige türkische Nationalspieler zog sich im Training eine Teilanriss des Innenbandes im linken Knie zu. Erst nach vier bis sechs Wochen Pause wird der Spielmacher der Mannschaft wieder zur Verfügung stehen. Bastürk, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, kam in dieser Saison auf Grund diverser Verletzungen erst auf zehn Liga-Einsätze. Zuletzt hatte sich der Türke von einer Innenband-Dehnung im rechten Knie erholt.

bri/sid



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