Kurzpässe Von Heesen sagt Hamburg ab, Sarkozy greift durch

Das ist wahre Freundschaft: Thomas von Heesen will nicht mal darüber nachdenken, Trainer in Hamburg zu werden. Dort arbeitet nämlich ein Kumpel von ihm. In Frankreich soll demnächst keine Rücksicht genommen werden, Unterhaching freut sich über eine tolle Bilanz, zumindest finanziell.


Hamburg - "Ich stehe nicht für den HSV Gewehr bei Fuß. Die Sache kommt für mich überhaupt nicht in Frage", zitiert die "Bild"-Zeitung heute Thomas von Heesen. Die "Sache" ist eine mögliche Nachfolge Thomas Dolls als Trainer beim Hamburger SV, falls dieser in den kommenden Tagen oder Wochen zurücktreten oder vom Verein entlassen werden sollte. Von Heesen, der derzeit mit Arminia Bielefeld über eine Vertragsverlängerung spricht, hat vor allem persönliche Gründe für die Absage an den Tabellen-Siebzehnten der Bundesliga: "Doll ist mein Freund, das würde ich nicht machen", so von Heesen, der überzeugt ist, dass der HSV-Coach "die Wende schaffen kann".

Bielefeld-Coach von Heesen: "Doll ist mein Freund"
AP

Bielefeld-Coach von Heesen: "Doll ist mein Freund"

Nach den Todesschüssen im Anschluss an das Uefa-Cup-Duell mit Hapoel Tel Aviv (2:4) geht die französische Polizei rigoros gegen gewaltbereite Anhänger von Paris St. Germain vor. Heute ordneten die Behörden die vorläufige Schließung des Blocks der "Boulogne Boys", eines Teils der Pariser Ultra-Bewegung, im Prinzenpark-Stadion an. "Wir wollen, dass der Fußball ein Familienereignis bleibt", sagte Frankreichs Innenminister Nicolas Sarkozy, der im kommenden Jahr als Präsidentschaftskandidat antreten will. Er forderte zudem Stadionverbote für gewaltbereite Fußballfans.

Ein dunkelhäutiger Zivilpolizist hatte am vergangenen Donnerstag einen mutmaßlichen Hooligan erschossen und einen weiteren Fan mit Schüssen verletzt. Laut Augenzeugenberichten eröffnete der Polizist das Feuer, nachdem rund 150 Rowdys außerhalb des Stadions Jagd auf einen israelischen Fan gemacht hatten. Der Offizier war dem Israeli zu Hilfe gekommen und dadurch selbst zur Zielscheibe der Angriffe geworden. Unter den "Boulogne Boys" werden offenbar einige der Täter vermutet.

Zweitligist SpVgg Unterhaching hat einen Jahresüberschuss von 551.000 Euro erwirtschaftet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/20006 betrug der Umsatz 8,18 Millionen Euro. Durch den Gewinn verbesserte sich das Eigenkapital des Vereins auf 250.000 Euro. Sportlich läuft es weniger gut: Nach 14 Spieltagen liegt der Münchner Vorortverein mit 14 Punkten auf Platz 14. Für das Zweitliga-Derby am Sonntag (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen 1860 München hat die SpVgg aber bereits über 10.000 Karten verkauft. 4000 Tickets sind noch erhältlich.

Die spanischen Erstligisten Athletic Bilbao und Gimnàstic de Tarragona haben nur 24 Stunden nach den Entlassungen ihrer Trainer Ersatz gefunden. Der auf einen Abstiegsplatz abgerutschte Traditionsclub aus Bilbao benannte nach der Trennung von Félix Sarriugarte Jos Manuel Esnal, genannt Mané, als neuen Cheftrainer. Aufsteiger Tarragona berief Paco Flores als Nachfolger von Luis César Sampredo.

goe/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.