Kurzpässe Weltmeister droht Gefängnis, Krauss gefeuert

Juventus Turin will mit einem neuen Angebot Werder Bremen zum Verkauf von Miroslav Klose überzeugen. In Spanien musste ein deutscher Trainer gehen. Ein Weltmeister muss wegen illegaler Wetten vor Gericht. Ein Viertligist kann auf viele Millionen Euro hoffen.

Hamburg - Juventus Turin hat im Pokern um Miroslav Klose das Angebot erhöht. Die Italiener wollen Werder Bremen für den Torjäger im Tausch den Stürmer Fabrizio Miccoli und den kroatischen Abwehrspieler Robert Kovac anbieten. Zusätzlich will Juventus zehn Millionen Euro an Ablöse zahlen. Das berichtete die italienische Sporttageszeitung "Tuttosport" heute. Derzeit wird Klose mit rund 20 Millionen Euro bewertet. Juventus, Zwangsabsteiger in die Serie B, will für den WM-Torschützenkönig allerdings maximal 15 Millionen Euro ausgeben. "Unsere Manager sind am Werk, um die Mannschaft zu stärken", wurde Trainer Didier Deschamps zitiert. Laut "Tuttosport" zählt Klose zu Deschamps Lieblingsspielern.

Im Kampf um den Wiederaufstieg muss Juventus dagegen erst einmal auf Pavel Nedved verzichten. Der tschechische Mittelfeldspieler wurde für fünf Partien gesperrt, nachdem er am vergangenen Freitag beim 1:1 beim FC Genua wegen eines absichtlichen Foulspiels vom Platz geflogen war und danach noch den Schiedsrichter beschimpft hatte. Zuvor hatte Nedved noch das Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 erzielt. Neben Nedved fehlen dem Team, das auf dem zweiten Tabellenplatz liegt, noch Alessandro del Piero und David Trezeguet wegen Verletzungen.

Der frühere Bundesliga-Trainer Bernd Krauss ist beim spanischen Fußball-Zweitligisten CD Teneriffa entlassen worden. Krauss, der Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund betreute, holte mit der Mannschaft von den Kanaren aus den vergangenen fünf Partien in der Segunda División nur einen Punkt und fiel auf einen Abstiegsplatz zurück.

Weltmeister Vincenzo Iaquinta von Udinese Calcio droht wegen der Verwicklung in illegale Wetten eine Sperre von bis zu einem Jahr. Das schreibt die italienische Tageszeitung "Gazzetta dello Sport" heute. Iaquinta ist der bekannteste von insgesamt 21 Spielern, gegen die der Staatsanwalt von Udine, Lorenzo Del Giudice, seine Ermittlungen abgeschlossen hat. Ins Visier der Staatsanwaltschaft sind vier Spiele der Serie A aus der Saison 2005/06 geraten, die allesamt unentschieden endeten. Neben Iaquinta sollen unter anderem auch sein tschechischer Teamkollege Marek Jankulovski sowie Zeljko Kalac vom AC Mailand in den Skandal verwickelt sein. Die verdächtigen Spieler haben laut den Ermittlern Summen bis zu 146.000 Euro gewettet.

Auf eine Finanzspritze bis zu 50 Millionen Euro in zehn Jahren kann Viertligist Sachsen Leipzig hoffen. Der Energiedrink-Hersteller Red Bull erwägt, die Kontrolle über den Verein zu übernehmen und das Team bis 2011 in die Bundesliga führen. Außerdem soll eine Fußball-Akademie aufgebaut, das Namenssponsoring am WM-Stadion in Leipzig übernommen und die defizitäre Arena möglicherweise gleich mit vom Eigentümer Michael Kölmel gemietet werden. Voraussetzung ist, dass der Verein kommende Saison in der Regionalliga spielt. Derzeit liegt die Mannschaft des ehemaligen Bundesliga-Trainers Eduard Geyer mit neun Punkten Rückstand auf Energie Cottbus II und den Chemnitzer FC nur auf Platz sieben.

Red-Bull-Konzernchef Dietrich Mateschitz ist mit Franz Beckenbauer befreundet. Dieser hatte Leipzig empfohlen und soll nun zur Mitgliederversammlung des zweimaligen DDR-Meisters im kommenden Jahr eingeladen werden. Die Zustimmung der Mitglieder ist nötig, weil der Konzern im Falle eines Abschlusses die Kontrolle über den Aufsichtsrat und die TV-Rechte übernehmen will.

mt/sid

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